Am liebsten wäre ich heute gar nicht aufgestanden. Zu gemütlich war es in meinem kuscheligen Bett, in dem ich seit 2 Uhr nachts lag und das Spiel gegen Hannover 96 Revue passieren lassen habe. Für eines der schlechtesten, aber dennoch effektivsten Spiele habe ich mich nun doch rausgepellt um euch mit einem frischen Bericht zu versorgen.
Freundin Julia und ich: die Schwäbin und die Halb-Schwäbin
Zu allem Unglück hatte ich gestern auch noch einen schlechten Tag, als mich mein Stammfahrer Reinhart um kurz nach 7 an der Haustüre abholte. Letztenendes saß ich auf dem Rücksitz auf halb 8 und schlief die meiste Zeit der 4 einhalb Stunden durch, mit einer erstaunlichen Rekordgeschwindigkeit waren wir schon dreiviertel 12 (oder Viertel vor 12?) da. Seinen Kommentar, ich hätte ja nun genug geschlafen und müsste nun fit sein, konnte ich nur müde belächeln als ich mich am Stuttgarter Hauptbahnhof habe raussetzen lassen und mich in Richtung Königsstraße aufmachte.
Mannschaftsaufstellung
Dort wartete bereits meine Freundin Julia, Urschwäbin, seit knapp 2 Jahren in Leipzig zum Studium der Tiermedizin. Während ihrer Semesterferien weilt sie bei ihren Eltern in Ravensburg und versprach mir, dass wir uns auf “halber Strecke” mal treffen, voilá, die Touristen Info in der Königsstraße wurde Schauplatz der Wiedervereinigung von Schwäbin und Mittlerweile-Halb-Schwäbin. Ein Getränk musste her, es gab so einiges zu bereden, wie das nunmal so ist.
Nach unserer ersten gemeinsamen Erfahrung in einem der Vapiano-Restaurants mit Chipkarte, die wir beide nur mit fragenden Blicken quittierten, marschierten wir aus zeitlichen Gründen dann doch schon kurz nach um 1 in Richtung Stadion, die Wahl fiel auf die U11, die zwar wesentlich länger braucht als die S1, S2 und S3, die aber zumindest eine Lauf-Ersparnis von vielen Metern bringt. Und wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten, nicht wahr?
Das 1:0 durch Ciprian Marica, 36. Minute
Für sie war es Neuland, meine Aussage, dass genau das meine Vorstellung von Stallgeruch ist, brachte sie zum Lachen. Das allererste bekannte Gesicht war mein Kumpel Rouven, neben dem ich beim Spiel in Barcelona gestanden hatte. Weiter ging es ein paar Meter, wo kurz darauf auch schon Jonas auftauchte und mit suchendem Blick herumirrte. Mein eigentlich nicht zu übersehendes Winken sah er nicht, meinen Anruf, den ich mit “Umdrehen!” beginnen wollte, schien er nicht zu bemerken. Aber dann hat man sich doch noch zusammengefunden und rottete sich allmählich zusammen beim Philipp, der wie immer Flyer verteilte. Weiterlesen »
21.03.2010 um 20:46 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Es ist nicht alles so reibungslos gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte, aber unterm Strich habe ich die Zeit schon sehr genossen, die ich in Barcelona hatte. Das waren zwar leider nicht mehr als so ziemlich genau 24 Stunden, und auf die 90 Minuten, die das Spiel gedauert hat, für das ich hergekommen war. Ebenso der Stress am Flughafen bei der Rückreise, welcher auch ein bisschen viel für mich war, dennoch war es letztenendes eine tolle Fahrt. Und das habe ich wahrlich noch nie in Verbindung mit einer 0:4-Klatsche in einem Satz sagen können.
Nun öffne ich mein Logbuch und lasse euch Teil haben an einer stressigen, aber trotzdem schönen Reise.
Mittwoch, 17.03.2010
04:00 Uhr
Welch unmenschliche Uhrzeit! Das unbarmherzige Anspringen meines Radioweckers, es schenkte mir zumindest die richtige Musik zum Aufwachen: “I Gotta Feeling” von den Black Eyed Peas. “I gotta feeling that tonight’s gonna be a good night”, es schien wie ein Zeichen. Die Vorstellung, dass es sich in knapp 17 Stunden zeigen würde, ob das stimmt, ließ mich rasch aufstehen und fertig machen für einen der längsten Tage des Jahres. Aber nicht ohne den obligatorischen Glücks-Cappuchino!
05:00 Uhr
Der Rucksack war gepackt, die Aufregung stieg, das Handy klingelte. Auf gehts, 5 Stockwerke im Treppenhaus des Plattenbaus hinunter, wo Stammfahrer Reinhart mit Frau Conny und dessen gemeinsamen Freund Harald bereits um die Ecke bog. Selten, dass ich um diese Uhrzeit schon derart aufgedreht sein konnte. Nun setzten wir uns in Bewegung, erstes Zwischenziel: Flughafen Berlin-Schönefeld.
06:00 Uhr
Conny und ich schwatzen auf der Rückbank des weinroten Mercedes mit Leipziger Kennzeichen über die wichtigen Dinge dieser Welt, was es war, weiß ich nicht mehr, weil uns ein riesen Knall aus dem Gespräch riss. Schlagartig drehten wir uns um und sahen ein riesiges Gummiteil über die A9 fliegen, der LKW, den wir soeben noch überholten hatten, fuhr sofort auf die rechte Standspur. Reifen geplatzt, du liebe Zeit. Okay, alle wieder wach? Dann kann es ja weiter gehen.
07:00 Uhr
Überpünktlich trotz Pinkelpause kamen wir am Flughafen an, wo zuerst der Parkplatz aufgesucht wurde, auf dem das Auto bis zum nächsten Tag stehen bleiben würde. Wir erlebten einen super Kundenservice, in dem wir von dem Parkplatz kostenlos mit einem Shuttle-Bus zum 500 Meter entfernten Flughafen Berlin-Schönefeld gefahren wurden. Weiterlesen »
Mehr als (fast) alles andere auf dieser Welt hätte ich diesen Artikel “Das Wunder von Barcelona” genannt, nach dem 1:1 im Hinspiel hatten wir noch eine kleine Chance, auch im Camp Nou zu bestehen und doch ins Viertelfinale einzuziehen. Es hatte nicht sollen sein. Und wo ich zwischenzeitlich noch sagte “Wäre ich nur daheim geblieben” wurde es dann doch noch ein eindrucksvoller Abend. Nicht wegen Lionel Messi, sondern einzig und allein dank 5.000 mitgereisten Fans, die nicht nur Lärm, sondern auch eine Gänsehaut machen können.
Wer den Bericht meines Kurztrips nach Barcelona lesen möchte, der kann das hier tun. Hier geht es erst einmal nur um das Spiel. Ich steige ein um ca. 17:30 Uhr am Mittwoch, den 17.03.2010, als mich mein erster Weg des Aufenthalts zum “Rambla del Mar” führte, ein hübsches Fleckchen am Hafen, dort wurde eigens für die zahlreichen Fans eine Fanmeile errichtet mit Gastronomie und Tischkickern, nur schaffte ich es leider nicht dorthin. Zu diesem Zeitpunkt brachen die meisten VfB-Fans in Richtung Stadion auf.
Um nicht den Anschluss zu verlieren, schloss ich mich einfach ein paar Leuten an, die den Eindruck erweckten, dass Sie wüssten, wohin sie laufen. Sie entpuppten sich als der Fanclub “Härtsfeld Crocodiles”. Gemeinsam ging es laut lärmend in die “La Rambla” entlang, die größte Flanier- und Einkaufsmeile der Stadt. Nach und nach zerstreuten sich die Fans, ich folgte weiter der Spur der Krokodile, was ich nach einiger Zeit nicht mehr so unauffällig tun konnte. Lieber legte ich doch die Karten auf den Tisch und offenbarte meine zweifelhafte Fähigkeit, in einer großen Stadt selbst mit Stadtplänen ganz gerne mal verloren zu gehen. Statt mich wegzuscheuchen blieb ich bei den Jungs und wir tranken am “Placa de Catalunya” noch ein Bier, wo ich mich erst einmal vorstellte und neue, nette Bekanntschaften schloss.
Erst einmal Treppensteigen: der Weg zum Gästeblock
Darauf folgte mein erster Erfahrung in der spanischen Metro, die U-Bahn. Ein sogenanntes T10-Ticket wurde mir bereits im Vorfeld wärmstens empfohlen, 10 Fahrten fürs Metro-Netz bei nur einmalig 7,70 €. Auch vor Taschendieben wurde ich gewarnt, besonders sexy war das nicht, aber die Brusttasche, die ich unter meiner roten Stuttgart-Jacke trug, erfüllte durchaus ihren Zweck. In der Metro selbst lärmten, sangen und hüpften wir nach Herzenslust, was nicht nur zu unserer sondern auch zu jedermanns Belustigung beitrug. Aus dem legendären “UMBA” wurde kurzerhand ein neuer abgewandelter Fangesang: “Wir fahren U-Bahn, U-Bahn, U-Bahn, tätäräääää”.
Nett geplaudert wurde auf dem Weg zum Stadion, zu dem wir noch ein ganz schönes Stückchen zu Fuß zurücklegen mussten. Noch war aber genug Zeit, ohne den Anpfiff des Spiels zu verpassen. Am Eingang trennten sich leider die Wege von mir und den Härtsfeld Crocodiles, gerne hätte ich mich noch verabschiedet, aber ich bin durch einen anderen Eingang hinein und habe die Herrschaften leider nicht wieder gefunden. Allerdings bin ich 4 kleine Zettel mit meiner Blog-Adresse losgeworden, und hoffe, dass meine Grüße, die ich an der Stelle an die Jungs aussprechen möchte, ihr Ziel finden werden. Weiterlesen »