Ich gebe es zu und dafür stehe ich auch ein, ganz offiziell: ohne Youtube, Google und Wikipedia kann ich nicht leben. Während ich bei MyVideo meine zahlreichen Videos von VfB-Toren und anderen eigenen Videos horte, ist YouTube für mich und Millionen andere der Inbegriff des Musik hörens ohne Musik kaufens geworden. Und nicht nur das, es gibt so viele schöne Dinge bei YouTube.
Das vereinseigene Fernsehen, vfbtv, hat nachgezogen und stellt hin und wieder ein Video ein. Vor einigen Wochen, als der VfB noch im spanischen La Manga im Wintertrainingslager weilte, schaute ich mir ein zunächst recht unspektakulär anmutendes Interview mit Zdravko Kuzmanovic an. Am Ende rollten Tränen des Lachens über meine Wangen. Zurückspulen, abspielen, kaputt lachen. Immer und immer wieder. Meinem guten Freund Franz verdanke ich das, der mich einfach bei seinem Account mitschauen lässt – mir tun die leid, die diese Krönung der Herrlichkeit nicht sehen können. Da muss man doch was tun, meine Mission lautete: das Kuzmanovic-Interview muss auf YouTube! Wenn eine einfache E-Mail nur immer im Leben ausreichen würde…
Heute entdeckte ich durch Zufall, dass es tatsächlich hochgeladen wurde. Ob es auf mein Betteln hin oder auf das Betteln zahlreicher anderer amüsierter VfB-Fans eingestellt wurde, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur eines: Betteln bringts. Viel Spaß beim Anschauen:
Zum Schreien komisch, wenn “Kuzmanofitsch”, “Buuhlaruuuhz” und “Marickaaa” Späßchen machen – drei junge Männer, ein Serbe, ein Rumäne, ein Holländer und etwas zum Lachen. Danke Jungs dass ihr uns zum Lachen bringt, danke Franz, danke vfbtv fürs einstellen! Und Danke an alle, die sich genau wie ich über Kleinigkeiten freuen können.
20.01.2010 um 23:22 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball
Ich wusste, was darauf stehen würde: auf dem Preisschild, welches ich zwischen Zeige- und Mittelfinger meiner rechten Hand nahm und es umdrehte. 49,95€. In Worten: Neunundvierzig Euro und Fünfundneunzig Cent. Seit Monaten warf ich immer wieder einen Blick auf jenes Preisschild, doch diesmal konnte es mich nicht davon abhalten, jenes Kleidungsstück auf die Ladentheke zu legen. Und nun war sie endlich mein: die rote VfB-Kultjacke mit “STUTTGART”-Aufschrift.
Die Umstände waren jedoch eher dem Pech geschuldet als einem unerwarteten Geldsegen, als ich am Tag des Heimspiels gegen Wolfsburg aus dem Auto stieg und meinen Mantel schließen wollte, war dieser kaputt. Und vor mir lag ein Abend mit Temperaturen im Minusbereich, nicht mit mehr ausgestattet als einem dünnen Pulli darunter. Somit wurde mir die Entscheidung abgenommen, früher oder später hätte ich mir diese schöne Jacke ohnehin gekauft.
Das Neueinkleiden ist beim Wolfsburg-Heimspiel fast schon “Tradition”, das letzte Mal kleidete ich mich auch neu ein, und im Gegensatz zu damals brauche ich nicht befürchten, dass das, was diese Jacke represäntiert, 3 Wochen später zum Erzfeind überwechselt.
Damit ihr mich nicht falsch versteht: ich brauche keine Jacke, um zu wissen, wem ich mein Herz geschenkt habe…aber toll ist die Jacke trotzdem.
Kaum eine Angelegenheit im Leben ist so schnelllebig wie der Fußball – was gestern gut war, kann heute schon wieder schlecht sein – und was gestern schlecht war, kann heute wieder gut sein. Beides habe ich innerhalb der letzten 6 Monate erleben müssen: nach einer genialen Rückrunde 2008/2009 folgte eine desaströse Hinrunde 2009/2010, und nun, zum Start der Rückrunde wähnen wir uns frohen Mutes auf dem Weg der Besserung – zu Recht!
Etwa ein Monat ist vergangen, seit unser damaliger Erfolgstrainer Markus Babbel nach dem Heimspiel gegen Bochum entlassen wurde, sich die Aggressionen auf den Straßen entladen haben und die Gefahr des Totalschadens vor uns klaffte wie eine todbringende Schlucht. Auf ihn folgte der Schweizer Christian Gross und in seinen ersten 11 Minuten als VfB-Trainer stellten wir einen Rekord auf – bei diesen 3 Toren gegen Urziceni dachte ich, jeden Moment würde der Wecker klingen und mich aus meinen Träumen herausreißen.
Torjubel vom 1:0, 28. Minute, Roberto Hilbert
In jener Nacht träumte ich wieder von jenem Spiel, unvergessen in alle Ewigkeit wie nach monatelangem und vergeblichem Warten das ersehnte Tor auf der Baustellenseite des Neckarstadions fiel, der Aufbruch zu neuen, besseren Zeiten. Im Gegensatz zum 09.12.2009 klingelte der Wecker um 7 Uhr morgens. Es ist Zeit zum Aufstehen, das erste Heimspiel der Rückrunde steht an. Es ist Zeit, das Feld von hinten aufzurollen.
Wie gewohnt holte mich Reinhart an der Haustüre ab, am Leipziger Hauptbahnhof wurdenoch schnell ein Mitfahrer eingesammelt und gemeinsam machten wir uns auf den Weg in die baden-württembergische Landeshauptstadt. Um bereit für neue Heldentaten zu sein, holte ich mir allerdings erst einmal das, was mir in den letzten Tagen ein wenig gefehlt hatte: der Schlaf der Gerechten. Etwa die Hälfte der Fahrt, und das waren immerhin die üblichen 5 Stunden, nickerte ich auf dem Rücksitz, bis die Aufregung in mir die Kontrolle übernahm und sich die Müdigkeit in frohes Hoffen wandelte. Der Rest der Zeit wurde mit netten Gesprächen mit den beiden Mitfahrern überbrückt. Auch die Sonne zeigte sich und wir wussten: heute geht das Spiel zu unserem Gunsten aus.
2:0, 58. Minute, Pavel Pogrebnyak
Angekommen in Stuttgart stieg ich am Hauptbahnhof aus dem Auto, schlüpfte in meinen Mantel und zog den Reißverschluss nach oben – um festzustellen, dass sich das wärmende Bekleidungsstück dagegen sträubte, meine Körpertemperatur halten zu wollen. In der Mitte riss der Reißverschluss immer wieder auf und ließ sich nicht schließen. So ein Pech aber auch, hatte ich darunter doch nur einen dünnen Pulli. Das hieß dann wohl: neu einkleiden, zumindest obenrum. Fast schon traditionell wie vergangene Saison beim Heimspiel gegen Wolfsburg. Im Fanshop Königsstraße wurde ich fündig und quartierte mich erst einmal im Restaurant “La Vida” ein, zum Mittagessen und Begutachten der anderen Samstagsspiele.
Etwa Viertel vor 5 piepste mein Handy, eine SMS meines Kumpels Jonas, mit dem ich mich vor dem Spiel noch treffen wollte, so brach ich auf und fuhr mit der S3 nach Bad Cannstatt, kaum aus der Bahn ausgestiegen, lag er schon in der Luft: der geliebte Stallgeruch. Mittlerweile machte mein Handy die Schotten dicht: Akku leer. Am Stadion schaltete ich es noch einmal kurz ein, für einen letzten Kraftakt: “Hintereingang Fancenter!” – diese 2 Worte fanden zwar noch ihren Bestimmungsort, aber Jonas war 2 Minuten zuvor hineingegangen – Shit happens. Dafür leistete ich Kumpel Phil Gesellschaft, der wie immer Flyer verteilte. Dann machte auch ich mich auf den Weg ins Stadion, das erste Mal seit der kürzesten Winterpause der Bundesliga-Geschichte.
3:1, 87. Minute, Timo Gebhart
Wie war das nochmal? Wenn man am allerwenigsten damit rechnet – nach einem äußerst unerwarteten Wiedersehen mit einem alten Bekannten, den ich weder zu dieser Uhrzeit noch an jenem Ort vermutet hätte, stieg ich die kalten Steintreppen hinauf, wo bereits Marc und dessen Bruder Philipp warteten. Deren Antwort auf meine Frage, warum sie mich beim Heimspiel gegen Hoffenheim so sträflichst alleine gelassen haben, beantworteten sie vielfältig, entweder Termine – oder schlicht und ergreifend die Wahrheit: es war einfach viel zu kalt.
Der Rückrundenauftakt begann mit einem kapitalen Schnitzer von Roberto Hilbert, der wegen eines Nasenbeinbruchs die ersten 5 Minuten mit einer furchteinflößenden Maske spielte, diese erste heikle Angelegenheit konnte in Gemeinschaftsarbeit jedoch geklärt werden. Drei Buchstaben: P. U. H. Puh!
Danke!
Beide Mannschaften schenkten sich nichts und während wir 3 vom Block 37c uns an der sonst gar nicht so schlechten ersten Hälfte erfreuten und die Zeit bis zum ersten Tor mit Frieren und Schlottern verbrachten, lief die Zeit auf der Uhr herunter. Fast schon eine halbe Stunde, so allmählich könnten sie ja mal…?! Bei Wolfsburg ging gar nichts, und wir ärgerten uns lediglich über die Chancenverwertung.
Eine vollkommen verunglückt scheinende Kerze von Ciprian Marica, der unter dem neuen Trainer Christian Gross als gesetzt gilt, wurde von unserem Mittelfeldmotor Sami Khedira mustergültig verlängert – und da stand Roberto Hilbert, der sich seiner Maske längst entledigt hatte, vollkommen frei und ungedeckt, und tat das, was er einige Minuten zuvor noch vergeben hatte: eiskalt den Ball dorthin befördern, wo er hingehört, ins Tor. Ein paar Wochen ohne das, ich war nach Monaten gerade erst wieder ins Training eingestiegen: der Jubelschrei, eine wahre Erleichterung in der 28. Minute. Und wenn sogar Hilbert wieder trifft, wird alles gut.
Warten auf die Halbzeitpause, obligatorisches Halbzeittreffen mit dem Martin, mit dem Führungstreffer im Rücken macht es gleich doppelt Spaß. Am Imbissstand unterhielt man sich über die geplanten Auswärtsspiele der Rückrunde, bis auf Köln und Barcelona ist noch nichts fest eingeplant, aber was ja nicht ist, kann ja noch werden. Bis jeder mit Getränken eingedeckt war, verging die Zeit wie im Flug und schon war sie wieder vorbei, die 15-minütige Pause. Dem wartenden Philipp musste ich leider untröstlich mitteilen, dass ich keinen Glühwein am Imbissstand ergattern konnte, er wird es mir hoffentlich nicht übel genommen haben, wäre es eine ideale Art und Weise des Körpertemperaturaufputschens bei Minusgraden gewesen.
Kleines Gästeblöckchen
Nach einer Viertelstunde gab es eine erneute Torchance, ein Freistoß aus aussichtsreicher Position. Den Job erledigte Zdravko Kuzmanovic, den wir am letzten Tag der Sommer-Transferperiode noch schnell verpflichteten – eine lange Flanke, von der jeder befürchtete, sie würde über die Linie hinaus schießen, wurde von Serdar Tasci wieder zurück nach innen gegeben. Und wie leicht es auf einmal war, Tore zu schießen, zeigte uns Pavel Pogrebnyak, neben Ciprian Marica einer der Gewinner des Trainerswechsels, seitdem geht es bergauf. Er war einfach da und hielt seinen Fuß hin – Tor! 2:0! Weit weg schien die Zeit, in der das Toreschießen verlernt zu sein schien.
Das Spiel wäre danach verflacht, ist mit Sicherheit der richtige Ausdruck. Abgebaut haben sie, unsere Jungs vom VfB, was zur Folge hatte, dass Wolfsburg stärker wurde. Stellvertretend für die Tatsache, dass sie sich ihrem Schicksal nicht schon jetzt nach einer Stunde ergeben wollten, war der Anschluss von Edin Dzeko zum 2:1 – ein wunderschönes Tor, wie man leider anerkennen muss. Einzig tröstlich: war es in der letzten Saison, der Wolfsburger Meistersaison so, dass sie gemeinsam stark waren, war dieses Tor lediglich ein Produkt der individuellen Klasse des Bosniers.
Einmal kurz den Schock verdauen und hoffen, an der Aufregung und Spannung nicht zu Grunde zu gehen. Der Anschlusstreffer verunsicherte zusehendst, den wild durcheinander laufenden Hühnerhaufen konnte man nur noch mit schlotternden Knien ertragen, teils wegen der Kälte, teils wegen der haarsträubenden Fehler, die aneinander gereiht eine Kette der Verzweiflung ergaben, ohne Rücksicht auf die in Panik verfallenen Zuschauer des Neckarstadions.
Kämpfen und siegen, niemals aufgeben – jeder von uns hat dieses Lied aus der Cannstatter Kurve schon einmal gehört. Nun war es soweit, das in die Tat umzusetzen. Mein Sitznachbar zur Rechten pflichtete mir bei: schnell das 3:1 machen bevor die erstarkten Niedersachsen dazu kommen, uns den Ausgleich einzuschenken, aber mal ganz flott.
Einer der Nachteile, die durch den großen Platz zwischen Spielfeld und Tribüne zustande kommen, ließ mich 7 Minuten vor Schluss glauben, es hätte ein Foul mit darauffolgendem Elfmeter gegeben, plötzlich eine Rudelbildung im Strafraum auf der anderen Seite des Spielfelds. Völlig in Panik und mit Angstschweiß auf der Stirn piepste ich “Elfmeter???” – aber kein Grund zur Sorge, zumindest was den Strafstoß angeht. Es gab ein Foul im Strafraum, aber es erwischte nicht den Stürmer, der vom Torwart niedergestreckt wurde, sondern andersrum: Grafite, Fußballer des Jahres 2009, zeigte dem für den rot gesperrten Jens Lehmann eingesetzten Sven Ulreich, wie hart seine Kniescheibe ist. Ulreich blieb kurz bewusstlos liegen und wurde behandelt. Er konnte, bzw. wollte (!!) weiterspielen, ungeachtet der Tatsache, dass Trainer Gross noch hätte wechseln können.
Tick, Tick, Tick, die Uhr tickte und brachte uns Sekunde um Sekunde näher zu unserem verdienten Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. Würden wir es noch schaffen, würde sich der aufgescheuchte Hühnerhaufen die letzten Minuten beherrschen können und die 3 Punkte sicher über die Linie bringen? Man hoffte es so inständig.
Nur noch wenige Minuten… und auch wenn die Entfernung zum Tor auf der anderen Seite enorm groß ist, so hörte man das “KLONG!” als wäre es nur einen Meter weg gewesen. Der Torschütze des Anschlusstreffers, Edin Dzeko, klatschte den fast schon sicheren Ausgleichstreffer nur an den Pfosten, Grafite ballerte im Nachschuss über das leere Tor. Lange war es verschollen, doch nun war es wieder da: das Quäntchen Glück.
Im direkten Gegenzug lief die einigermaßen stabilisierte Maschinerie des VfB Stuttgart wieder auf Hochtouren. Im Internetforum der Stuttgarter Nachrichten liebevoll “Russenkampfpanzer” oder einfach nur “T-72″ genannt, bewegte sich Pavel Pogrebnyak samt Ball (was vor einigen Wochen nicht in einem Satz zu nennen gewesen wäre) auf das Tor zu, passte auf den durchgestarten Timo Gebhart. Der zog nach innen und schien meinen Gedanken “Schieeeeeß doch!” gespürt zu haben – das erlösende 3:1 ließ das Stadion beben. Dankbar bin ich an dieser Stelle dem Markus von den Lostboys99, der die Stimmungsexplosion in der Cannstatter Kurve auf Video festhielt. Das würden wir uns definitiv nicht mehr nehmen lassen, soviel stand fest.
Und dann war es endlich geschafft: Abpfiff, Heimsieg, Glücklich. Es kann manchmal eben doch so einfach sein. Noch während sich die Anspannung lockerte und bevor ich sehen konnte, dass wir durch den Sieg auf Tabellenplatz 12 geklettert sind, musste ich auch schon das Stadion verlassen, Reinhart wollte unmittelbar nach dem Spiel losfahren, was nicht ohne Komplikationen verlief, unter anderem meinem nichtsnutzigen Handy geschuldet, dass ich im Zustand fehlenden Stroms nicht benutzen konnte und auch nicht erreichbar war. Aber dann saß ich doch noch im Auto, hatte die meiste Zeit den MP3-Player in den Ohren und schlief ein. Dass mich der Anschnallgurt nahezu strangulierte, kümmerte mich nicht, es gab einen Heimsieg, und das ist das Wichtigste.
Zu guter letzt entsende ich noch meine herzlichsten Grüße an jene, die auf den ersten Spielbericht der Rückrunde 2009/2010 länger warten mussten, als geplant: die Autoren der Blogs Brustring und Angedacht, den netten jungen Mann aus dem “La Vida” und dem altbekannten Gesicht von Ottos Vesperstüble, den ich seit einem halben Jahr kenne und bis heute noch nicht einmal seinen Namen weiß. Und natürlich auch Grüße an alle anderen, die es geschafft haben, einen weiteren poetischen Erguss voller Leidenschaft und Hingabe bis zum Ende gelesen haben.
11.01.2010 um 10:43 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Die kürzeste Winterpause seit Jahrzehnten, die kurze Zeit möchte gut genutzt werden. Was in der gesamten Hinrunde liegen blieb, habe ich nun aufgeholt, auf meinem Flickr-Profil habe ich nach vielen Monaten endlich mal wieder neues Material hochgeladen.
Außerdem habe ich endlich den Schritt gemacht und mein kostenloses Flickr-Profil auf einen Pro-Account geupdatet!
Das heißt im Klartext: Uploads und Speicherplatz ohne Begrenzung, Alben und Sammlungen ohne Begrenzung, Account-Statistiken und vieles mehr. Bisher wurden nur die 200 letzten meiner Fotos angezeigt, doch nun sind alle da, 341 Stück, Tendenz: steigend.
10.01.2010 um 22:46 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Leipzig, Außentemperatur: -10°C. Es friert, es windet, es frostet. Daisy wütet. Der letzte Winter hat mich etwas abgehärtet, als in Deutschland Temperaturen um die -26°C herrschten und man keinen Hund vor die Tür jagen wollte, geschweige denn selbst hinauszugehen. Doch auch bei “nur” -10°C gefriert einem das Blut in den Adern.
Dieses scheussliche Wetter kann man eigentlich nur ertragen, wenn man es sich schön im Warmen gemütlich macht. Gesagt, getan, so wurde ich von meiner Freundin Julia abgeholt, gebürtige Schwäbin und seit einiger Zeit Studentin für Veterinärmedizin in Leipzig. Da Amor bekanntermaßen ein Arschloch ist und Ablenkung dann genau das Richtige ist, wollten wir uns einen lustigen Film anschauen. Die Wahl fiel auf “Monster AG” (Amazon, IMDB), lange schon nicht mehr gesehen.
Mir ist früher nie aufgefallen, dass der Yeti schwäbisch spricht?!? Wir beide – sie als gebürtige Schwäbin, ich als pendelnde “Neigschmeckte” – haben uns köstlich amüsiert. Und da war es wieder: das Heimweh. Bald endet die Winterpause und ich fahre wieder “nach Hause”, nach Stuttgart, zu meinem VfB, zu meinen Freunden, zu meinem Stadion, zu meinem Verein: zu dem derzeit schönsten Bestandteil meines Lebens. Und bis es soweit ist: frieren und schlottern in der sächsischen Diaspora.
Nichtsdestotrotz konnte es mich zumindest nicht davon abhalten, diverse Spaziergänge im Schnee zu unternehmen. Ein paar Impressionen:
Lukaskirche
Rodelspaß
Elsapark
Lene-Voigt-Park
Einige Tage später hat auch das Tief “Daisy” ganz Deutschland fest im Griff. Frost und Eiseskälte, doch das schlimmste Problem sind die Tonnen an Schnee, die in den letzten 48 Stunden runtergekommen sind. Derzeit liegen hier in Leipzig etwa 30 Zentimeter Schnee, alles ist weiß. Obwohl davon abgeraten wurde, setzte ich mich gestern in den Zug in Richtung Grimma (30 Minuten südöstlich von Leipzig) und verbrachte einen tollen Tag bei Stammfahrer Reinhart, dessen Frau Conny und der gemeinsamen Tochter Olivia, wir hatten viel Spaß beim Schlitten fahren, auch der Schnee hörte für ein paar Stunden auf.
Olivia und ich
Spaß im Schnee
Zugefrorene Mulde
Verschneites Grimma
Ich hoffe, bis zum Bundesligaauftakt in 6 Tagen hat sich das Wetter wieder soweit eingependelt, dass wir unbeschadet nach Stuttgart kommen. Und wenn ich auf Ski nach Stuttgart laufe, das erste Heimspiel der Rückrunde lasse ich mir nicht nehmen.