09.08.2009 um 17:43 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball
Um ein wenig von den letzten ausstehenden Blog-Artikeln aufzuholen, bevor ich nächste Woche kaum Zeit zum bloggen finden werde, möchte ich noch kurz über den Gaustar Cup 2009 berichten, dem ich nach dem Rinnecup 2008 erneut beigewohnt habe. Es handelt sich um das jährliche Fußballturnier, das sogenannte “Kleinfeld-Open”, was jedes Jahr vom Fußballforum Tooor.de am letzten Wochenende im Juli ausgetragen wird – Austragungsort in diesem Jahr war Merzkirchen bei Saarburg in der Nähe von Trier, nur 15 Kilometer entfernt von dem Dreiländereck zu Luxemburg und Frankreich.
Wir waren dabei!
Als Chris, im Forum bekannt als “Gaustar” bereit erklärte, das Turnier 2009 bei sich in Merzkirchen auszutragen und ich erfahren habe, was für eine weite Fahrt es werden würde, habe ich ungefähr 0,0001 Sekunden gezögert und dann zugesagt, schließlich hat bereits der Rinnecup letzten Sommer so unendlich viel Spaß gemacht. Also auf gings, 600 Kilometer in Richtung Dreiländereck, auch mit dem Wissen, nicht selbst mitzuspielen.
Erneut gab es eine Shirt-Aktion, wieder entwickelte ich ein Logo und ließ viele T-Shirts anfertigen, sehr zu Freude meiner Foren-Familie. Mit viel Gepäck, unter anderem jenen 35 Shirts, ging es auf die lange Reise Richtung Merzkirchen. Dabei wurde schon die Hinfahrt zum Erlebnis. Da ich ab Leipzig nicht mit dem Dauerspezial voran kam, organisierte ich eine Mitfahrgelegenheit nach Frankfurt am Main und wollte dort, inklusive einem 1,5-Stunden-Polster, mit dem Zug weiterfahren. Daraus wurde leider nichts, denn bei Eisenach legte sich ein LKW über alle Spuren und verursachte einen 3-stündigen Stau, der Zug war weg, aber über 3,4 Ecken bekam ich die Handynummer eines Tooorlers und konnte 16 Uhr bei ihm ab Frankfurt mitfahren – Glück im Unglück, wie man so schön sagt.

Heil in Merzkirchen angekommen, war der ganze Ärger der Hinreise verflogen und ich freute mich wahnsinnig, alte Freunde und Bekannte vom Forum zu begrüßen und in die Arme zu schließen. Das ist das Tolle an diesem Forum: an einem Fleck findest du alle möglichen vertretenen Vereine: Dortmund, Schalke, Stuttgart, Bayern, Gladbach, Köln, Leverkusen, Hamburg, Berlin – alles mögliche, und jeder freut sich über jeden, das er auch erschienen ist. Ich baute mit Hilfe von Mel mein Zelt auf und pumpte meine Luftmatratze auf, was noch zu Schwierigkeiten führen sollte.
Nachdem die erste Begrüßungsphase vorbei war, beschäftigte man sich miteinander und nutzte das letzte Tageslicht für ein kleines Wett-Torwandschießen, bevor abends das traditionelle Pokerturnier auf dem Programm stand. Während fleißig gepokert, gesetzt und geblufft wurde, erfüllte sich die Vorhersage des Wetterberichts: einen starker Regenschauer fegte über uns hinweg, erbarmungslos tränkte der Niederschlag das Spielfeld für den nächsten Tag. Vor dem Finale des diesjährigen Pokerturniers nutzte ich die Gunst der Stunde und wollte die offiziellen Gaustar Cup Shirts austeilen, Christian half mir dabei in dem er freundlicherweise die Moderation übernahm – danke nochmal dafür. Es ist schon eigenartig befremdlich, wenn du vor gut 70 Leuten stehst und einen warmen Applaus für dich übrig haben – aber da sage ich natürlich nicht “nein”.

Als die Wolken sich aufgelöst hatten und der Regen weitergezogen ist, inspizierte ich gleich mein Zelt, ob noch alles trocken ist – leider nicht, denn mein halbes Zelt stand schockierenderweise zur Hälfte unter Wasser, ich verbrachte etwa eine Stunde am Freitag Abend damit, es trockenzulegen. Leider erwischte es auch Schlafsack sowie einen Großteil der mitgebrachten Klamotten, was das Schlafen in folgenden Nacht nicht besonders gemütlich machte.
Am Samstag wurde ich mehr oder weniger ausgeschlafen wach, und nach einer schönen Dusche und einem leckeren Frühstück war der ungemütlichen Nacht bereits nichts mehr anzumerken. Er konnte losgehen, der Spieltag und eigentlich der wichtigste Teil des Gaustar Cups 2009. Das Wetter sollte weitgehend ohne Regen bleiben, jedoch den ganzen Tag bedeckter Himmel, was trügerischer war, als ich gedacht hätte. Nach und nach pellten sich alle aus ihren Zelten, frühstückten und machten sich bereit für die Spiele mit den Mannschaften: Die lustigen Holzhackerbuam, Die Blutgrätschen, U21, Cheffes Jünger, Altbiersäufer, Kleinfeldmärchen, Blue Boys, MSDWGW – es waren wirklich illustre Namen dabei.

Da ich mich wie schon letztes Jahr als Fotografin zur Verfügung gestellt habe, war mein wichtigster Job neben den Shirts natürlich die Fotodokumentation, vom Anpfiff über die Torwart-Parade bis hin zur Blutgrätsche, ich würde meine Augen schließlich überall haben. Von mir aus konnte es losgehen, ich war startklar – bewaffnet mit meiner Kamera, 6 Batteriesätzen und 6 Speicherkarten mit insgesamt 12 GigaByte, ich habe gelernt vom letzten Jahr, als ich noch vor Ende der Spiele an meine (Speicher-)Grenzen gelangte.
Anpfiff! Los ging es mit insgesamt 26 Spielen inklusive Vor- und Zwischenrunde, Halbfinale, den Spielen um die Plätze 7, 5 und 3 sowie das Finale. Während ich “meine Jungs”, die Mannschaft MSDWGW (“Mir sen die wo gwinne wellet”, meist Schwaben) anfeuerte, sah ich viele tolle Spiele und ergötzte mich an dem Können einiger Tooorler, es hat eine Menge Spaß gemacht. Entlang der Seitenlinie sowie rings um das Spielfeld war ich bei jedem einzelnen Spiel zu finden, immer mit der Kamera in der Hand. Das Ergebnis sollte sich sehen lassen: tausende Fotos, von denen sicherlich hunderte in die nähere Auswahl kommen.

Umso erfreulicher war, dass das von mir angefeuerte schwäbische Team, die MSDWGW, nach tollen Spielen bis ins Finale gekommen sind. Und wie das nun einmal so ist, stehst du in Finale, willst du auch den Pott holen. Als das aber leider nicht gelang und wir uns knapp mit 2:3 den Blue Boys geschlagen geben mussten, waren die Blauen zum dritten Mal in Folge der Sieger des Tooor.de Kleinfeld-Open. Es gab große und kleine Pokale, nicht nur für den Sieger, auch für die beste Grätsche, bester Torwart, Torschützenkönig, bester Spieler des Turniers und der Sieger des Pokerturniers erhielt auch einen Pokal, es wurde an alles gedacht.
Den Rest des Abends ließen wir gemütlich ausklingen mit gemeinsamen Grillen und dem einen oder anderen kühlen Bierchen, die Leute waren ausgepowert – und ich spürte zum ersten Mal an diesem Tag, das ich mir wohl einen kleinen Sonnenbrand geholt hatte. Nicht weiter wild, dachte ich zumindest als Erstes, im Laufe der nächsten Stunden sollte mir aber noch schmerzhaft bewusst werden, dass das nicht nur ein kleiner Sonnenbrand ist, sondern extrem heftige Verbrennungen.
Ich genoss den Abend trotzdem soweit es ging, viel Zeit zum Pflegen des Sonnenbrandes war auch nicht, schließlich hielt ich es für meine Aufgabe, die Tombola mit mehr oder weniger tollen Preisen, das nächtliche Torwandschießen unter dem Motto “Brasi, stell dich mal hinter die Torwand und leuchte mit deiner Zigarette durch die Öffnungen” und den Limbowettbewerb von sportlichen und unsportlichen Tooorlern fotografisch zu dokumentieren. Natürlich mit Dauerbeschallung unserer neuen Tooor.de-Hymne Axel Fischers “Amsterdam”. Nachdem ich um 2 Uhr nachts vor Erschöpfung und Gesichtsschmerzen kaum noch gerade aus laufen konnte, mummelte ich mich dann endlich in meinen Schlafsack und konnte schon wesentlich besser in bereits getrockneten Klamotten schlafen.
Der Morgen danach, vielmehr der erste Blick in den Spiegel verhieß nichts Gutes. Eine gesunde Hautfarbe sieht jedenfalls anders aus. Es scheint die Definition der Unterschätzung zu sein, ich hätte nicht gedacht, das ich an einem Tag, der größtenteils bedeckt ist und an dem es auch meist recht kühl ist, so starken Sonnenbrand bekommen würde. Als am Sonntagmorgen die ganze Meute auseinander ging und man sich Schritt für Schritt von Freunden und Bekannten verabschieden musste, bekam ich nicht selten das Kommentar “Und creme dich das nächste Mal lieber ein!” mit auf den Weg. Ich werde bestimmt daran denken.
Glückwunsch an die BlueBoys: Turniersieger!
Mit Tooor.de-Kumpel Frank und dessen Kind und Kegel verbrachte ich den Nachmittag noch in Saarburg, dem nächstgrößeren Ort, wo sich mir malerische Foto-Motive offenbarten und ich die paar Stunden sehr genießen konnte mit einem leckeren Mittagessen und einem Eis zum Nachtisch. Kurz nach um 4 am Nachmittag fuhr dann auch schon mein Zug, bevor ich etwa um 1 Uhr Mitternacht am Leipziger Hauptbahnhof ankam, musste ich in Trier, Koblenz und am Frankfurter Flughafen umsteigen. Es war ein tolles Wochenende, trotzdem sehr schön, wieder zu Hause gewesen zu sein.
Achja, ich musste tagsdarauf zum Hautarzt – Verbrennungen 1. und 2. Grades – es sollte mir eine Lehre sein. Ich werde es mir ganz bestimmt merken, wenn ich nächstes Jahr wieder zum Tooor.de Kleinfeld-Open fahre – 2010 in Villingen, Baden-Württemberg. Fast wie ein Heimspiel – nur das Villingen auf der falschen Seite der badisch-schwäbischen Grenze liegt *gg*.

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