Monatsarchiv für August 2008
21.08.2008 um 18:43 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball, Länderspiele
Es sah lange nicht danach aus, als würden unsere Jungs in Halbzeit 2 etwas besseres zustande bekommen als ein müdes 0:0 gegen Belgien zum Testspiel in Nürnberg. Und ich bin froh, das es dann doch ein wenig anders kam. Nach der EM ist ja bekanntlich vor der WM und so fand gestern das erste und einzige Testspiel vor Beginn der WM-Qualifikation statt.
Des weiteren scheint es in den letzten Jahren im Trend gewesen zu sein, zu Eröffnungsspielen nach der langen Sommerpause dem Gegner mindestens 2 Tore einzuschenken: 2006 ein 3:0 gegen Schweden, 2007 ein 2:1 gegen England, beides super Spiele mit guter Stimmung (um nicht zu sagen, das England sensationell war, auch wenn ich leider nicht dabei war). Ganz so berauschend war dieser Test gegen Belgien zwar nicht, aber es reichte zum verdienten Sieg. Der Kommenatator hatte recht: es wurde mehr Fußball gearbeitet als Fußball gespielt.

Das erste Highlight des Abends war kein erfreuliches, und es hatte nichts mit einem Gegentreffer zu tun – oder Sekunde, im wörtlichen Sinne schon. Beim Herauslaufen trat der belgische Torwart nahezu martialisch den heranstürmenden Poldi mit einem Kung-Fu-Tritt zu Boden (es erinnerte an Tim Wieses Tritt gegen Ivica Olic, vielleicht ein kleiner Gruß des belgischen Keepers an Wiese, der erstmals auf der deutschen Bank saß), folgerichtig hätte es sofort Dunkelrot geben müssen. Ernüchterung und Empörung bei den deutschen Spielern und deren Fans: der Schiedsrichter zückte noch nicht einmal hellgelb. Schwer gezeichnet von dieser unschönen Begegnung wird Poldi nun einige Wochen unansehnliche Kratzer und Stollenabdrücke am Bauch haben. Dieser Keeper dürfte mir jedenfalls nicht im Dunkeln begegnen.

Viel möchte ich nicht zum Spiel schreiben, zumal ich ja nicht live in Nürnberg war. Einige wenige Highlights von A wie Attacke bis Z wie Zaubertor bot dieser Abend dann aber doch noch. Mit einem 0:0 und einigen Pfiffen ging es in die Kabine, die Ansprache von Jogi Löw scheint gefruchtet zu haben. Nach einigen munteren Wechseln schritt auch die zweite Halbzeit fort, in der wir noch einige Tore sehen wollten.
Wenn er sich im Nationaltrikot in diesem Sommer nicht allseits beliebt gemacht hatte, er holte zumindest den Elfmeter raus: Mario Gomez wurde im Strafraum gehalten. Folgerichtig trat Schweini ein und verwandelte eiskalt. Sanfte und wohlige Erleichterung breitete sich aus, in mir, in den nach Nürnberg gereisten deutschen Fans und natürlich bei den Spielern selbst. Es war nicht das erste Mal, das das erste Tor in einer Partie unnatürlich lange gebraucht hatte, um zu fallen, und es dann doch Schlag auf Schlag ging (wie letzten Sommer gegen San Marino).
Es war interessant zu beobachten, dass sich die Belgier trotz des Rückstands nicht aufgegeben haben, immer wieder kamen sie nach vorn, die Offensivbemühungen wurden zumeist im Keim erstickt – was aber nicht heißt, das es den Deutschen besser gelang, durch die vielbeinige belgische Abwehr zu kommen.
Das 2:0 und das Sahnehäubchen des Abends verdanken wir einem kleinen Zauberlehrling, von dem wir uns jetzt – 2 Monate nach der EM – gewünscht hätten, er wäre mit dabei gewesen: Marko Marin. Vor der EM in aller Munde, gestern sein zweites Länderspiel nach Weißrussland (wo er auch schon auf sich aufmerksam machte mit schnellem Spiel) und nun sein erstes Tor. Nur Mario Gomez war schneller: Erstes Spiel gegen die Schweiz und zugleich sein erstes Tor. Wo unsere Spieler lange scheiterten, fand der Kleine eine winzige Lücke und schlenzte wunderschön den Ball ins Tor – wie sehr ich mich für ihn gefreut habe. Und ich war nicht allein.

Eine Sache muss ich natürlich mit ansprechen: ebenso freute ich mich für Serdar Tasci vom VfB, der es nach seiner kurzfristigen verletzungsbedingten Absage vorm England-Spiel endlich in ein Spiel der A-Nationalmannschaft schaffte. Ein Debüt, was sich sehen lassen kann: hinten die Null, Sicherheit, Stabilität und schneller Pass nach vorne – was will man mehr. 3 Stuttgarter auf dem Feld (Mario Gomez, Thomas Hitzlsperger und eben Serdar Tasci), nur Bayern stellt mehr (Philipp Lahm, Schweini, Poldi, Marcell Jansen) – da geht einem das Herz auf.
Soviel zum Testspiel gegen Belgien. Jetzt sind die Augen gerichtet auf die Bundesliga, den UEFA-Cup und natürlich das nächste Länderspiel am 06.09.2008 in Vaduz gegen Liechtenstein. Bin ich FROH, das der Fußball wieder regen Anteil an meinem Leben nimmt – oder umgekehrt. So oder so, ich genieße es in vollen Zügen.
18.08.2008 um 18:14 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball
Das Leben verhält sich bekanntermaßen manchmal wie eine Ketchupflasche: man hält sie auf den Teller und es kommt nix. Man schlägt ein paar mal kräftig hinten drauf und es kommt immer noch nix. Dann kommt ein kleines “Gluck” und die ganze rote Suppe kommt schnell aus der Flasche geflossen. Kurz: Erst kommt gar nichts und dann alles auf einmal. Wie wahr, das Leben ist doch manchmal auch so.
Anders ist es beim Fußball auch nicht. Beste Nachricht des Wochenendes: Die Bundesliga-Saison geht wieder los! Nach dem Ende der Europameisterschaft war erst einmal tote Hose angesagt. Letztes Wochenende beim DFB-Pokalspiel in Lüneburg und nun ein 5-Tage-Fußball-Marathon.
Donnerstag: UEFA-Cup Qualifikation mit VfB – Györ und Ljubljana – Berlin
Zugegeben, das sah am Anfang richtig gut aus für den VfB, als die Anzeige noch 2:0 zeigte. Ein Rota-Virus raffte fast den halben Kader der ungarischen Mannschaft hin. Davon merkte man wenig, ein sehenswerter Treffer zum 2:1 war das Ergebnis, so auch das Endergebnis nach 90 Minuten. Jetzt heißt es Nachlegen, wenn wir in 2 Wochen auswärts ranmüssen. Das der VfB sein Auswärtsspiel im ersten UI-Cup-Spiel ebenfalls mit 0:1 verloren hat, beunruhigt mich schon etwas. Berlin hat es vorgemacht: Auswärts siegten sie mit 2:0 – Und Auswärtstore sind nun einmal die kostbarsten.
Freitag: Bundesliga-Eröffnung mit Bayern – Hamburger SV
Endlich, ja ENDLICH ging es wieder los. Was haben wir uns darauf gefreut, das der Ball endlich wieder rollt in der Bundesliga. Gestern war es soweit. Aus gegebenen Anlass traf ich meine Leute aus dem Sportcafe genau dort wieder, wo wir uns einst kennengelernt haben und schauten uns die Eröffnung an. Es wurde viele tolle Geschichten und Erinnerungen an letzte Saison und die Saisons davor ausgegraben, es wurde herrlich viel gelacht, so wie das sein muss. Das die Bayern nur ein 2:2 gemacht haben, freute mich zusätzlich.
Samstag: Der erste “große” Spieltag
Der erste Bundesliga-Samstag mit Konferenz schauen und danach die Sportschau bei meinen Eltern, wie haben mir diese liebgewonnenen Traditionen in der Sommerpause gefehlt. Mein Weg führte mich diesmal wieder in ein anderes Cafe als sonst, Mehrheitsentscheidung. Und was für ein munterer erster Spieltag! Nicht alle Ergebnisse nach meinem Geschmack: Retorten-Club und Schnellaufteiger Hoffenheim übernahm mit einem 3:0-Sieg über unsere Freunde in Cottbus gleich mal die Führung in der Tabelle. Wir lösen sie ab, sofern wir in Gladbach mit mehr als 3 Toren gewinnen würden. Aber mal abwarten.
Sonntag: Erstes Spiel des VfB Stuttgart in Gladbach
Das war es also, das erste Spiel des Vereins für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V., kurz VfB Stuttgart. Es wurde ein Auftakt nach Maß, der VfB siegte nach einer fantastischen ersten Hälfte mit 3:1 gegen den Aufsteiger aus Mönchengladbach, das machte richtig Spaß beim Zusehen. Ein Tor mehr hätten zur Tabellenführung nach dem ersten Spieltag erreicht, aber so bin ich auch höchst zufrieden, so kann es gerne weiter gehen. Und wenn man dabei mit tollen Bildern wie diesem hier beschenkt wird, ist das Balsam für die Seele.
++++ Zu guter letzt noch ein kleiner Rückblick ++++
Heute vor genau einem Jahr wurde meine Liebe zum VfB Stuttgart entfacht, was mir in jenen Tagen nicht so ganz klar gewesen sein mag. Am 18.08.2007 besuchte ich mit einem Kumpel das Auswärtsspiel des VfB in Berlin am 2. Spieltag der letzten Saison. Nachdem wir 1:0 in Führung gingen, während ich die Kamera auf den VfB-Gästeblock direkt vor mir richtete, fielen noch 3 Tore für Berlin. Die Enttäuschung war groß, aber es wurde schließlich dennoch der Verein meines Herzens. Und ein Jahr später kann ich getrost sagen: ich bin froh, dass es so gekommen ist.
Zum Artikel: Hertha BSC Berlin – VfB Stuttgart 3:1 – “Bittere Auswärtsklatsche in Berlin”
11.08.2008 um 19:48 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball, Live im Stadion, Vereinsspiele
Am gestrigen Tage habe ich feierlich meine 2. Saison in Angriff genommen. 1 Jahr ist vergangen, seit ich mein erstes Spiel gesehen habe, tolle Spiele, schlechte Spiele, aber immer mit 100% Leidenschaft dabei. Es wurde allerhöchste Zeit, dass es wieder los geht.

Die erste Station der neuen Saison 2008/2009 führte mich zur 1. Runde des DFB-Pokals in den hohen Norden nach Lüneburg, 55 Kilometer südöstlich von Hamburg. Gemeinsam mit meinem mittlerweile Stamm-Fahrer aus Grimma, der mir auf der Hinfahrt das “Du” angeboten hat (er ist immerhin auch nicht mehr der Jüngste) ging es Mittags los, das Wetter auf dem Weg dorthin verhieß schon nichts Gutes. Immer wieder regnete es, fast anderthalb Stunden ohne Unterlass. Den Wetterbericht kannte ich, hoffte nur inständig, das er nicht zu 100% zutrifft und uns zumindest für jene 90 Minuten – ich war optimistisch, das Spiel in 90 Minuten über die Bühne zu schaukeln – ein halbwegs gutes Wetter an jenem Sonntag Nachmittag bescheren würde.

Hochgradig nervös machte mich die Angst, zu spät anzukommen. Wohlwissend, das man mit Stehplatzkarten besser ganz früh im Stadion ist, kamen wir erst eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff im Stadion Wilschenbruch in Lüneburg an, wo sich mir ein befürchtetes Bild bot: die richtigen Stehplätze waren schon total überfüllt, auch die Tribüne bot nicht mehr wirklich etwas gutes, so stellte ich mich auf den Zwischengang der Tribüne, selbstverständlich im Gästeblock, der gut gefüllt war mit “Kollegen”: Weiß und Rot wohin das Auge reicht (inklusive einem guten Dutzend gesichteten Gomez-Trikots innerhalb der ersten 10 Minuten im Stadion).
Auf dem Platz machten sich die Mannschaften bereits warm, welches ich gespannt beobachtete, auch um zu prüfen, wie clever es war, mich dorthin zu stellen, wo ich letztenendes den Rest des Spieles stand. Zum Geburtstag im Juni bekam ich von meinen Kollegen ein selbst bedrucktes Gomez-Shirt geschenkt, welches ich zu diesem Spiel das erste Mal trug. Auch wenn es kein Original-Trikot war, ich freute mich riesig über das weiße Polo-Shirt mit VfB-Wappen vorne drauf und einem Rückenaufdruck bestehend aus dem heiligen Namen Gomez, dem Aufdruck Stuttgart und der Zahl 33, wie sie genau so auf dem Trikot der letzten Saison war (diese Saison sehen die Rückenaufdrucke etwas anders aus).

Der Blick nach oben konnte mir nicht mehr anbieten als einen stark bedeckten Himmel, die Temperaturen waren noch angemessen. Es wird keinen gestört haben, der im Stadion war, und das waren nicht wenige. Ein ausverkauftes Stadion wird Lüneburg schon lange nicht mehr erlebt haben – und ich bin sicher: das werden sie so schnell auch nicht wieder. Beherzt genoss ich die Mannschaftsaufstellung, die wie mir scheint nicht dafür vorgesehen war, dass die Gästefans die Nachnamen zurufen, der Stadionsprecher sprach aber so langsam, das uns ja quasi nichts anderes übrig blieb.

Endlich konnte es losgehen! Als die Mannschaften den Rasen betraten, brach ein kollektiver Jubel von allen Seiten, nicht zuletzt von der weiß-roten Wand aus. Hunderte von Luftballons in den Farben Blau, Rot und Weiß erhoben sich in den von dunkel werdenden Wolken empor. Mit steigendem Puls wartete ich auf den Anpfiff, der mein erstes DFB-Pokal-Spiel einläuten sollte.
Selbstverständlich verfolgte ich per Ticker die DFB-Pokalspiele am Vortag, als unter anderem Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach mit 9:3 und 8:1 siegten, demnach dürfte es bei uns ja nicht allzu lange dauern, bis ein Tor fällt. Und so war es dann auch – ich sah es ganz genau, auch wenn ich meinen Hals und meine Zehenspitzen dazu nach allen Regeln der Kunst verlängern musste. Auf der anderen Seite des Spielfelds köpfte Neuzugang Martin Lanig in einer flüssigen Bewegung nach einer Flanke von Neu-Kapitän Thomas Hitzlsperger zum 1:0 aus VfB-Sicht ein. So geht es gut los und kann, wenn es nach den Gästefans geht, die ganze Zeit so weitergehen.

Das Spiel wurde zum Selbstläufer, auch wenn Lüneburg schon so manche Chance hatte, was sich in lauter werdenen Applaus wiederspiegelte, der immer energischer wurde, je näher die Lüneburger in Richtung des sonst relativ arbeitslosen Neuzugangs Jens Lehmann kamen. Nach einer aus meiner Sicht ewig wirkender Pause von 15 torlosen Minuten zappelte der Ball in der 27. Minute wieder im Netz der Lüneburger, Roberto Hilbert traf.

Vom Hocker gerissen hat mich die 1. Halbzeit keinesfalls. 2:0 führen ist okay, ich glaubte auch nicht, das wir uns das wieder wegnehmen lassen konnten, aber eines oder vielmehr einer machte mir zusehendst Sorgen. Mein Mario vergab fast ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen. Böse Zungen sagten: War da nicht irgendwas mit Deutschland gegen Österreich? Doch was tut der treue Fan? Er glaubt an seine Spieler, an seine Mannschaft, die einem in die Wiege gelegt worden ist oder – wie in meinem Fall – man sie sich auserkoren hat, aus Gründen, die so oft hochgezogene Augenbrauen hervorgerufen haben und so oft ein Schmunzeln verursachten. Es ist nun dennoch MEINE Mannschaft. Und ich glaube. Und in diesem Moment glaube ich an weitere Tore, unter anderem von den bisher etwas unglücklichen Mario.
Ich wünschte mir eine gute, bessere 2. Halbzeit – und wurde belohnt. Während ich weiter meine Fotos schoss, was nun erheblich einfacher war, spielte der VfB ja nun schließlich auf das andere Tor genau vor meinen Augen. Clevere Spielzüge, kurze Pässe und gute Chancen, die zumeist lediglich an einer aufopferungsvoll kämpfenden Lüneburger Mannschaft scheiterten, kompensierten auch das Gefühl: “Wann fällt endlich das nächste Tor?”.

Das Warten und Hoffen lohnte sich. Eine Stunde hat es gedauert, bis der Ball den Weg von seinem Fuß endlich im Tornetz beendete: Mario markierte in der 57. und 78. Minute das 3:0 und 4:0. Balsam für seine geschundene Seele, ein dankbares Bonbon für die zahlreich mitgereisten Fans aus ganz Deutschland – und nicht zuletzt Grund für mein erneutes Dauergrinsen. Er kann es also doch noch, der Mario.

Gerne hätte ich noch mehr Tore gesehen, aber die Erkenntnisse aus dem Spiel genügen für einen beruhigten Start in die neue Bundesliga-Spielzeit, welche am kommenden Wochenende startet. Das letzte Tor fiel in der 83. Minute, es schienen nicht wenige davon auszugehen, dass es unser Serdar Tasci, der diesjährige Nationalmannschafts-Aspirant, erzielt hat. Auf meinen Fotos dokumentierte ich sein fröhliches Lachen, als er von Thomas Hitzlsperger und Manuel Fischer geherzt wurde. Es stellte sich allerdings als Eigentor heraus, der Lüneburger tippte den Ball unter Bedrängnis von einem nahezu an ihm klebenden Serdar Tasci über die Linie, womit auch der junge Lüneburger Keeper nicht gerechnet hatte. Ein Eigentor zum 5:0 wollte er sicherlich nicht über sich ergehen lassen.
Leider verschwand die Mannschaft nach dem prächtig gefeierten Schlusspfiff in der Kabine, ohne noch einmal zu den Fans zu kommen. Ich verzeihe es ihnen, denn sämtliche Lüneburger Zuschauer stürmten sofort das Spielfeld, ich befürchtete zunächst einen Tumult, etwas derartiges hatte ich bisher nämlich auch noch nicht erlebt. Gern hätte ich den Jungs noch einmal auf wieder gesehen gesagt. Nicht zuletzt wegen meinem im Kopf bereits durchgespielten Szenario, Mario am Zaun um ein Autogramm zu bitten, natürlich auf schon bereiteten Fotos von ihm. Vorbereitung ist alles.

Jonas, ein Bekannter und guter Freund aus dem Fußballforum, der die ganze Zeit auf einem der Stehplätze direkt rings um das Spielfeld äußerst sichtbehindert verharrte, kam nach dem Spiel zum Gästeblock gedackelt, wo ich ihn herzlich begrüßte. Viel Zeit zum Plaudern hatten wir nicht, ihm stand eine 7-stündige Autofahrt zurück nach Hause ins Schwabenland bevor. Und auch mein Fahrer, den ich nun offiziell duzen durfte, wollte langsam los. So war gerade noch Zeit für ein letztes Panoramafoto vom Stadion und auf ging es zu einer langen Autofahrt zurück nach Leipzig.
Meine Premiere im DFB-Pokal, ein positives wenn auch nicht überschwängliches Fazit. Es hätte auch anders kommen können, bin aber derart froh über die vielen Tore, über die Tatsache, das Mario wieder getroffen hat und ich mich nun wieder der Gewissheit hingeben kann: Ich bin komplett fußballverrückt. Welches Mädel fährt in ihrer zweiten Saison als Fan eines Vereins hunderte von Kilometern für ein Spiel, das man sowieso gewinnen musste. Antwort: eines, das für ihre Hobbies bis ans Ende der Welt gehen würde – denn Begeisterung ist alles.
11.08.2008 um 15:55 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein, Fussball
Mit einer wenig erfreulichen Verspätung von über 2 Wochen kommt nun ein kurzes Resümee zum Rinnecup 2008. Zum WAS? Rinnecup. Was ist das denn? Das Fußballforum meines Vertrauens, www.tooor.de, organisiert seit 2007 nun jedes Jahr in einer anderen Stadt ein Fußballturnier für die User des Forums. Letztes Jahr in Karlsruhe, dieses Jahr fand es in Rottenbach, einer kleinen Gemeinde in Thüringen statt. Ich nehme an, wir haben bis auf Lebenszeit Einreiseverbot.
Da es nun schon “länger” her ist und ich weder die Zeit, noch die Muße habe, über alles zu schreiben, versuche ich mich also kurz zu fassen: es hat riesig Spaß gemacht an jenem Wochenende vom 25. bis zum 27. Juli. Ich genoss es zusehendst, ein ganzes Wochenende mit alten und neuen Gesichtern zu verbringen, bei tollem Wetter, tollem Fußball und unglaublich großem Kino.
Mitgespielt in einem der 8 Teams mit illustren Namen wie “Mir sen die wo gwinne wellet”, “Holzhackerbuam” oder “Blue Boyz” leider nicht, jedoch ist das Interesse, mich nächstes Jahr mit hineinzustürzen, nahezu ins Unermessliche gestiegen. Ich habe nun ein gutes dreiviertel Jahr Zeit, diverse Ärzte und fachspezifische Orthopäden aufzusuchen – wenn die geschundene Achillessehne und die ausgeleierten Sprunggelenke das nicht mit machen, werde ich wieder – wie dieses Jahr – nur zuschauen und viele Fotos machen.
Meinen eigenen Rekord von 1000 Fotos an einem Tag habe ich bei weitem übertroffen. Dank der Serienbildfunktion an meiner mittlerweile auch schon in die Jahre gekommenen Digitalkamera machte diese unablässig Fotos, solange ich nur den Finger auf dem Auslöser hatte: Tick-tick-tick-tick, stundenlang. Wenn ich schon nicht mitspiele, kann ich mich ja wenigstens irgendwie anders nützlich machen? Meine Bestimmung fand ich an jenem Wochenende in der fotografischen Dokumentation, welche sehr umfangreich ausfiel, und das ist schon die Untertreibung des Jahrhunderts. Alleine am Samstag, an dem gespielt wurde, habe ich fast 4.000 Fotos gemacht – die Zahl stimmt, es wurden keine Nullen zu viel gesetzt. Summa Sumarum kam ich nach einer endlos scheinenden Auslese und Bearbeitung auf 210 Fotos – eine Ausschussrate, die zwar nicht gerade gering ist, aber aufgrund der Serienbildfunktion nicht weiter erstaunen sollte.

Eine Sache werde ich an diesem Wochenende ganz besonders in Erinnerung behalten: Freitag abend, nachdem sich alle auf dem Sportplatz in Rottenbach eingefunden haben, begann man, sich gegenseitig den Ball zuzukicken, was mit der Zeit immer mehr Schaulustige und Mitmacher anzog. Der kleine Vorplatz vor dem Vereinsheim des SV Rinnetal Rottenbach, die den Platz sonst benutzen, wurde schnell zu klein und man zog somit auf das Spielfeld hinterm Vereinsheim um. An sich nichts spektakuläres, bis auf 2 Dinge: 1. ich war plötzlich irgendwie mittendrin und 2. es war 3 Uhr nachts. Kurzerhand wurde ich ins Tor gestellt, versagte auf ganzer Linie und hatte demnach schnell keine Lust mehr, dennoch hielt ich mehr oder weniger tapfer durch und erstaunte Mit- und Gegenspieler zumindest mit Wahnsinnsabschlägen. Die einzige Stärke, die ich an eines Freitag Nachts auf nasser Wiese zu bieten hatte.
Der nächste Tag war ohnehin für die Spiele vorgesehen, welche fein säuberlich nach dem Spielplan ausgetragen wurde, den ich im Vorfeld grafisch gestaltet habe. Ich möchte nicht ausufern und jedes Spiel detailliert kommentieren, aber es hat Spaß gemacht, zuzusehen. Von absolut hilflos bis nahezu vertragstauglich war alles dabei, grinsend umkreiste ich das Spielfeld immer wieder und die Kamera machte Tick-tick-tick-tick-tick. Es hat sich gelohnt, tolle Schnappschüsse.
Auf den Sonntag, sei er auch der Tag des traurigen Abschieds gewesen, freute ich mich auch. Im Vorfeld des Cups hatte ich erneut eine T-Shirt-Aktion angekurbelt, ähnlich wie schon zur EM. Logo, Entwürfe, Organisation, das war mein Baby. Ein Gruppenfoto durfte natürlich nicht fehlen, mit der Shirt-Cheffin in der goldenen Mitte.
Ich wollte mich kurz halten, also endet an dieser Stelle mein Bericht leider schon. Aufs nächste Jahr freue ich mich selbstverständlich sehr, ob wieder Nebendarsteller oder gar diesmal Hauptdarsteller, es ist noch zu früh, da etwas zu sagen. Stattfinden wird das ganze in Trier am letzten Juli-Wochenende. An dieser Stelle ein Gruß an alle heiratswilligen und alten Menschen in meinem Bekanntenkreis: lasst euch bloß nicht einfallen, da zu heiraten oder euch beerdigen zu lassen.
Wer sich bis jetzt immer noch fragt, warum das ganze eigentlich “Rinnecup” heißt, dem sei gesagt: der Veranstalter des Turniers nennt sich im Forum “Rinnetaler”, benannt nach seinem Heimatort Rinnetal, wo wir das Turnier schließlich auch ausgetragen haben. Der nächste Cup wird “Gaustarcup” heißen – wer jetzt nicht begriffen hat, wieso, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.
08.08.2008 um 21:25 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Laaaange hats gedauert, bis ich meinen Allerwertesten zum Frisör bewegt habe. Endlich habe ich mich wieder durchgerungen, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Pferdeschwanz adé!
Pünktlich zur neuen Saison gibts ne neue Frisur. Ob ich das jetzt immer so mache? Irgendetwas muss man ja bekanntermaßen in der Sommerpause machen.
Es heißt zwar, das Frauen sich mit einem neuen Freund eine neue Frisur zulegen – für mich ist es eben die neue Bundesliga-Saison. Am Sonntag gehts los mit DFB-Pokal, genau eine Woche später Saisoneröffnung mit dem VfB, der in Gladbach ranmuss. Ich freue mich wahnsinnig! Über die neue Frisur oder auf die neue Saison? Nun, das lässt sich nicht genau sagen.
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