Was für ein Spiel! Wieder zurückerinnert an den Rumpelfußball des Spiels gegen Kroatien und der wenig erfreulichen Partie gegen Österreich folgte nach der Gala gegen Portugal wieder ein ganz schweres Spiel mit schweren Beinen. Ob das gut geht? Am Ende interessiert es jedoch keinen mehr. Deutschland steht im Finale und hat heute abend die große Chance, Europameister 2008 zu werden. Doch mal ganz langsam: was war das nur für ein packendes und spannendes Spiel? Ich spreche für viele, in dem ich sage: “Wir sind in den letzten 10 Minuten um 10 Jahre gealtert”.
Public Viewing auf der Gottschedstraße Leipzig
Wieder zog es mich auf die Gottschedstraße in der Leipziger Innenstadt, wo ich bereits das Spiel gegen Kroatien gesehen habe. Mit in Begleitung: mein Kumpel Alex und seine Freundin Rebecca. 3 Leute, von denen ich mit Abstand die allergrößte Fußballklatsche hatte. Mit Alex hatte ich 2 Jahre und 24 Stunden zuvor noch das Achtelfinale von Deutschland gegen Schweden bei der WM 2006 gesehen, auch da hatte er mir schon Glück gebracht.
Der Optimismus war groß, in deutschen Landen. So, wie es auch sein muss. Allerdings galt es, die Türken mit Respekt zu behandeln, denn in fast allen Spielen erzielten sie den Ausgleichs- oder Siegtreffer ganz zum Schluss, Last-Minute-Türken, wie es sie nur ein großes Turnier hervorbringen kann. Ich war mir sicher, das man noch nicht einmal durch ist, wenn man in der 85. Minute mit 4:0 vorne liegt.
Hymne
Das Spiel begann wenig erbaulich – wieder ein Rumpelfußball wie schon gegen die Kroaten. Kein Wunder, spielten die Türken doch mit dem System der Kroaten, wohlwissend, das dieses System uns sichtlich Probleme bereitet. Die Türkei ging wenig überraschend und auch verdient in Führung, durch ein Tor, was an Komik kaum zu überbieten war. Lattentreffer und danach durch die Unterhose von Lehmann. Schmerzhaft, dabei zuzusehen. So darf es nicht weiter gehen.
TOOOOOOOR!
Doch zum Glück haben wir ja unser Dreamteam, Poldi und Schweini. Fast eine perfekte Dublette zum 1. Tor gegen die Portugiesen kam die Vorarbeit von Poldi und Schweini vollendete unmittelbar vorm gegnerischen Tor – traumhaft. Wieder einmal haben unsere Jungs gezeigt, dass sie stets zurückkommen können, wenn sie den richtigen Willen haben und mit dem Kopf bei der Sache sind.
Ecke gibts!
Noch immer gefiel mir das Spiel von den Jungs nicht unbedingt, ich hoffte und betete, es würde letztenendes reichen und Gary Lineker würde Recht behalten. Gespannten Blickes verfolgten meine weit aufgerissenen Augen den Ball, wie er durch die Reihen der Türken wanderte – und was ist DAS? BILDAUSFALL! Kollektives Entsetzen auf der Gottschedstraße, so auch bei den meisten anderen Zuschauen auf der Welt. Eine Systemüberlastung ließ meines Wissens nach die Verbindung abbrechen, und da die meisten Sender die Bild- und Toninformationen über die Zentrale in Wien erhalten, hatten die meisten kein Bild gehabt. Währenddessen hielt uns Reporter Bela Rethy per Telefon auf dem Laufenden.
Endlich war dann auch das Bild wieder da, nach quälend langen 6 Minuten und 20 Sekunden, weiter Konzentration aufs Spiel, ich war ohnehin schon dem Herzkasper nahe, man schaltete das Fernsehbild des Schweizer Fernsehens (die ihre Sendeinfos nicht über Wien beziehen), dazu Telefonreportage von Bela Rethy. Das Ausgleichstor sollte nicht die einzige Kopie sein – auch Klose, der zum 2:1 kurz vor Schluss traf, traf beinahe exakt genauso, wie ebenfalls gegen die Portugiesen – was ist denn hier los?! Das Eigenartigste daran: Man hörte das Tor noch bevor man es sah – durch den Unterschied der Übertragungsgeschwindigkeiten war der Jubel durchs Telefon von unserem Reporter einige Sekunden eher da als der Moment, als Klose zum 2:1 köpfte. Völlig egal, wie eigenartig diese Situation war, wir liegen vorne. Doch wir kennen ja “unsere” Türken, haben erlebt, wie sie doch immer und immer wieder das Unmögliche schafften, 2:1 kurz vor Schluss hat nichts zu heißen – alle Sinne auf höchste Alarmbereitschaft.
SCHOCK! Bildausfall!
Danke an Uwe Schmoll von port01.com für die Fotos!
Als hätte man es geahnt. Wieder war der Ton eher da als das Bild: “Lehmann!!!! Durch die Unterhose!!!!!!!!”, ich wollte mich noch nicht dem Nervenzusammenbruch ergeben. Ich wollte es nicht glauben, bevor ich es sah. Als nach ein paar Sekunden auch auf dem Bildschirm der Ball an Lehmann vorbei ins Tor kullerte, blieb kurz mein Herz stehen. Das darf nicht wahr sein! Es war die 86. Minute und wieder steht es Unentschieden. In Strömen floss mir der Angstschweiß die Stirn und den Rücken herunter, so auch den Tausenden anderen, die mit mir den Nachmittag und Abend auf der Gottschedstraße verbrachten. Jedem, ausnahmslos jedem rutsche das Herz in die Hose. Wir kennen sie, “unsere” Türken.
Proteste über nicht gegebenen Elfmeter
Außenverteidiger und Flügelflitzer Philipp Lahm sah beim Ausgleich nicht gut aus und hat sich viel zu leicht austanzen lassen. Ein Fehler, der letztenendes mit dem Aus bestraft werden sollte? Wir haben die 90. Minute, 3 Minuten Nachspielzeit, unsere Jungs rannten um ihr Leben. Wohlwissend, das die Kraft nach einem so belastenden Spiel für eine ganze Verlängerung vielleicht nicht reichen würde. Alles oder nichts, alle für einen, einer für alle. 5 Euro ins Phrasenschwein, aber wenn nicht jetzt, wann dann? Im Mittelfeld ergatterte sich Philipp Lahm noch einmal den Ball, bestrebt, seinen Fehler vom 2:2 wieder gut zu machen. Nach einem Doppelpass mit Thomas Hitzlsperger sahen wir Deutschen das, was wir schon viel eher ohne diese Nervenbelastung gesehen hätten: Erneut zappelte der Ball hinter dem türkischen Keeper Rüstü im Netz. Ein letztes Aufbäumen war der Schuss in die deutsche Glückseligkeit. Ich hielt zu diesem Zeitpunkt selbstredend die Kamera in die Luft – dankbar für das, mir diesen Moment nun wieder und wieder und wieder anschauen zu können. Es war der Anfang eines unglaublichen Ausnahmezustandes.
Noch war die Nummer aber immer noch nicht gegessen, wir hatten noch 3 Minuten Nachspeielzeit zu überstehen. Was ist das? Ein Freistoß in aussichtsreicher Position – für die Türken! Herr Gott nochmal, jetzt baut bloß keinen Mist! Hinter mir unaufhörliche und markerschütternde “Lehmann, Lehmann, Lehmann!”-Sprechchöre, meine eine Hand hielt die Kamera in die Luft, die andere meinen vor lauter Schock weit aufgerissenen Mund zu, möglicherweise um zu verhindern, meine Kinnlade würde auf den mit Glasscherben und Abfall bedeckten Boden der Gottschedstraße fallen.
TOOOOOOOOOOOOOR!
Der Schlusspfiff des Schiedsrichters war eine Erlösung, wie man es sich kaum vorstellen kann. Dieses Mal haben wir den Spieß umgedreht. Dieses Mal haben wir ausnahmsweise türkisch gespielt. Das einzige, an das ich mich unmittelbar nach dem Schlusspfiff erinnerte, war ein unglaubliches Fahnenmeer, jubelnde, schreiende und hüpfende Leute, ich herzte und drückte Alex ganz doll, achtete nicht mehr auf meine Kamera, ich hielt sie einfach in der Hand, die Schlaufe fest ums Handgelenk gewickelte. Ich schrie all meine Freude heraus, all meine Abspannung löste sich in Windeseile, das Adrenalin schoss mir bis zum Hals. Während hinter mir der Moderator des Vorprogramms und der Halbzeitshow ins Publikum “Wir sind im FINAAAAALE!” brüllte, sah ich mir die ganzen Menschen auf der Gottschedstraße an. Ich kannte keinen von ihnen, und dennoch waren wir eine Einheit.
Ich wusste, dass ich am nächsten Morgen früh rausmüsse auf Arbeit, doch es war mir egal. Weiterhin erfreute ich mich an der guten Laune auf der Fanmeile, jubelte, tanzte und erfreute mich zusehendst an der Tatsache, ins Finale eingezogen zu sein. Mit einem wild pochenden Herzen, das an diesem Abend erneut nur für die Deutsche Nationalmannschaft schlug, schloss ich mich an eine der zahlreichen Riesenpolonäsen an, es muss von oben ausgesehen haben wie ein Ameisenhaufen. Erinnerungen wurden wach an 2006 beim Spiel um Platz 3, einst auf dem Augustusplatz in Leipzig. Doch hier und heute haben unsere Jungs neue Geschichte geschrieben.
TOOOOOOOOOOOOOOOR! Die Entscheidung!
Auch die schönste Party hat einmal ein Ende, und so liefen Alex, seine Freundin Rebecca und ich vorbei an laut hupenden Autokorsos vorbei zurück zum Hauptbahnhof, wo die beiden geparkt hatten. Vorm Hauptbahnhof lieferte sich mir ein Bild, was ich so auch noch nie gesehen hatte. Autokorsos auf der Straße kannte ich, feiernde Menschen am Straßenrand auch, aber meine Leser können sich nun sicherlich Eins und Eins zusammenzählen: Autokorsos UND feiernde Menschen AUF der Straße. Sowas hab ich noch nicht erlebt. Anfangs noch zurückhaltend, zog es mich auch schnell auf die Straße, wo ich weiter fotograferte und filmte. Ich hätte nicht gedacht, so etwas zu erleben: Ein Humba Humba direkt auf der Straße, fröhlich behupt von dutzenden Autos voll mit glücklichen Fans.
Alex und Rebecca wollten nach Hause, für mich ging die Nacht noch weiter. Ein wenig mit Sorge, letzten Endes dann aber doch vertrauensvoll, überließen sie mich meinem Schicksal, ich blieb allein am Hauptbahnhof, umarmte dutzende fremde junge Männer und erfreute mich meines Daseins in jener Nacht. Im Gedächtnis wird vor allem auch jener Dialog, als wir zu Dritt noch auf dem Weg zum Hauptbahnhof waren: Ich sagte zu Alex “Ich bin Himmel!”, worauf dieser “Ich bin im Arsch…” antwortete.
Die letzte Minute
Erst als der grün-weiße Partybus aufkreuzte und die Straße vorm Hauptbahnhof komplett absperrte, war es für mich an der Zeit zu gehen. Da die Bahnen gerade weg waren, ich auch kein Geld fürs Taxi ausgeben wollte und auch nicht so lange warten wollte, lief ich nach Hause, ununterbrochen mit dem Autofähnchen wedelnd, was jemand verloren hatte. Ich kam um 2 zu Hause an, im Bett war ich dann um 3, mit einem Dauergrinsen, das seinetgleichen sucht. Einschlafen konnte ich so schnell nicht – alles andere als förderlich, wenn man weiß, man müsse halb 7 bereits wieder aufstehen.
Nun stehen wir auf der Schwelle zum Titel. Heute Abend wissen wir mehr. Und egal, wie das Spiel ausgeht: Ich bin unglaublich stolz auf meine Jungs und werde morgen nach Berlin reisen, um die Jungs zu feiern. Beide Blogartikel kommen demnach Mitte bis Ende kommende Woche.
Feiern vorm Hauptbahnhof Für ein Humba Humba ist immer Zeit
Tage wie diese bleiben einem bis in alle Ewigkeit im Gedächtnis haften. Dafür Worte zu finden ist schwer, aber ich möchte es versuchen! Ich war dabei, beim 3:2-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale der EM 2008 gegen Portugal. Und was soll ich sagen? Ganz großes Kino!
St.-Jakob-Park in Basel
Inhalt:
2733 Kilometer in 6 Tagen
Warum trauen sich die Mädels nicht?
Die Welt ist ein Dorf. Und der Ticket-Point sowieso.
“Iss deinen Teller auf!” – Is(s)t da vielleicht doch was dran?
Das tooor.de-Fantreffen
Organisation vorm Stadion? Durchgefallen!
Ein Spiel, ein Traum, eine einzige Party.
Glücklich und zufrieden
Erschöpfung zwischen Gut und Böse
Mit dem Bus nach Basel
2733 Kilometer in 6 Tagen
Ehrlich gesagt hätte ich nach dem Spiel gegen Österreich (von der Pleite gegen Kroatien mal ganz zu schweigen) nicht daran gedacht, dass unsere Jungs tatsächlich die 500% Leistungssteigerung zeigen, die man für eine Mannschaft wie Portugal braucht, um diese schlagen zu können.
Aber gemach, gemach. Wo, wie, wann? Das Viertelfinalticket war das erste, was ich sicher hatte, dank des Fanclub Nationalmannschaft. Da es sich nur um eine Option handelte, musste das deutsche Team gegen Österreich gewinnen oder ein Unentschieden holen und schon stünde meiner Reise ins schweizerische Basel nichts mehr im Weg. Deutschland gewann mit 1:0 in Wien und ebnete meinen Weg zum Viertelfinale in Basel.
Mannschaftsaufstellung
An für sich wäre es leichter gewesen, von Wien direkt nach Basel zu fahren, leider ging das nicht ohne weiteres. Im Viertelfinalticket war eine Busfahrt mit drin, welche auch schon bezahlt war. Hieß also: Von Leipzig nach Wien, von Wien nach Leipzig, von Leipzig nach Basel und von Basel wieder zurück nach Leipzig. 2733 Kilometer in 6 Tagen – das klingt nicht nur anstrengend, das WAR auch anstrengend! Man muss es sich vorstellen: Durchquert man Deutschland in der Vertikale, also vom nördlichsten Punkt bis zum südlichsten Punkt, das ist trotzdem gerade mal die Hälfte der Strecke, die ich insgesamt zurückgelegt habe.
Wie schon die Reise nach Wien begann die Reise nicht direkt in Leipzig sondern dieses Mal in Zwickau, wo es am Abend zuvor noch ein leckeres All-You-Can-Eat-Barbecue gab und gemeinsam das letzte Gruppenspiel zwischen Russland und Schweden geschaut wurde. Ein Busshuttle brachte uns dorthin, zum Ärgernis der ca. 10 Leipziger im Bus, die nicht nachvollziehen konnten, warum wir nicht über die Autobahn sondern über Landstraßen nach Zwickau gefahren sind. Dennoch sind wir dann noch angekommen. Nach dem leckren Abendessen gings dann um Mitternacht endlich los, im Luxusreisebus, der sich dennoch im Laufe der Fahrt(en) als höchst unbequem herausstellen sollte.
Keine anderthalb Stunden hat es gedauert und ich nickte das erste Mal weg, wie noch einige Male in der Nacht. Ich erinnere mich nur noch, das ich etliche Male wieder aufgewacht bin weil es so unbequem war zum Schlafen, meinem Sitznachbarn war das scheinbar völlig gleichgültig. Mitten in der Nacht gabs nochmal ne halbe Stunde Pause, irgendwo unten in Bayern, ich weiß nicht genau, wo wir da gerade waren.
Etwa um 8 Uhr in der Frühe wachte ich wieder einmal auf, als der Bus zum Stehen kam. Der deutsch-schweizerische Grenzübergang. Endlich waren wir schon fast da. Ich ging von einer Kontrolle aus, Rico, unser zuständiger Fanbetreuer vom Fanclub Nationalmannschaft, kündigte ja bereits an, wir sollen unsere Personalausweise bereit halten. Aber da wurde nichts kontrolliert.
Hymne
Kaum waren wir durch den Grenze durch, hielten wir an und stiegen aus. Lecker Frühstück mit Toast, Würstchen, Kuchen und Kaffee. Na wenn das mal nichts ist? Ich ging aber erstmal duschen, darauf freute ich mich am meisten. Für 3,30 Euro inkl. 1 gratis Kaffee vom Mövenpick Restaurant war ich dabei.
Warum trauen sich die Mädels nicht?
Um 10 Uhr sollte erst der Ticket-Point auf der Messe in Basel aufmachen, wo die Voucher zu tauschen sind, aber was machen wir bis dahin? Es hatte sich bereits angekündigt: Torwandschießen. Ein paar der Jungs bauten eine zerlegbare Torwand auf und man versammelte sich daraufhin auf dem kleinen Parkplatz hinter der deutsch-schweizerischen Grenze. Ich ließ die Jungs erstmal machen, manche waren erschreckend schlecht, manche richtig gut.
Die Fünf vom Fanclub:
Markus, Marie, Ende, Mike & Ich
Weil sich kein Mädel traute, habe ich das Eis gebrochen und bin angetreten. Gott, ist das lange her, das ich das letzte Mal gegen einen Fußball getreten habe. Zwei Mal unten, zwei Mal oben. Die ersten beiden Schüsse waren nix, obwohl es unten doch leichter sein müsste als oben, dachte ich. Der 3. Schuss saß, ins obere linke Loch geschossen, das war jetzt schon mehr als so mancher Kerl getroffen hat. Der 4. Schuss ging wieder knapp daneben – was solls. Einmal getroffen ist besser als kein Mal getroffen. Ich dachte, ein paar der Mädels, etwa ein halbes Dutzend, versuchen sich auch mal, leider sollte ich die Einzige bleiben.
Der Gewinner wurde per Stechen zwischen 2 Kerlen ermittelt, von denen der eine, Mario, barfuß mit offenen Sandalen spielte. Wie er auch nur einen versenken konnte, werde ich wohl nie verstehen können, so oft ich mir die Bilder auch anschaue. Letztenendes gewann der mit dem festeren Schuhwerk, dessen Name ich leider nicht kenne und bekam als Belohnung ein riesiges Bierglas für Erdinger Weißbräu, eines, wie es der Deutscher Meister bei der Übergabe der Schale gereicht bekommt. Glückwunsch dem Sieger!
Die Welt ist ein Dorf. Und der Ticket-Point sowieso.
Nach dem Torwandschießen gings zur Messe in Basel, wo der Ticket-Point zu finden war. Wir hatten ja nur die Voucher, die Berechtigungskarten für ein Viertelfinale der jeweiligen Mannschaft, in unserem Falle war das eben Deutschland. Dort angekommen, eine Viertelstunde zu früh, ging dann erstmal die große Warterei los. Ziellos schweifte mein Blick über die Menge an Leuten, die schon vor Ort waren. Plötzlich blieb mein Blick an jemanden mit einem Tooor.de-Schal haften, wer das wohl sein mag? Ich und meine schlechten Augen.
Torjubel, der Erste
Nach etwa 10 Minuten des angestrengten Schauens entdeckte er mich endlich. Schnell stellte sich heraus, das es sich um meinen Kumpel Frank handelte, der mit dem mir ebenfalls bekannten Micha seine Voucher tauschen wollte. Da wurde sich erstmal begrüßt und geherzt, das tat gut. Ihm verdankte ich ja immerhin die Karte für Deutschland-Österreich, ich habe ihn ja am Montag schon beim Fantreffen gesehen. Die Welt ist eben dann doch irgendwie ein Dorf.
Gleich gehts los
Rico hatte es bereits angekündigt, wir parken mit unserem riesen Bus nicht in Stadionnähe sondern in gut 2 Kilometern Entfernung auf einem speziellen Busparkplatz, wo sich nach dem Spiel noch weitere Fanclub-Busse versammeln sollten, von denen wir die ersten waren. Leichter Unmut machte sich bei mir breit, bei einem absolut desaströsen, oder vielmehr quasi nicht vorhandenen Orienterungssinn befürchtete ich zu Recht, den Busparkplatz nach dem Spiel möglicherweise nicht wieder zu finden.
Kollektiver Jubel
“Iss deinen Teller auf!” – Is(s)t da vielleicht doch was dran?
Auf dem Weg in die Innenstadt schloss ich mich zufällig an eine Gruppe von Fanclub-Mitgliedern an, Marie, Markus, Ende und Mike, alles sehr nette Leute. Wir verbrachten die Zeit bis zum Nachmittag in der Baseler Innenstadt und gingen zum Mittagessen in die Innenstadt. Wenn ich gewusst hätte, das zu meinem Mittagsgericht, was ohnehin eine große Portion war, ein köstlicher Salat zuvor serviert wird, hätte ich das anders gemacht. Ich war so pappsatt, bevor der Teller leer war. “Wenn du nicht aufisst und wir verlieren, dann ist das deine Schuld!” bekam ich mit einem Schmunzeln zu Hören. Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und aß brav meinen Teller auf. Danach bummelten wir durch einen riesigen offiziellen Fanshop, dessen Preise jenseits von Gut und Böse waren.
Torjubel, der Zweite
Ich hatte nicht auf die Uhr gesehen, es müsste halb 3 gewesen sein, als ich meine Jungs von tooor.de in der Innenstadt wiedertraf. Beide Parteien lenkten ihre Aufmerksamkeit nur auf eine Sache: der große Partybus, der durch die Stadt fuhr, frei von jeglichen Sponsorenkennzeichnungen, mit lauter Musik und offen auf dem Dach, so dass man hochsteigen konnte. Kurz davor traf ich die Jungs, von den Fanclub-Leuten verabschiedete ich mich vorerst, man sollte sich ja sowies im Stadion wiedersehen. Mit meinen Leuten stieg ich dann hinauf auf den Bus, was auch überaus amüsant war, unten fotografierten die Tooorler, die unten geblieben sind.
Das tooor.de-Fantreffen
Endlich, ja ENDLICH wars dann auch soweit, das Fantreffen mit meinen Leuten von tooor.de! Da ich meine Jungs schon dabei hatte, die mich dahin führen, wurde es hinfällig, das ich mir unzählige Anfahrtsspläne ausgedruckt habe. Gut gelaunt gings zum vereinbarten Treffpunkt. Überall lächelnde, freundliche und viele bekannte Gesichter, endlich gehts wieder los.
Wieder mitten in der Choreographie!
Nach und nach trudelten immer mehr Tooorler ein, von denen ich sehr viele bereits getroffen habe, egal ob Anfang der Woche im schönen Wien oder auch schon vorher bei den anderen Länderspielen, bei denen ich war. Mehr als sonst hatte ich dieses Mal die Knipse in der Hand, fotografierte alle die mir vor die Linse kamen, es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.
Abschied nehmen war an diesem Tag besonders schwer, mit dem Wissen, nach dem Spiel nicht mehr zum Nachtreffen kommen zu können. So viele nette Leute waren da, ich habe keine weiteren Tickets für ein EM-Spiel, manche würde ich vielleicht eine Zeit lang erstmal nicht sehen. Die Verabschiedung geriet zur Herausforderung: Habe ich jemanden vergessen? Dann konnte es endlich losgehen. Mit einem kleinen Bisschen Trauer, Abschied nehmen tut eben doch weh.
So gehn die Deutschen!
An einem Tag wie diesen stimmte nicht nur das Spiel – das Fantreffen sowieso, aber das Fußballspielen auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle war durchaus amüsant. Einer hatte einen kleinen Mini-Fußball von einem Gewinnspiel dabei, den wir uns gegenseitig unter fleißiger Mithilfe von anderen Fans, die auch auf dem Weg zum Stadion waren, zukickten. Überaus lustig wars. Als es allerdings Überhand nahm, nahm ich den Ball in meine Obhut und trug ihn zum Stadion. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.
Organisation vorm Stadion? Durchgefallen!
Selten habe ich einen so unkoordinierten Haufen gesehen wie vor dem St.-Jakob-Park in Basel. Kaum ausgeschildert, ganze Straßenbahnlinien ausgesetzt, PKW-Verkehr gesperrt. Gott sei Dank hatten wir unseren Reiseleiter, Username Minkes, Realname? Keine Ahnung, hehe. Er führte uns schnell zum Stadion, kannte die Abkürzungen und wusste auch so bestens Bescheid.
Torjubel, der Dritte!
Wie bereits geschrieben hatte ich den kleinen Ball noch im Rucksack. Der wurde mir entgegen den Aussagen der ortsansässigen Experten an der Einlasskontrolle abgenommen. Schade, aber nachvollziehbar. Ich machte ja bereits in Wolfsburg eine unnötige Erfahrung mit der Security, von wegen Batterien als Wurfgeschosse. Postwendend wurde ich zum Fundbüro geführt, wo ich eine Nummer bekam und der Ball verschwand hinter der Theke des Fundbüros.
Schnell wieder zu den anderen, sofern ich sie noch finde. Jene waren ganz erschrocken, auf einmal war ich weg. Glücklicherweise fand ich sie wieder, schon konnte es weitergehen. Das Anstehen in der Schlange am Eingang wurde zur krassen Belastungsprobe für meine angekratzten Nerven. Alle paar Minuten fragte ich: “Wie spät?”, ich möchte mich an der Stelle bei Tina entschuldigen, die das ganze so geduldig ertragen hat.
Riesen Torjubel mit Riesentrikot
Drinnen ging kaum etwas voran, es nervte mich ungemein. Schon bald sollte sich zeigen, was der Grund für den quasi nicht vorhandenen Fluss der Leute ins Stadion war: 2 große Wagen mit Altflaschen, die ausgerechnet jetzt durch die Menge gezogen werden mussten. Fantastisch!
Auch von letzten Begleitern musste ich mich verabschieden, unter anderem auch von einem, mit dem ich in Sachen Vereinsfußball eher keine Worte wechsele: Ein Karlsruhe-Fan und ein Stuttgart-Fan haben sich naturgemäß nicht besonders viel zu sagen, doch an diesem Tag waren wie Verbündete: Keine Vereinsmeierei, nur unsre, die deutsche Nationalmannschaft! Alles, was zählt.
So gehn die Portugiesen…
Ein Spiel, ein Traum, eine einzige Party.
Lange habe ich jetzt um den heißen Brei herumgeredet. Bald sollte es losgehen mit dem Spiel, nur noch wenige Minuten. Mein Sitzplatz stellte sich als ein wenig sichtbehindert heraus, was mich zunächst ein wenig störte, aber im Laufe des Abends noch völlig zur Nebensache werden sollte.
Viel zum Spiel bleibt nicht zu sagen, außer, das es ein absoluter Traum war, den ich genossen habe, wie kaum ein anderes Spiel jemals zuvor. Alle Hoffnungen, die ich in diesen Tag gesetzt hatte, wurden über alle Maßen übererfüllt, auf eine Weise, die ich zu beschreiben kaum im Stande bin.
Jeder Ballkontakt Szenenapplaus
Wer im Stadion war, musste sich die Augen reiben: war das wirklich die Nationalmannschaft, die wir gegen Kroatien und Österreich gesehen haben? Einfache Antwort: Körperlich ja. Aber mit einem unglaublichen Feuer und einem Teamgeist, den wir in den letzten Spielen haben vermissen lassen. Als geschlossene Mannschaftsleistung verdiente sich das deutsche Team dem sensationellen 3:2-Erfolg gegen die favorisierten Portugiesen.
Und weils so schön ist, gleich nochmal
Schon in den ersten Minuten legten unsere Jungs los wie die Feuer, eine Abwehr wie ein Bollwerk, ein pfeilschnelles Mittelfeld und (Flügel)Stürmer in bester Laune. Weiter so, Jungs, dann wird die Nummer hier gut enden. Und wie sie enden sollte! In der 22. Minute, ich hantierte permanent mit meiner Kamera herum, traf Schweini mit einem schnellen und traumhaften Tor zum 1:0, wie üblich, muss ich fast schon sagen, lief die Videoaufnahme der Kamera. Es geht doch nichts über einen Torriecher, gell Schweini?
Bei einer gegnerischen Mannschaft dieser Klasse hätte ich normalerweise an Panik und Nervosität zerbrechen müssen, aber dem war nicht so. Der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo hatte kaum sehenswerte Aktionen, stattdessen immer wieder die Deutschen! Und ich dachte vor dem Spiel, es würde genau anders herum laufen. Das Beste gehofft, das Schlimmste erwartet. Ich wurde aufs Positivste überrascht von einer wahnsinnig käpferischen Mannschaft, wie ich sie in den letzten 2 Jahren kennen und ja, wirklich lieben gelernt habe.
Jungs, das habt ihr gut gemacht!
Nur wenige Minuten später erhob sich der deutsche Block, schon die ganze Zeit “Heimspiel in Basel, wir haben ein Heimspiel in Basel” singend, erneut von den Sitzen: Miroslav Klose schenkte uns das 2:0! Der Großteil der Zuschauer, überwiegend deutsche Fans wurde zu einem weiß-schwarz-rot-goldenem Jubelhaufen, wo jeder Jeden umarmte, herzte und nach Belieben knuddelte. Völlig egal, aus welcher Ecke man kommt, Hamburger feierten mit Bremern, Stuttgarter mit Karlsruhern, Dortmunder mit Gelsenkirchenern, die Freude kannte keine Grenzen.
Im weiteren Spielverlauf das gewohnte Bild wie schon in den ersten Minuten: Portugal unterirdisch, Deutschland am Drücker, unentwegte Jubelgesänge von den Rängen, und ich mittendrin, sichtbehindert oder nicht war nun egal geworden. Der Schiri pfiff zur Halbzeitpause, jetzt muss ich mich erstmal kurz setzen. Keine 2 Minuten später sprang ich auf und tippelte ein paar Treppenstufen nach unten und suchte Reiseleiter “Ich weiß wie es zum Stadion geht, folgt mir!” Minkes und zeigte ihm begeistert zu allererst die Videos der beiden Tore. Ja, auch das zweite hatte ich zufällig aufgenommen. Und nein, ich lass die Digitalkamera nicht komplett durchlaufen. Portugal hatte mittlerweile den 2:1-Anschlusstreffer erzielt, aber wen interessierte das bei der Leistung des deutschen Teams? Ich war noch entspannt.
Ihr könnt nach Hause fahrn!
In der 2. Halbzeit gings wieder ordentlich los, in der 60. Minute wurde der alte Torabstand wiederhergestellt. Da die Deutschen in der 2. Halbzeit auf das Tor auf meiner Seite spielten, sah ich natürlich richtig gut. Freistöße gehören neuerdings zu unserer Spezialität (ich sag nur Serbien und Österreich), die Kamera lief wieder mit, man kann ja nie wissen. Ich sah gerade noch, wie der Ball das Netz ausbeulte, sehr viel habe ich danach nicht mitbekommen. Überall Jubel, wie in einem Märchen. Ich sah noch gerade so, dass Michael Ballack, der nach dem Freistoß von Schweini per Kopfball zum 3:1 traf, an die Bande kam und uns mit offenen Armen seine Siegerfaust zeigte. Neben mir wurde im deutschen Block erneut das Riesentrikot ausgerollt.
Das sollte uns keiner mehr nehmen – oder etwa doch? Kurz vor Schluss gelang den Portugiesen doch noch der Anschlusstreffer zum 3:2, die pure Freude, die sich über das ganze Spiel kontinuierlich gesteigert hatte, schlug in den letzten Minuten in Nervosität um. Den Deutschen trieb es jedenfalls jegliche Farbe aus dem Gesicht. Gelänge Portugal noch ein Tor, ginge es in die Verlängerung, was anhand des ständigen Powerplays unserer Jungs möglicherweise gefährlich geworden wäre. Kommt schon, Jungs, jetzt müsst ihr aufpassen.
So geht der Ronaldo…
So gehn die Deutschen!
Der 4. Offizielle machte uns das Leben auch nicht unbedingt leichter – 4 Minuten Nachspielzeit, diese ohne ein weiteres Gegentor überstehen, dann war der Weg frei in die deutsche Glückseligkeit an jenem Donnerstag Abend. Innerlich zählte ich die Zeit herunter, über mir hing ein kleiner Fernseher, auf den ich gute Sicht hatte (im Vergleich zur richtigen Stadionleinwand, wenn man gerade ordnungsgemäß steht und ordentlich supportet). Komm schon, Schiri, pfeif endlich ab. Gebete auf beiden Seite.
Die letzte Minute
Er wurde von einem tosenden Jubelgeschrei von sämtlichen Seiten erstickt, der Schlusspfiff des Schiedsrichters. Alle Anspannung der letzten 10 Minuten entlud sich in einem kollektiven Jubel, wohin man auch schaute, überall sah man glückliche Menschen, dankbar für das, was sie nun gesehen haben, voller Hoffnung und vor allem brennender Zuversicht, mit so einer Leistung auf alle Fälle Europameister werden zu können. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Ordnungsgemäß wurde die Mannschaft mit mehreren Wellen verabschiedet, ein Humba Humba Tätärätätätääää durfte natürlich auch nicht fehlen. Poldi, der nicht nur das 1:0 durch Schweini traumhaft vorbereitet hat, sondern eine sensationelle Leistung an diesem Abend ablieferte, machte den Showmaster vorm begeisterten Publikum. Gebt mir ein H – wie Helden. Gebt mir ein U – wie Unglaublich. Gebt mir ein M – wie Meisterlich. Gebt mir ein B – wie Begeisternd. Und gebt mir ein A – wie Alles ist möglich, der Funke sprang allerspätestens jetzt zwischen Mannschaft und Fans über.
Eine tolle Begegnung der verschwommenen Art
Glücklich und zufrieden
Viel Zeit blieb nicht, zum Nachtreffen der Tooorler hätte ich es ohnehin nicht mehr geschafft, ich schaffte es letztenendes noch nicht einmal zurück zum Fundbüro, wo ich den kleinen Mini-Fußball abgeben musste. Marie und Markus vom Fanclub sah ich ja im Stadion wieder, sie hatten Tickets in der Reihe vor mir. Gemeinsam gingen wir wieder nach draußen, wo sich ein unglaubliches Bild von feiernden und begeisterten Fans bot, schnell zum Bus zurück war die klare Aussage unseres Fanbetreuers Rico.
Meine Befürchtung, alleine nicht zum Bus zurück zu finden, wurde nun hinfällig, ich schloss mich erneut meinen neuen Bekanntschaften an. Nach 2 “Wie müssen wir nochmal fahren/laufen”-Telefonaten waren wir auf dem richtigen Weg und fanden den Bus, zu dem sich noch etliche andere Busse gesellt hatten, wieder. Es war ja nicht so, als hätte ich Rico nicht vorgewarnt. “Ich habe keinen Orientierungssinn” ignorierte er gekonnt mit einem charmanten Lächeln. Ich hatte es ihm gesagt.
Humba, Humba, Tätärääää!
Erschöpfung zwischen Gut und Böse
Die lange Woche mit 2 Spielen, 2 Nachtfahrten und vielen absolvierten Kilometern forderte nun ihren Tribut. Keine halbe Stunde, nachdem wir mit dem Bus gen Heimat aufgebrochen sind, nickte ich weg. Erst über 2 Stunden später wachte ich wieder auf, mit einem steifen Nacken und einem schmerzenden Rücken, dass es echt nicht mehr feierlich war. Den Rest der Fahrt ging es so weiter: Schlafen, Aufwachen, Schmerzen, Schlafen, Aufwachen, Schmerzen und so weiter, die ganze Nacht lang bis in die frühen Morgenstunden.
Früh morgens kamen wir am Hermsdorfer Kreuz an, wo ich in den Shuttlebus nach Leipzig, zusammen mit dem Rest der Leipziger Connection, umsteigen musste. Schnell wurden noch Nummern getauscht zwischen der überaus freundlichen Marie und mir, man wolle natürlich in Kontakt bleiben. Gern hätte ich mich insbesondere von Rico verabschiedet, ohne den ich vermutlich nicht dieses einmalige Spiel erlebt hätte, doch man hatte es eilig und so begab man sich im Minibus auf den Weg nach Leipzig. Wieder mit Busfahrerin Marion, die uns auf der Hinfahrt höchst eigenwillig über Landstraßen nach Zwickau kutschierte.
Das Beste nochmal zum Schluss
In Leipzig angekommen verabschiedete man sich mehr oder weniger umfangreich, ich machte es kurz, im Gegensatz zu den anderen kannte man sich ja untereinander (noch) nicht wirklich. Wieder daheim, mit hunderten Fotos und Videos im Gepäck, war ich dankbar für die erste Dusche und freute mich auf mein Bett, welches allerdings noch warten sollte. Zuerst die Bilder und Videos von den 3 Speicherkarten übertragen, die ich verbraten habe, erst dann wird geschlafen. Wenn auch nicht für lange. 2 Stunden – dann gings los mit dem ersten Blogartikel zum Spiel gegen Österreich.
Es wird wohl einige Zeit dauern, bis ich wieder so eine anstrengende Tour unternehme. Was übrig bleibt: Alles. Alles wird hängen bleiben, die Stimmung, die Leute vom Fantreffen und vom Fanclub und selbstredend die Gewissheit, das man großes Kino erlebt hat.
21.06.2008 um 17:21 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Im Rahmen des letzten EM-Vorrundenspiels gegen Österreich verbrachte ich am vergangenen Wochenende einige Tage im schönen Wien. Hier nun einige Worte und Bilder zum Aufenthalt in dieser wirklich traumhaften Stadt an der Donau.
Österreich zeigt Nationalstolz!
Meine Reise begann schon an meinem 22. Geburtstag – am Samstag brach ich bereits nach Dresden auf, wo meine Anschluss-Mitfahrgelegenheit nach Wien fahren sollte, direkte Verbindungen gab es leider nicht. So konnten noch in aller Ruhe Geschenke eingeheimst werden, abends gings los nach Dresden. In Dresden angekommen musste erstmal ein Abendessen her, das hatte ich in der Eile der Vorbereitungen nicht mehr geschafft. McDonalds reicht ja schließlich auch, wenns drauf ankommt.
Es ist schon erstaunlich,was für Gestalten nachts im Bahnhof Dresden-Neustadt zu finden sind – schnell weg hier, war mein Gedanke. Mit leichter Verspätung sammelte mich meine Mitfahrgelegenheit dann auch ein und schon gings los zu meiner ersten Nachtfahrt. Einer der anderen 2 Mitfahrer zeigte sich äußerst erstaunt über die Tatsache, das ich ein Ticket habe und wie neidisch er sei. Da kam dann auch das martialische Gen in mir zum Vorschein. Selbstverständlich total “unabsichtlich” plauderte ich heraus, ich würde im Falle eines Erfolges in Wien nur wenige Tage später nach Basel reisen zum Viertelfinale. Der war vielleicht baff!
Immer wieder nickte ich während der Fahrt weg, auf dem Weg quer durch Tschechien war es selbstredend schwer, zu schlafen. Zwischen 3 und 4 Uhr nachts etwa, ich weiß es nicht mehr genau, wurde ich durch ein lautes “Ach du Scheisse!” und eine Vollbremsung geweckt – da schießt dir das Adrenalin bis zum Hals! Grund für die Aufregung war ein Unfall eines anderen Fahrzeuges, mitten auf der Autobahn in Tschechien war eine Unfallstelle nur unzureichend gesichert und wir wären fast ungebremst hineingefahren, wenn wir nicht rechtzeitig den Polizisten entdeckt hätten, der uns dann langsam an der Unfallstelle vorbeilenkte. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigte uns ein Auto mit Komplettschaden – es wird jedenfalls nie wieder fahren können. Ob sich jemand verletzt hat? Dann entdeckten wir 2 weitere Polizisten, die einen Mann in der Mitte stützten, der noch bei Bewusstsein war – sein Hemd war blutverschmiert. Was mag passiert sein? Am Steuer eingeschlafen? Kontrolle über das Fahrzeug verloren? Ich weiß es nicht – ein Schock war es allemal.
An den Versuch, weiterzuschlafen war ohnehin erst einmal nicht zu denken. Eine halbe Stunde später machten wir kurz Halt an einer Tankstelle, wo ich mir derart den Arsch abgefroren habe, das es echt nicht mehr feierlich war. Irgendwann erlag ich dann doch der Müdigkeit und nickte wieder ein – aufgewacht bin ich erst wieder auf österreichischem Boden, als wir bereits am Stadtrand von Wien angekommen waren.
An einem McDrive wurde ich schließlich rausgeworfen und wartete nun auf Nici, die mich hier abholen sollte. Das könnte aber noch eine Weile dauern, das sagte sie mir ja gleich. Alles kein Thema – holte ich mir eben einen Cappuchino und setzte mich in eine ruhige Ecke um mein neues Buch “Fever Pitch” zu lesen, was ich zum Geburtstag bekommen hatte.
Donaukanal
Doch dann passierte etwas, was ich nicht einkalkuliert hatte: der McDonalds schloss dann wieder, keine halbe Stunde nachdem ich eingetroffen war. Bis Nici eintrudeln sollte, das hätte durchaus noch dauern können, ich wusste nich, wo ich hin sollte, und nun schloss mein warmes Quartier. Angearscht, dachte ich mir, und stellte mich vor den McDonalds. Nach einer kleinen Ewigkeit wurde ich von Nici endlich eingesammelt, umarmte sie herzlich zur Begrüßung. Auf diesen Moment haben wir beide lange warten müssen – wir kennen uns schon seit Frühjahr 2004 und hatten uns bis zu diesem Tag noch nie getroffen gehabt.
Dann gings auch schon los zu ihrer Wohnung, wo ich 2 Mal nächtigen durfte. Dort angekommen gabs erstmal ein kleines Frühstück und dann haute ich mich gleich aufs Ohr, wenn auch nur für 2 Stunden. Der Zeitplan war eng gestrickt, also gingen wir Mittags in der Wiener Innenstadt lecker essen, fantastisch wars. Nici musste dann für einige Stunden auf Arbeit und überließ mich mit einem Stadtplan in der Innenstadt meinem Schicksal – ich hatte es ja nicht anders gewollt. Neugierig wanderte ich durch die Fußgängerzonen, schnarchte in einige Läden, die am Sonntag verkaufsoffen hatten und machte – natürlich – viele Fotos.
Noch war genug Zeit, an die Donau wollte ich während meines Wien-Aufenthalts ohnehin mal – also einfach in die U-Bahn rein bis zur Donauinsel, wo mich, ja wie soll ich sagen, eine Art Strandboulevard empfing. Trampoline für die Kids (8 Minuten für 2 Euro), viel Platz zum Chillen und vieeeeele Bars und Restaurants, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei war: jamaikanisch, italienisch, spanisch, japanisch, alles war da. Ich begnügte mich mit dem Wasser aus meinem Rucksack.
Auch hier gibts Straßenmusikanten
Abends sammelte mich dann auch Nici ein und wir schauten am Abend noch das Spiel Tschechien gegen die Türkei im Fernsehen auf einem geilen Großbild-Flat-TV, kleine Entschädigung, das ich nicht mehr die Kraft hatte, die Fanzone in Wien aufzusuchen, wo ich das Spiel ursprünglich sehen wollte. Im Nachhinein betrachtet war es gut, das ich nicht in der Fanzone war: die Tschechien führten 2:0, verloren am Ende aber dann doch noch mit 2:3 – und waren somit aus dem Turnier ausgeschieden im letzten Gruppenspiel. Ein Spiel, reich an Torchancen, Dramatik und Fassunslosigkeit, was den Tschechen zu schaffen machen wird, auch noch lange nach der EM. Unter dem türkischen Hupkonzert, was man auch bis in den Wiener Randbezirk vernehmen konnte, siegte erneut die Müdigkeit.
Bis 10 schlafen fetzt, bis halb 11 schlafen fetzt viel – so die Devise, des Montag morgens, bzw. Mittags. Nicis Mom machte uns dann leckres Mittagessen, dann gings schon wieder los, noch ein wenig in der Stadt rumschauen, wir brauchten noch dringend Fanausrüstung für Nici. Auch sie bemerkte den Ruck, der durchs Land ging, als ein mögliches 2. Cordoba in aller Munde war und die Österreicher sich plötzlich zu Großem berufen fanden – was Nici dazu veranlasste, sich mit Schminke, Fahne und Hawaiikette auszurüsten. Mir solls recht sein!
Bei mir stieg scheinbar minütlich die konzentrierte Anspannung, die mir auch klar anzusehen war, auch noch beim Fantreffen später direkt vorm Spiel. Am frühen Nachmittag traf ich dann schon Steffen, einen von “meinen Jungs” vom Forum tooor.de. Noch einige Zeit verging, dann war es auch an der Zeit, den Treffpunkt fürs Treffen aufzusuchen. Glücklicherweise begegnete ich auf dem Weg dorthin 2 weiteren Tooorlern, mit denen ich dann dort hin lief. Von Nici verabschiedete ich mich vorerst, man sollte sich des Nachts wiedersehen.
Es hatte sich ja angedeutet: einer von beiden würde vermutlich unter Tränen leiden. Glücklicherweise waren das nicht die Deutschen, wir siegten mit 1:0 nach einer sonst eher mäßigen Vorstellung. Nachts holte mich dann auch wie vereinbart die Nici von der U-Bahn-Station ab. Dann gings auch schon schlafen, zum lange Trödeln war keine Zeit, halb 8 in der Früh mussten wir schon wieder aufstehen.
Selten war ich noch so kaputt von den Strapazen eines langen Tages mit nur wenig Schlaf, aber aus dem Bett pellen muss man sich ja letztenendes doch. Nicht zuletzt sorgte Nici selbst für den Schock am Montag morgen, indem sie beim Griff zum Wecker statt des Lautstärkereglers ihr volles Wasserglas auf dem Nachtschrank erwischt hatte. Gottseidank passierte nicht mehr als ein bisschen nasser Teppich und die Tapete hat auch ein bisschen was abgekommen.
Donauinsel
Schnell fertiggemacht, dann musste Nici zur Uni und nahm mich dorthin mit. “Geht das denn?”, meine Bedenken bei diesem Vorhaben waren groß. Aber ich kam tatsächlich mit in den Hörsaal und hörte mir eine Vorlesung in Regie- und Schauspielkunst an, wo 2 Referate gehalten wurden. Niemand fragte mich, wer ich sei und was ich hier mache – Glück gehabt. Danach gings wieder lecker Mittagessen und ein letztes Mal durch die Stadt spazieren.
Am frühen Nachmittag fuhr dann leider auch schon die Mitfahrgelegenheit, wir hatten zu meiner großen Trauer keine Zeit mehr, das Riesenrad am Prater auszuprobieren, wirklich schade! Aber unterm Strich ein überaus schöner und bereichernder Besuch in Wien.
Mit der Mitfahrgelegenheit ging es dann wieder zurück nach Dresden, anderer Fahrer, gleiche Strecke wie schon zur Hinfahrt, nur diesmal als Fahrt tagsüber. Die Müdigkeit ließ erneut meine Augen immer wieder zufallen, etwa halb 9 kamen wir dann in Dresden-Neustadt an, wo ich als erstes das nächste Cafe aufsuchte: Das letzte Gruppenspiel der Gruppe C, Italien gegen Frankreich. Es kann nur einen geben: Wer gewinnt, kommt ins Viertelfinale.
Dort lernte ich dann auch ein paar nette Leute kennen, die sich begeistert zeigten von meiner engagierten Wien-Tour und dem kommenden Vorhaben in Richtung Basel. Zu Ende konnte ich das Spiel, was die Italiener letztenendes mit 2:0 gewannen, zu Ende sehen. Die Anschluss-Mitfahrgelegenheit brachte mich zurück nach Leipzig, spät Nachts kam ich dann endlich an, die Straßenbahnen gerade weg, also mit dem Taxi heim.
Zufrieden und glücklich sank ich nach der ersehnten Dusche dann auch endlich ins Bett – auf zum Viertelfinale. Wenn auch mit einigen Bedenken.
Eigentlich war es doch kein Thema mehr, nach dem Spiel gegen Polen. Gruppenerster oder Gruppenzweiter, die Deutschen wähnten sich weiter. Dann der Rückschlag gegen Kroatien, der Rückfall zum Rumpelfußball, Enttäuschung bei Spielern, Experten und natürlich bei den Fans. So wurde das Spiel gegen Österreich unfreiwillig zum Endspiel.
Jetzt wirds ernst: “Endspiel” im Ernst-Happel-Stadion Wien
Erinnerungen werden wach an den Sommer 1978, vor genau 30 Jahren bei der WM in Argentinien. Österreich war im letzten Gruppenspiel bereits ausgeschieden, Deutschland spielte in der Spielstadt Cordoba noch ums Weiterkommen ins Viertelfinale, brauchte dazu aber mindestens ein Unentschieden. Was geschah? Der Österreicher Hans Krankl schoss kurz vor Schluss das grausam bittere 3:2 für Österreich und kegelte damit Deutschland vorzeitig aus dem Turnier. Auch wenn ich da noch nicht einmal geplant war, Cordoba war in jenen Tagen vor dem Spiel am vergangenen Montag allgegenwärtig. Deutschland braucht mindestens ein Unentschieden gegen Österreich. Wieder das letzte Gruppenspiel vorm möglichen Viertelfinale. Die Nervosität auf beiden Seiten war deutschlich zu spüren.
Sicher aufgehoben fühlte ich mich lediglich in der Gewissheit, das Deutschland in der Regel keine 2 Spiele hintereinander verliert. Mein Optimismus war trotz der schlechten Vorzeichen schier grenzenlos, die Vorfreude sehr groß und so fuhr ich schon am Samstag nach Wien, um dort am darauffolgenden Montag das Spiel zu sehen, in dem Stadion, wo Deutschland nach Möglichkeit 2 Mal spielen sollte. Die Geschichte von meinem Aufenthalt in Wien wird an anderer Stelle erzählt, hier weiterlesen.
Mannschaftsaufstellung
Meine Vorfreude sollte allerdings nicht ungetrübt bleiben, das große Fantreffen mit meinen Leuten von tooor.de stand um 16 Uhr an und man konnte mir die nervöse Anspannung definitiv ansehen – zumindest meinten das alle, die mir mit einem Klopfen auf die Schulter Mut zusprachen und mein Nervenkostüm zusammenhalten wollten. Es war hilfreich, ich genoss die Stunden mit den Jungs und Mädels vom Forum, viele altbekannte Gesichter, sehr viele neue Leute, ich war aufs Positivste vom Fantreffen erstaunt.
Rechtzeitig zogen wir (die 2 Tooorler mit denen ich zusammensitzen sollte und ich) los zum Stadion, jeder Schritt wurde hierbei von hunderten, unzähligen Fußbalfans begleitet, die es uns gleichtaten. Ein Großteil Deutsche, nur wenige Österreicher mischten sich unter das illustre Publikum, welches teilweise kreativ geschminkt und gekleidet war. Fahnen wurden auch ausgeteilt, hier und da ein bisschen Häme von den Ösis, aber 30 Jahre nach Cordoba und wieder vor einem so wichtigen Spiel muss man das einfach mit einem Schmunzeln hinnehmen.
Danke Frank für das Ticket! :D
Das Stadion selbst war recht gut ausgeschildert und wir fanden schnell zu unserem Eingang, in den wir reinmussten. Mein Kumpel Frank, von dem ich das Ticket hatte, hat Wort gehalten: Deutschlandblock, gute Sicht. Und er hatte nicht gelogen. Wir 3 machten es uns gemütlich, recht bald ging es dann auch los mit dem Vorprogramm, Einlaufen der Mannschaften und die Hymnen ließen nicht lange auf sich warten.
Nachdem ich wieder die Hymne aus ganzem Leibe mitgesungen habe, rollte der Ball endlich. Ernüchterung machte sich recht schnell breit. Deutschland zwar offensichtlich überlegen, aber vorne zu harmlos und hinten immernoch recht wackelig. So sieht keine gelungene Rehabilitierung nach einer enttäuschenden Niederlage aus, dachte ich mir. Das Spiel selbst war eher von der schlechten Sorte. Unruhe machte sich breit im Deutschlandblock, was aber schnell und gut mit einer prima Stimmung überspielt wurde, unablässige Fangesänge, Sprechchöre und Klatschen peitschten unsere Mannschaft nach vorn.
Laoooolaaaaaaaaaa
Was soll ich sagen? Es liegt mir einfach im Blut. Die Digitalkamera, die ich bei Spielen nahezu unablässig eingeschaltet in der Hand halte, sollte auch dieses mal wieder gute Dienste leisten, nachdem sie schon in der 1. Halbzeit, in der Halbzeitpause sowie zu Beginn der 2. Halbzeit gute Dienste geleistet hatte. Aber es liegt mir eben einfach im Blut. Ein Freistoß aus aussichtsreicher Position. Ballack hats drauf, das hat er gegen Serbien bewiesen mit einem Hammerfreistoß ins kurze Eck. Also einfach mal draufhalten.
In einem schier endlos wirkenden Jubelschrei vergaß ich die eingeschaltete Kamera für einen Moment und war nur noch damit beschäftigt, meine 2 Mitzuschauer zu herzen und zu drücken, der gesamte Deutschlandblock, wohl eher Deutschlandkurve, glich einem schwarz-rot-gelben Fahnenmeer, voll mit lachenden und fröhlichen Menschen, die nun endlich eine handfeste Vorstellung des Viertelfinals hatten.
Ungefähr hier war ich bei der Choreographie!
Danke an Christian für das Foto!
Aber noch war es nicht soweit. Noch lagen quälend lange 40 Minuten vor uns, in denen noch so viel passieren kann. Der Fußball kann unglaubliche und verrückte Geschichten schreiben, nicht vorhergesehene Szenarien können sich plötzlich auf dem Platz abspielen und der Traum, den man eben noch geträumt hatte, zerplatzt wie eine Seifenblase
Nationalhymne
Der Anfeuerungsrufe des fantastischen Publikums sei Dank passierte dann aber tatsächlich nichts mehr. Auf beiden Seiten vergebene Chancen, Österreich dem Ausgleich gegen Ende des Spiels näher als Deutschland der ausgebauten Führung. Hätte ich meine 2 Bekannten nicht umarmt, ich wäre im Moment des Abpfiffes wahrscheinlich auf dem gelben Stuhl aus Metall unter mir zusammengeklappt. Nur langsam senkte sich der Adrenalinspiegel, der ganz hochepuscht war durch diesen dreckigen, unschönen aber derart wichtigen Sieg.
Jetzt schon recht erschöpft ging es mit letzter Kraft zum Nachtreffen, zu denen, die nach dem Spiel zum Treffpunkt zurückkehrten. Deutlich weniger als noch am Nachmittag, aber ich freute mich trotzdem, meine Leute nach dem Spiel wieder zu sehen. Der Optimismus in weiser Voraussicht aufs Viertelfinale gegen Portugal hielt sich bei scheinbar allen in Grenzen. Während nur wenige eine “Wir sind im Viertelfinale, alles andere ist jetzt erstmal egal”-Mentalität an den Tag legten, gingen die meisten wohl vom drohenden Viertelfinal-Ausscheiden gegen Portugal aus. Man durfte gespannt sein – ich bin schließlich selbst mit dabei.
Ballack trifft in die deutsche Glückseligkeit
Viel Zeit für meine lieben Leute blieb dann leider auch nicht mehr, ich musste die U-Bahn um 1 Uhr nachts bekommen, da ich zu Nici, meiner Wiener Freundin und Übernachtungsmöglichkeit zurückfahren musste. Mit perfektem Timing 1 Minute vor U-Bahn-Abfahrt trat ich die U-Bahn-Fahrt nach Wien-Leopoldau an, welche dank eines freundlichen, sympathischen, wenn auch “ein wenig” geknickten Ösis dann nochmal zusätzlich angenehmer gemacht wurde.
Aus, das Spiel ist aus! Viertelfinale!
Und jetzt volle Konzentration aufs Viertelfinale. Ich hatte nicht einmal Zeit, den Bericht vor jenem Spiel zu schreiben, heute bin ich nämlcih von dort zurückgekommen. Was solls, ich lege euch den folgenden Bericht zum Viertelfinale gegen Portugal auf alle Fälle wärmstens ans Herz, ebenso den Bericht samt allgemeinen Fotos von meinem Aufenthalt in Wien.
Ich denke, die meisten von euch haben die Medien der letzten Tage verfolgt. Groß äußern zum Spiel möchte ich micht nicht, dies war einfach bei Weitem nicht das, was ich von unsren Jungs erwarte, was wir alle von ihnen erwarten. Das Spiel gegen Kroatien war wirklich nicht so toll. Vielmehr möchte ich es dabei belassen, meine Erlebnisse vom Public Viewing auf der Gottschedstraße Leipzig in Bildern zu zeigen und zu guter letzt meinen Optimismus bezüglich des entscheidenen Spiels gegen Österreich kundzutun.
Voll erwischt!!!
DANKE an Uwe Schmoll (aka “Lucky”) von port01.com für die Bilder!!!
Ich bleibe optimistisch, ich weiß, das unsere Jungs das schaffen können! Auf jeden Fall werde ich eine Menge positive Energie mitnehmen!