28.02.2008 um 23:36 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball
…und der Zweite, folgt hoffentlich auch noch.
Es hat tatsächlich geklappt mit dem ersten EM-Ticket! Die Vorrundentickets wurden gestern ausgelost, leider habe ich keine Bestätigungs-Mail bekommen. Also somit keine Vorrundentickets. Über den offiziellen Weg kann ich noch auf die Viertelfinal-, Halbfinal- und Finalkarten hoffen.
Darüber hinaus habe ich mich über den Fanclub Nationalmannschaft um ein Komplettpaket mit Busfahrt, Verpflegung und Ticket beworben – nach einigen langen Tagen zittern, bekam ich die erlösende E-Mail:
MIT DER SEKTION MITTELDEUTSCHLAND ZUR EURO 2008
BUCHUNGSBESTÄTIGUNG/RECHNUNG EURO 2008
Hallo!
Auf gehts zur EURO 2008! Du bist dabei!
Willkommen im EM Tourbus des Fan Club Nationalmannschaft – Sektion Mitteldeutschland.
Aus Deiner(n) Anmeldung(en) wurde dir folgende Bustour, inklusive des EM Tickets zugeteilt:
18.-20.06.08 Basel oder 19.-21.06.08 Wien – Viertelfinale, sofern Qualifikation
Tolle Sache, was? Ich freue mich. Kleiner Wermutstropfen ist der Preis von insgesamt 199 Euro. Aber da ich ja kräftigst gespart habe, sollte das kein Problem sein.
22.02.2008 um 20:50 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Was war das wieder für eine Hochzeit! Nachdem meine Freundin Julia im September 2006 geheiratet hat, kam nun die nächste Freundin unter die Haube. Dass ich noch immer Single bin und Hochzeiten vielleicht so auch ein wenig frustrierend sind, konnte ich an diesem schönen Tag trotz allen kleinen Katastrophen erfolgreich ausblenden.
Hochzeitsvorbereitungen sind langwierig, teuer und manchmal auch ab und zu etwas nervig. Dieses Zitat könnte von der jungen Braut Ines stammen. Stimmt aber nicht – es stammt von mir. Viel Kohle habe ich gelassen, aber das war es mir wert. Neue edle Klamotten, Haaraccessoires, Hochzeitsgeschenke, alles musste bereitliegen für den großen Tag.
Eingeladen wurde ich zur standesamtlichen Trauung im Leipziger Rathaus, wo sollte es sonst sein. Das hieß für mich: sehr früh aufstehen und fertigmachen, die Hochzeit fand nämlich an einem Freitag Vormittag statt. Nachdem mich mein Vater zum Standesamt gefahren hat (was er vielleicht irgendwann auch noch einmal tun wird), stellte ich – frierend – fest, das ich die erste dort zu sein scheine. Kurz gewartet und ich hatte bereits Gesellschaft von Diana, der Fotografin, die Ines angeheuert hatte und die ich ja bereits auch bestens kenne.
Nach und Nach versammelte sich die Hochzeitsgesellschaft am kühlen und windigen Freitag Morgen am 1. Februar 2008 vor dem Standesamt Leipzig. Schließlich fuhr die Braut vor und bis es soweit war, sie herauszulassen, begutachtete ich sie – wunderschön mit herrlichem Brautkleid – durch die hintere Fensterscheibe des Autos. Wie könnte es anders sein, sie war aufgeregt – und wollte eine rauchen. Nichts gibts!
Alle waren nun da und es ging hinein ins Standesamt, die meisten Leute der Hochzeitsgesellschaft kannte ich natürlich nicht, weil Micha, der Bräutigam, mehr als die Hälfte Anteil an der Hochzeitsgesellschaft hatte mit Familie, Freunden und Kollegen. Diana machte natürlich viele Fotos währenddessen und ich konnte für die Zeit der Trauung meine Digitalkamera getrost in der Handtasche lassen. Ich hatte meine Handtasche mitgenommen, da ich den alten und teilweise kaputten Rucksack keinesfalls mitnehmen konnte – hinein kamen lediglich die Kamera, mein Image Tank, Taschentücher, etwas Geld ohne das riesige Portemonaie und mein Handy natürlich. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte, den ich bis in alle Ewigkeit bereuen werde.
Als vorgesehene Trauzeugin habe ich mir das Prozedere schon bildlich vor meinem inneren Auge vorgestellt, ich freute mich sehr, Trauzeugin sein zu dürfen, das war das erste Mal. Eine Ehre für jeden, den man darum bittet, keine Frage. Das weiß jeder, der bereits Trauzeuge oder Trauzeugin für Braut oder Bräutigam war. Im Standesamt nahm das Brautpaar zunächst im Flur an einem kleinen Tisch platz, um die Personalien zu prüfen. “Wo sind die Trauzeugen?” schallte es durch den wenig ansprechend gestalteten Flur. “Ich bin hier” meldete ich mich anwesend, schnellen Schrittes in Richtung des Brautpaares. Ines fragte mich schließlich nach meinem Personalausweis – und ich vermag nicht zu beurteilen, wie schnell mir in diesem Moment sämtliche gesunde Farbe aus dem Gesicht gewichen ist. Den hatte ich natürlich nicht dabei. Und mein Herz rutschte augenblicklich in die neu gekaufte Nadelstreifenhose.
Sie konnte es mir ansehen. “Du hast den nicht dabei?!?”, sie war nicht weniger entsetzt als ich. Meine Augen waren weit geöffnet, doch rausgeschaut habe ich nicht. Ich hatte diese einmalige Chance, Ines’ Trauzeugin zu sein, wegen einer solchen Blödheit verpasst. Was soll man dazu nur sagen? Ich brauchte kein Wort zu sagen, Ines hat es in meinem schockierten und zugleich enttäuschten Gesichtsausdruck sehen.
Nun brauchte sie also einen neuen Trauzeugen. Sie wollte zunächst kein Familienmitglied zum Trauzeugen ernennen, was mir den Weg schließlich geebnet hatte, so wurde nun also die Schwester Julia (es handelt sich hier nicht um meine verheiratete Freundin Julia) als Ersatz rangezogen. Unglücklicherweise ereilte sie das selbe dumme Schicksal wie mir: kein Perso dabei. Sie hat mindestens ebenso gekotzt wie ich, dessen bin ich mir eigentlich ziemlich sicher. Der Trauzeuge des Bräutigams, Fabian, war nicht viel besser dran. Der hatte seinen Ausweis zwar dabei – der war jedoch abgelaufen und somit nicht zulässig. Als Michas bester Freund tat es ihm wohl ebenso sehr weh, wir mir als eine von Ines’ besten Freundinnen.
Mir selbst die Schuld am vergessenen Ausweis zu geben, war zwar naheliegend, aber so nicht berechtigt. Das Brautpaar teilte mir nicht mit, ich solle meinen Personalausweis mitbringen, dies war auch meine erste Trauung (zur Trauung meiner Freundin Julia war ich nicht dabei) und es hatte mich auch sonst keiner darauf hingewiesen, wie wichtig dieses Stück Plastik sein kann. Es ist lediglich ärgerlich, aber das allein ist schon schlimm genug. Als Ersatz-Trauzeugen waren dann ein anderer Freund des Bräutigams und eine andere langjährige Freundin der Braut eingesprungen. Das werde ich mir nie verzeihen.
Dann ging es auch endlich über zur richtigen Trauung, bei der ich mir gleich den nächsten groben Schnitzer erlaubte. Ich war noch ganz in Trance von meinem dummen Missgeschick, so das ich die Sitzordnung im Trauzimmer nicht mitbekommen habe. Statt in der Reihe mit den engsten Freunden und Geschwistern zu sitzen, setzte ich mich versehentlich in die Reihe der Eltern – was mir aber auch niemand mitgeteilt hatte. Ich bemerkte es erst mitten in der Trauung, mich dann erneut umzusetzen, wäre ein bisschen unpassend gewesen.
Die Trauung selbst war natürlich sehr schön und für mich als eine von Ines vertrautesten Freundinnen sehr herzerwärmend. Ines’ kleine Tochter Isabelle (demnächst 2 Jahre alt) sorgte natürlich für Amüsierung, als sie mitten in der Traurede anfing zu babbeln. “Kommt öfters vor bei Trauungen mit kleinen Kindern” belächelte die freundliche Standesbeamte die kleine Unterbrechung der kleinen Motte. Als es dann zu den Glückwünschen überging, musste ich meine Tränen dann doch sichtlich zurückhalten, was mir dann auch gelang. Die Trauung war somit abgeschlossen, begleitet von etlichen Kamerablitzen ausschließlich von Diana, und nachdem wir vor dem Standesamt noch ein paar Gruppenfotos aufgenommen hatten, war es vollbracht. Und ich wollte endlich aus diesen wahnsinnig unbequemen Schuhen raus.
Mir ist kalt, ich hab Hunger und ich bin frustriert – was gibts zu Essen? Danach gings erstmal zur Wohnung des Brautpaars, wo wir erstmal Zeuge des obligatorischen “über die Schwelle tragens” wurden. Zum Mittagessen gabs total delikaten und exklusiven…Nudelsalat, dazu Buletten. Hat wirklich lecker geschmeckt! Gleichfalls amüsiert war ich über die Braut, die erstma ihr Outfit wechselte – Brautkleid aus, Jogginghose und bequemen Pulli an. Doch der Brautschleier blieb dran – ein Bild, wie man es nur einmal sieht.
Zum Mittagessen sollte ein wenig Sekt gereicht werden, ich hatte es mir inzwischen auf der Eckbank direkt neben der Tür bequem gemacht, die Sektflaschen (Plural!) direkt vor meiner Nase. Micha griff zu und öffnete vorsichtig neben mir die Sektflasche. Was dann folgte, lässt sich bereits grinsend erahnen. Es machte nur “ZZzzzzschhhhh” und eine Fontäne aus Sektspritzern verteilte sich auf fast allem, was in einem Radius von anderthalb Metern rund um Micha war. Die Leidtragenden waren bei dieser Aktion der Teppich, die Handtasche eines weiblichen Hochzeitsgastes, die Schale mit dem Nudelsalat, die Tapete, der Laminatfußboden im Flur – und ich! Wenn das nur alles gewesen wäre. Denn leider handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen Sekt, sondern um Rubin-Sekt: kräftig rotfarbener Sekt mit Rotweingeschmack. Meine weiße Bluse hat auf dem Rücken ein paar rote Spritzer abbekommen. Micha tat es unendlich leid – ich fand das natürlich auch nicht so besonders toll, zumal ich kein Oberteil zum Wechseln hatte, aber ich war froh, an diesem Tag nicht die einzige gewesen zu sein, die Mist gebaut hat.
Die paar Stunden bis zur Hochzeitsfeier am frühen Abend vergingen wie im Fluge. Ich entschied mich dann doch, zur Feier am Abend lieber Turnschuhe anzuziehen, die ich jedoch ebenfalls nicht dabei hatte – kein Problem, der Mama-Lieferservice regelte das schon. Während viele zur Stadtrundfahrt aufgebrochen waren (viele auswärtige Hochzeitsgäste), leistete ich der frisch Vermählten und ihrer Tochter Gesellschaft. An einem so aufregenden Tag wie ihrem Hochzeitstag hatten wir 2 noch nie so viel Ruhe für uns. An normalen Tagen ist alleine schon mehr los, entspannend, das auch mal alle ausgeflogen sind. Die Braut konnte ich jedoch nicht auch noch alleine lassen. Ich half ihr mit der Kleinen und bei der Hausarbeit.
Der Hochzeitswalzer
Der Minutenzeiger drehte fleißig seine Runden auf dem Ziffernblatt der Uhr und schon war es wieder an der Zeit, sich fertig zu machen. Noch einmal schnell die Frisur der Braut auf Vordermann gebracht und der Braut wieder ins Hochzeitskleid geholfen, ging es dann auch schon in den eigens angemieteten Jugendclub, wo die Feier für etwa 60 Gäste in geschlossener Gesellschaft stattfinden sollte.
Es kamen nun noch mehr Leute, die ich nicht kannte, aber das war ja nicht weiter schlimm. Jeder packte mit an und wir dekorierten den Jugendclub, der kurz zuvor noch vor Kindern und Jugendlichen wimmelte. Tische und Stühle wurden fleißig geschoben, Deko-Artikel darauf verteilt, das DJ-Team baute die Technik auf, man verteilte Snacks auf kleine Schüsseln und richtete die Tafel zurecht – und wer dann immer noch nichts zu tun hatte, machte sich nützlich mit dem Aufpusten dutzender herzförmiger Luftballons.
Der Saal füllte sich und schließlich waren alle da, wenn auch eine halbe Stunde nach dem geplanten Beginn der Hochzeitsfeier. Eine kleine Ansprache von dem Vater des Bräutigams und jener unvergessener Ansprache des Bräutigams selbst, folgte nun, bevor die Hochzeitstorte angeschnitten wurde, selbstverständlich begleitet von dem fleißigen Drücken meines Kamera-Auslösers. Als das Buffett eröffnet wurde, stürzten alle zur Tafel und stellten sich ein köstliches Menü selbst zusammen, da war für jeden etwas dabei.
Es wurde gegessen, geredet und gelacht, Ines und Micha baten schließlich um Aufmerksamkeit für den Hochzeitswalzer, für den sie extra mit einer DVD gelernt hatten. Unglücklicherweise tanzten sie einen langsamen Walzer zur Musik eines schnellen Walzers, was ohne professionellen Tanzlehrer natürlich nicht weiter verwerflich ist. Es war ein schön anzusehender Tanz, auf den weitere Tänze folgten.
Zeit für ein paar Hochzeitsgeschenke! Während ich mit meinem noch bis später wartete, kam das erste und auch eindrucksvollste Hochzeitsgeschenk von ein paar Kollegen des Bräutigams. Eine Holzkiste mit Hammer und Meißel. Bei meiner einige Wochen andauernden Internetrecherche nach dem passenden Geschenk, bin ich einst auch darüber gestolpert, ich wusste also, was uns erwartet.
Alle mal Platz machen, die Kiste wurde auf den Boden gestellt und geöffnet. Inhalt: Bis zum Rand gefüllt mit Gips. Zweck: Eingegossenes Geld. Mittel zum Zweck: Mit Hammer und Meißel das Geld herausholen. Klingt einfach, entpuppte sich dann aber als unglaubliche Sauerei. Das Geld wurde in die gelben Hüllen von Überraschungseiern getan und diese wurden dann über mehrere Tage Schritt für Schritt und Schicht für Schicht eingegossen. Das Brautpaar rückte brutalst dem Klotz zuleibe – und machte damit einen unglaublichen Dreck. Der Schmutz flog nur so durch den Saal, 20 gelbe geldgefüllte Schachteln wurden martialisch herausgebrochen. Eine schöne Idee, über die sich alle gefreut haben – am Ende vielleicht weniger die Schenkenden, die den ganzen Dreck wieder sauber machen mussten.
Und so vergingen wieder die Stunden, massig gute Musik, super Laune, nette Leute und strahlende Gesichter an jeder Ecke. Ich überreichte mein Geschenk erst später, als viele schon wegwaren. Sicher war es nicht der Burner, aber ich habe mir Gedanken gemacht anstatt Geld in einem Briefumschlag zu verschenken, was ja weiß Gott die phantasieloseste Variante ist. Ich schenkte ein Spielzeugeimerchen mit Sand, wo kleine Geldmünzen versteckt waren, dazu eine kleine Harke, eine Form, ein Schäufelchen (sächsisch: “Schübbä”) und ein Sieb, wo sie das Geld heraussieben mussten. Ich hätte wohl doch lieber einen großen Eimer nehmen sollen. Ich entschied mich aber für ein Spielzeugeimerchen, damit Tochter Isabelle auch etwas davon hat.
Das allseits bekannte und beliebte Brautstraußwerfen gab es übrigens leider nicht – stattdessen schrieb die Braut mit einem schwarzen Stift die Namen aller unverheirateten Frauen auf ihre Schuhsohle, ein Brauch, den ich so auch noch nicht kannte. Der Name, der durch den Abrieb beim Tanzen zuerst von der Sohle abgeht, heiratet als nächstes. Vielleicht hätte die Braut lieber keinen Edding benutzen sollen, denn die Namen gingen nur schwer ab. Summa sumarum konnte man jedoch 2 Namen entdecken, die schon in Richtung “Weggehen” gingen: der Name von Ines’ Schwester Julia…und meiner. So ist das nun mal. Erwischt es dich einmal, erwischt es dich immer.
Spät ists geworden – und als die meisten bereits verschwunden waren und nur noch ein paar Freunde des Bräutigams und noch ein paar mehr Freundinnen der Braut da waren, machten wir uns schonmal ans aufräumen, denn der Jugendclub musste am nächsten Mittag wieder blitzeblank übergeben werden. Stühle rücken, Tische abwischen, Luftballons abschlachten, Flaschen einsammeln und den Boden kehren, nach anderthalb Stunden waren wir auch damit fertig und der Raum erinnerte schon gar nicht mehr daran, das hier noch vor wenigen Stunden eine tolle Hochzeitsfeier stattfand.
Ich wünsche den beiden alles, alles Gute für ihre gemeinsame Zukunft, nochmals Herzlichen Glückwunsch zur Vermählung und vielen Dank für diesen tollen Tag – auch wenn ein paar Sachen schief gelaufen sind. Ich bin sicher, ich bin die Trauzeugin der Herzen.
13.02.2008 um 00:00 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball
Bumm Schuss Aus. Schicht im Schacht. Ende im Gelände. Nennt es, wie ihr wollt, aber just in diesem Moment endete die Bewerbungsphase für die Tickets der EM 2008 in Österreich und der Schweiz.
Nur 10 Anträge für insgesamt 44 Tickets sinds geworden. Sehr viel weniger als ich erwartet hatte, doch die Tatsache, das man die Bankdaten schon bei der Antragsstellung abfragt, ließ viele meiner potentiellen Helfer abspringen. Ich nehms euch nicht übel, Leute! Hätte ich vielleicht auch so gemacht, wenns andersrum wär. Ist eben eine pikante Sache.
Jetzt heißt es erstmal die Hände in den Schoß legen und abwarten, und das ganze 2 Wochen lang. So lange wird erstmal nichts passieren. Und Anfang März geht es dann los, die Verlosungsphase. Dann heißt es wohl: alle paar Sekunden auf “E-Mails abrufen” klicken und jedes Mal einen Herzstillstand erleiden, wenn das E-Mail-Postfach neue Nachrichten anzeigt.
Mehr als Daumen drücken kann ich wohl nicht. In der Hoffnung, die berüchtigte Nadel im Heuhaufen zu finden.
Wieder einer von diesen Artikeln, wo ich ewig hin- und herüberlegt habe, wie ichs nennen soll. “Ein Sieg, der eigentlich keiner war” hat sich letztendlich gegen “Erschreckend wie eine Niederlage” sowie “Müssen wir uns Sorgen machen?” durchgesetzt.
Wer das Spiel gesehen hat, weiß wovon ich rede. Und wer es nicht gesehen hat, hat nicht viel verpasst. Nach vielen Monaten der begeisterten Siege voller Kampf, Biss und Leidenschaft bekam die Mannschaft bereits im Oktober in München gegen Tschechien einen Knacks (0:3), fing sich aber rechtzeitig wieder für einen hohen Sieg gegen Zypern in Hannover (4:0), doch nach einem enttäuschenden letzten Nullnummern-Spiel gegen Wales in Frankfurt (0:0) wurde es wieder Zeit für einen Sieg. Den haben wir eingefahren – aber WIE ist absolut erschreckend und mehr oder weniger besorgniserregend.
Die Tore in der Zusammenfassung
Ich mag eigentlich nur eine Sorte der Mittwochs-Länderspiele: die Sorte, bei der ich selber vor Ort bin, ein paar Tage Urlaub genommen habe und mir der Blick auf die Uhr egal ist. In einer stressigen Arbeitswoche machen sich Mittwochsspiele nur selten gut – aber scheiss drauf, das sind immerhin MEINE JUNGS. Meine Eltern waren nicht da, so konnte ich nicht bei denen schauen! Zonk Nummer Eins! Und da ich erst spät von Arbeit heimkam und nicht ins Sportcafe gefahren wäre ohne ein Abendesen, habe ich auch das nicht mehr geschafft. Zonk Nummer Zwei! So schaute ich zu Hause. Was aber, wie einst die tolle Torparty auswärts gegen San Marino, auch durchaus Spaß machen kann. Und diesmal gings gegen Österreich.
Lange bin ich noch nicht vom Fußball “reaktiviert” – doch mein Fachwissen umfasst natürlich auch die Geschichte rund um “Cordoba”. Gut 30 Jahre ist es her, die “Schmach von Cordoba”, bei der WM in Argentinien. Ein Endstand von 3:2 für Österreicht beförderte die deutsche Nationalmannschaft aus dem Turnier. Der größte Triumph für die Ösis, was sie grade in diesem Jahr noch immer davon schwärmen lässt. Dass die Ösis keinen sooo großen Fankreis haben wie andere europäische Mannschaften (wie die Deutschen zum Beispiel, die die besten Fans der Welt haben *fg*) ist ebenso kein Geheimnis wie die hämische Vorfreude auf das dritte Vorrundenspiel bei der EM im kommenden Sommer. Denn da heißt der Gegner erneut…Österreich!
Zum Spiel selbst kann und will ich keine großen Worte verlieren. Die erste Halbzeit – möge man sie schnell aus den Köpfen verdrängen – kann man sich eigentlich schenken. Kein Biss, kein Feuer – wenn das nur das einzige Problem gewesen wär. Fehlpässe als würde man mit den Ösis Ping Pong spielen, unbrauchbare Flanken, keine funktionierenden Pässe in die Mitte – und von den Patzern unseres WM-Helden Lehmann möchte ich an der Stelle nicht weiter ausführen bis auf: Mensch Jens, mach uns keinen Kummer! 3 dicke Patzer in einem Spiel, das kannst du nicht machen. Damit hast du die Torhüterdiskussion neu angestachelt, das ist eigentlich das letzte, was wir gebrauchen können. Heute und jetzt in genau 4 Monaten wollen wir mit der Nationalmannschaft den ersten Sieg in Richtung EM-Titel feiern (am 08.06.2008 gegen Polen), und dazu brauchen wir dich! Der Sachse würde sagen: “Männsch Jännz, reesdsch ma bissl am Dsibbl, mache du gewällischsd deen Job rischdsch”.
Dieses Spiel geht in die Geschichte ein als das schlechteste Spiel von den Jungs unter Jogi Löw. Dabei lässt es das Ergebnis wohl kaum vermuten, das wir das Spiel deutlich mit 3:0 aus unserer Sicht gewonnen haben. Vom Spielverlauf wäre allerdings noch nicht mal ein 1:0 oder gar 0:0 angemessen, es hätte gut und gerne mit 4,5 Gegentoren entschieden werden können. Die Ösis kamen zu prima Chancen, zu unserem Glück ist deren Chancenausbeute unter aller Sau: Latte, Pfosten, die Fußspitze des Abwehrchefs, etc. Die deutschen Torschüsse kann man an einer Hand abzählen: 3. Und die gingen alle rein, wofür ich zwar dankbar bin, aber die Art und Weise der Spielführung fast so sehr schmerzt wie eine Niederlage.
Dank Thomas Hitzlsperger, Miroslav Klose und Mario Gomez ist der Start ins EM-Jahr 2008 geglückt, wenn auch nur auf dem Papier. Es sollte ein Trost sein, dass wir auch gewinnen können, wenn wir scheisse spielen, oder? Nun, nur bedingt. Die Tore selbst und deren Vorlagen waren schön, so manche Kombination uns einige Kurzpassspiele durchs Mittelfeld waren ein Gedicht, die an das glorreiche Spiel von Prag erinnerten (siehe dieses Video, Minute 0:35).
Besonders interessant an diesem Spiel: Ab und zu habe ich vorherseherische Fähigkeiten, so ahnte ich beim Heimspiel gegen San Marino in etwa die Minuten, in deren Tore fallen. Da das irgendwann nicht mehr so recht funktionieren wollte, ließ ich es bleiben. Aber wenn man nach einem Tipp fürs Spiel gefragt wird, sagt man ja bekanntlich nicht nein, oder? “3:0!” kam es wie aus der Kanone geschossen, als mich Kumpel Dennis übers ICQ fragte. “3 mal Gomez!”, sogar wohlwissend, das er nicht in der Startelf steht sondern stattdessen Schalker Kollege Kevin Kuranyi, der 4 Tage zuvor gegen meinen VfB ein schmerzhaftes 4:1 gespielt hat, davon 2 Mal selber traf und somit die logische Wahl für Jogi war – ich nehms ihm nicht übel. “Mario wird eingewechselt und macht schon seine Bude!” – ich hatte ja wirklich keine Ahnung, das auch diese Vorahnung in Erfüllung gehen würde. Eine kleine Genugtuung für ein sonst alles andere als spannendes und beglückendes Spiel an einem verregneten und windig kühlem Mittwoch Abend.
Hinterher sitzt man nun da, mit einigen großen Fragezeichen? Haben wir jetzt wirklich ein Torwartproblem oder hatte Jens nur nen schlechten Tag aufgrund monatelang fehlender Spielpraxis in London? War das ein einmaliger Aussetzer oder die Rückkehr zum gern vergessenen Rumpelfußball der Vor Klinsi/Jogi-Ära? Müssen wir uns jetzt Sorgen machen? Wird die Torwartdiskussion, die Jens erst kurz vor der WM für sich entschieden hat, neu entbrennen? Fragen über Fragen. Ich hoffe, diese Fragen werden bald zur Befriedigung aller beantwortet werden. Denn immerhin wollen wir ja Europameister werden und können nur hoffen, dass das wirklich nur ein Ausrutscher war.
02.02.2008 um 12:14 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Zugegeben, ich komm irgendwie zu gar nichts mehr – ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Daher also nur ein verhältnismäßig kleines Resümee über den letzten Samstag, den ich wieder mit meiner besten Freundin Julia verbringen durfte.
Wildwood Boys
Ich vermisse die Zeiten, als sie noch ein paar Blocks entfernt gewohnt hat. Als wir uns noch jeden Tag in der Schule gesehen hatten, ich sie abends auch mal kurzfristig auf einen warmen Kakao einladen konnte und wir wie Pech und Schwefel waren. Dabei ist gerade mal 2 einhalb Jahre her. Jetzt kommt sie nur noch selten nach Leipzig, und umso froher bin ich, wenn ich sie wieder in meine Arme schließen kann.
Ein Star war sie schon immer, bereits Sängerin als ich sie September 2003 kennenlernte. Diesmal war es aber an der Zeit, die Wildwood Boys zu erleben – die Band ihres Ehemannes Frank. In der Regel fahre ich für solche Auftritte auch mal anderthalb Stunden durch Sachsens Pampa, doch wenn sie in Leipzig spielen – umso besser.
Wie immer war der Abend sehr unterhaltsam, wieder etwas wehmütig auf die Tanzfläche schauend – ach könnt ich doch auch nur… – doch ich habe weder die Zeit, das Geld und das zumindest ein bisschen vorausgesetzte Talent, nicht über die eigenen Füße zu stolpern. Noch ist Tanzen lernen für mich kein ernsthaftes Thema. Jedenfalls noch nicht.
Im Partnerlook: Julia und ich
In gewohnt uriger Atmosphäre schritt der Abend voran und auch wenn ich das Tanzbein nicht selbst geschwungen habe gefiel es mir – wie immer, wenn ich mit Julia unterwegs bin.
Das solls auch schon gewesen fürs erste. Zum Abschluss noch die Bilder, für die ich diesmal überdurchschnittlich lange zum Bearbeiten gebraucht habe. Normalerweise schreibe ich meinen Bericht, mach alle Bilder klein und stells in den Blog. Ein bisschen Bearbeitung war aber mal wieder nötig. Reparaturpinsel, Ebenenmaske und Farbfilter ahoi!
Achja, Bagel Brothers sind geil! Bis zum nächsten Mal!