1 Jahr und 1 Tag ist vergangen seit dem ersten Country Bop, welcher im Kreise meiner geschätzten “Musik-Freunde” zur Legende wurde. Es wurde musiziert, getanzt, getrunken und gefeiert, wir haben uns alle köstlich amüsiert. Und nun war es wieder soweit, die Zweitauflage des Country Bops fand erneut im Bürgerhaus Geithain statt.
Mit gemischten Gefühlen erwartete ich diese Großveranstaltung. Es würde toll werden, daran hatte ich keine Zweifel. Ob der Tontechniker, der mich schon im vergangenen Jahr sämtliche Aufmerksamkeit gekostet hat, wieder da ist, wusste ich erst, als er am vergangenen Samstag wieder vor mir stand. Damn. Aber da muss ich durch. Dafür hatte ich aber vorneweg besonders gute Laune getankt, denn kurz bevor ich losmusste, siegte mein Verein, der VfB Stuttgart, knapp, aber (wenns nach mir geht selbstverständlich) verdient mit 1:0 gegen Leverkusen, nachdem wir die letzten 5 Spiele verloren hatten.
Meine beste Freundin Julia nach dem letzten Treffen Anfang August wiederzusehen war eine echte Wohltat, beherzt schloss ich sie in meine Arme, nichtsahnend, das sich auf ihrem Rücken ein frisch gestochenes Tattoo verbirgt, auf das ich unwissend natürlich kräftigst draufgeklopft habe. Es tut mir so leid, Süße!
Juiet and the Janglers
Während es mich im letzten Jahr sogar eine nicht einmal 5 Euro teure Zugfahrt kostete, um hinzukommen, war es diesmal gratis: Kumpel Hannes und seine Eltern sackten mich unterwegs in Leipzig ein und wir fuhren gemeinsam hin. Wer sich erinnert: Hannes hatte ich unmittelbar nach dem ersten Country Bop kennengelernt, er fand durch Zufall meinen Blog und entdeckte dort ein Foto von sich, welches im ebenfalls zufällig schoss. Er mailte mich an und so ging das hin und her. Mittlerweile haben wir uns schon oft getroffen zu Musikveranstaltungen dieser Art und kennen uns nun also schon ein ganzes Jahr. Wie schnell die Zeit vergeht.
Leider waren die anderen Beiden, die ich durch die Hilfe des ersten Country Bops kennengelernt habe, nicht anwesend: Heiko und Doreen. Sie sicherten mir ihr Kommen einige Tage zuvor per SMS zu, ich freute mich wahnsinnig auf die Beiden, ich hatte sie zuletzt im April zum Saturday Night Bandstand, ebenfalls in Geithain gesehen. Leider ging mein Blick zu Beginn des Abends vergeblich oft hinauf zur Empore, wo ich die beiden erwartete. Kurz darauf erreichte mich eine SMS mit der zutiefst bedauernden und ehrlich gemeinten Absage. Schade. Es wäre ein tolles Revival gewesen, ich freute mich schon auf ein gemeinsames Foto von mir, Hannes, Heiko und seiner Doreen. Daraus wurde leider nichts.
Dafür waren viele andere bekannte Gesichter da, wenn auch nicht alle. Der erste Country Bop wurde zur Legende durch die Unbefangenheit, mit der die Leute dort hinkamen, unwissend, was genau sie jetzt erwartet, mehr Country oder doch mehr Rock ‘n’ Roll. Es wurde damals mehr Rock ‘n’ Roll was mir prima gefiel, Julia hatte damals selber 2 Auftritte mit 2 (fast) verschiedenen Bands. Die Einladung der Johnny Cash Coverband “Bandana” sorgte dieses Jahr für ein wesentlich mehr Country-lastiges Flair im Programm des Abends. Ich freute mich besonders über Julias Eltern Heike und Lutz, ebenfalls letztes Jahr mit dabeigewesen und durch die Hochzeit meiner besten Freundin ganz besonders ins Herz geschlossen.
Juliet singt “Blue Moon of Kentucky”
Als erneut auf der Gästeliste stehende Person musste ich natürlich keinen Eintritt zahlen, das freut mich. Ich war an dem Nachmittag derart in Stress, erst Fußballschauen und dann im Sportcafe festgequatscht, dann auch noch mit Ach und Krach zum Treffpunkt, ohne Abendbrot zu essen. Sprich: ich hatte einen riesen Kohldampf als ich dort ankam. Dachte mir “Na da wirds bestimmt was zu beißen geben” – Die Möglichkeit habe ich verpasst und war an dem Abend fast am Verhungern. Salzstangen retteten mich dann aber doch noch ganz knapp vorm Hungertod.
Julia machte mit ihrer Band “Juliet and the Janglers” den Anfang der 3 Bands des Abends, “Bandana” und “Smokestack Lightning” sollten noch kommen. Wieder mit ganz stolzem “Das ist MEIN Mädchen”-Blick gen Bühne verfolgte ich gebannt Julias Auftritt, dokumentierte per Stand- und Bewegtbild und genoss einfach ihre tolle Stimme, sie hat eine begnadete Stimme.
Es dauerte nicht lange, bis die Line Dancer (Hannes, verzeih mir diesen Ausdruck, ich weiß, du magst die Bezeichnung nicht…) die Tanzfläche eroberten. Vor einem Jahr noch sachte belächelt, da ich etwas derartiges noch nie gesehen habe, ging dieses Jahr ein breites, nicht zu übersehenes Grinsen in Richtung Hannes, der sich mit einer hübschen jungen Tanzpartnerin auf der Bühne präsentierte. Das musste natürlich alles auch dokumentiert werden. Wie praktisch war es dann also, das zuuuuuufällig die Line Dance Gruppe dort tanzte, wo der Tontechniker saß und schwupps, ist er auf etlichen Fotos und Videos vertreten. Hehe.
Bandana betraten die Bühne und ich hatte dabei gemischte Gefühle. Ich mag ihre Musik, sie gefällt mir sehr gut, aber sie erinnert mich an früher, als Julia noch Mitglied dieser Band war und ich eines Abends einen Auftritt erlebte, der nicht dem entsprech, was ich erwartete hatte – es ist so eingies schief gelaufen. Der Auftritt von Bandana war wieder einmal prima, den Applaus haben sie sich in etwas veränderter Besetzung wirklich verdient.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit dem Hauptact des Abends: Smokestack Lightning. Ich hatte noch nie etwas von dieser Band gehört, außer das ich deren Namen auf dem Flyer der Veranstaltung gelesen habe, ich wusste also nicht was mich erwartet. Ich war auch vielmehr mit Plaudern beschäftigt, als das ich die ersten Songs richtig mitbekomme habe. Wenn man schon einmal bei einer solchen Veranstaltung ist, muss man sich natürlich mit dem Bruder des Mannes der besten Freundin über Datenbanken, Relationstypen, Entity-Relationship-Modelle und Verknüpfungen unterhalten.
Ein unglaublicher Tänzer vor dem Herrn
Zu den nächsten Songs nahm ich aber dann aber endlich den Platz ein, der mir von allen am Besten gefällt: In der ersten Reihe vorne bei den Groupies. Man steht einfach in Reih und Glied, etwa einen Meter vor der Bühne entfernt, man wippt mit dem Fuß und/oder leicht mit der Hüfte, doch der Blick ist auf die Bühne gerichtet. Ein herrliches Bild muss das wohl sein. Während hinter uns die Line Dancer ihre Reihen drehten, genoss ich das unverfälschte Gefühl der Hühner auf der Stange.
Zwischen Salzstanden, coolen Songs, schön anzuschauenden Darbietungen der zahlreichen Tänzer und den Blicken in Richtung Tontechniker vergingen die Stunden leider viel zu schnell. Bald war es wieder Zeit aufzubrechen. Wäre ich nicht mit Hannes dagewesen, hätte diese Nacht gut und gerne noch eingie Stunden dauern können, aber ich war sehr dankbar für die kostenlose Mitfahrgelegenheit bei so freundlichen und aufgeschlossenen Menschen.
Das “Auf Wiedersehen”-Sagen ist immer das Schlimmste an den Veranstaltungen, die mich und Julia alle paar Monate, bestenfalls alle paar Wochen zusammenführen. Ich kenne sie schon seit…lasst mich nachdenken… August 2003, das sind weit über 4 Jahre und ich bin dankbar für jeden einzelnen Tag. Was macht es da schon, das ich eben doch wieder ein paar Wochen oder Monate auf das nächste Wiedersehen, welches ganz bestimmt immer wieder kommt, warten muss.
Die Line Dancer in Aktion
Die Heimfahrt um 2 Uhr nachts verlief ruhig, ich ließ mich am Augustusplatz raussetzen und lief das letzte Stück – wenn auch hungernd und frierend – zu Fuß nach Hause, was aber alles kein Problem war. Entlang der vielbefahrenen Straßen entlang der Straßenbahnlinien musste ich mir keine Sorgen über Vergwaltiger und Mörder machen. Gegen halb 3 war ich dann endlich daheim, machte mir noch ein warmes Süppchen und schlummerte schnell tief und fest.
Fazit: wieder einmal ein toller Abend, mit vielen alten und einigen neuen Gesichtern, tolle Musik, viele Fotos und Videos sowie einem Dejé Vu, was vermutlich auch nächstes Jahr erneut seinen Lauf nehmen wird. Wir werden sehen.





















































