Wer sich den Mittwoch als Datum für regelmäßig stattfindende Rock’n'Roll-Veranstaltungen rausgesucht hat, gehört geknebelt und geprügelt. Einst besuchte ich die “Villa Leipzig” in der Lessingstraße das erste Mal, als Juliet and the Janglers einen Auftritt hatten. Das war am 29. November 2006, einen Tag vorm BossHoss-Konzert. Nun war es wieder soweit: Record Release Party mit Ray Allen With The Hi-Fi’s!
Eigentlich wollte ich ja nicht hingehen – Mittwoch ist so ein blöder Wochentag für Veranstaltungen, denn ich habe Donnerstags Frühdienst. Gegen 8 Uhr abends rief mich allerdings meine Freundin Julia an und fragte mich, ob ich hinkomme. Ich hätte sie zwar am Samstag ohnehin getroffen (ich werde berichten!), aber ich wollte die Chance nicht missen, denn 1. finde ich Ray Allen total geil und 2. wäre das die Chance, die neu erschienene CD für 12 statt 15 Euro zu bekommen.
Also nach Julias Anruf erstmal schön geduscht und dann ab zur Straßenbahn. Nach kurzer Fahrt mit Linie 7 war ich schon wieder da. Drinnen angekommen wurden mir erstmal 2,50 Euro abgezockt – aber jeder Eintrittspreis entschädigt, wenn ich Julia sehen darf. Vertraute Gesichter hatte ich gleich vor mir: Julia, Frankie, Mike, Ray und Frau, Elli, Gerd, Danny, Andrea sowie Eddie und seine Frau. Die Welt hatte uns wieder.
Erstmal schön mit den Leuten gequatscht und beim Proben zugesehen und -gehört. Recht bald gings dann auch schon los mit der Record Release Party. Wir haben so lange auf die gewartet, auf Rays erste eigne richtige CD. Ich war damals beim Debütauftritt der Band, einst im September 2005. Lange ists her. Damals griff ich eine der ersten Ray Allen-Autogrammkarten ab – zumindest glaube ich das.
Ich genoss den Abend mit meiner Julia und den Anderen, die ich damals alle durch sie kennengelernt hatte. Wie ein Rattenschwanz zog sie ihre Leute hinter sich her und nun – knapp 2 Jahre nach dem ich das erste Mal bei einem von Julias Auftritten war – bin ich so dankbar, diese Leute zu kennen und so schön mit ihnen lachen und feiern zu können. Und ich hoffe, das sich die Leute wenigstens ein bisschen freuen, mich zu sehen.
Julia hat so gut wie jeses Mal mindestens einen Song als Gastsängerin – das war glaube ich schon immer so. Als Ray Allen damals mit seiner Band in Werdau aufgetreten ist, war Julia ja ebenfalls mit am Start und sang Get Rhythm, davon existiert sogar eine Video aufnahme, steht alles im Blogartikel dazu drin. Auch dieses Mal sang sie – den Klassiker von Johnny Cash und noch ein Song, den ich nicht interpreten-technisch einordnen kann. Begeistert schaute ich ihr wieder direkt aus der ersten Reihe zu – mit dem selben stolzen Blick, den ich seit ihrem ersten Auftritt, bei dem ich dabei war, in den Augen hab.
In der Pause gabs erstmal lecker was zu essen. Also eigentlich für die anderen. Aber da Julia mir den Teller mit den Pommes Frites direkt unter die Nase gehalten hat, konnte ich nicht “Nein” sagen. Einmal sündigen geht in Ordnung denke ich. Ray und ich lachten erstmal nochmal über die lustigen Grimassenbilder von Julias Auftritt in Prießnitz-Morgenröthe – was hatte ich für einen Spaß, den Ray an dem Abend mit den unmöglichsten Gesichtsverzerrungen abzuknipsen. Das tröstete ungemein über den Schmerz hinweg, das gerade zu diesem Zeitpunkt meine Jungs (für alle, die es noch nicht wissen: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft) gespielt hatten.
Das zweite Set war auch sehr geil. Wieder stand ich mit Julia, Andrea und Elli in der ersten Reihe und wir bejubelten die Jungs standesgemäß. Ich genoss den Abend – auch wenn der Blick auf die Armbanduhr doch recht häufig getätigt worden ist. Mittwoch ist so ein blöder Tag für einen tollen Gig, erst Recht mit Frühdienst am nächsten Tag. Ich weiß nicht mehr genau, wann der Gig zu Ende war. Noch ein paar Zugaben, dann übernahm der DJ wieder die Plattenteller und das wars dann mit dem Gig. Ich blieb noch kurz da, wartete einen Moment auf Julia und Frank. Als die Beiden soweit waren, ging ich nochmal geschwind zum Ray rüber, der ja zusammen mit seiner Freundin bei jedem Auftritt (auch bei seinen eignenen) einen Plattestand hat. Ich wollte unbedingt die neu erschienene CD. Das mir der nette Ray zwar keinen Superfreundschaftsspezialpreis machen konnte, fand ich zwar ein wenig schade, aber was solls.
Dann verabschiedete ich mich auch schon von allen und begleitete meine Julia und ihren Ehemann nach draußen. Letztes Mal hatten mich die beiden noch mitgenommen, aber diesmal war ich wirklich nicht fürs Nachhause-Schaffen eingeplant. Demnach war das Auto schon zu vollgepackt und ich musste mich von den Beiden verabschieden. Ich lief vor zur Haltestelle, wo ich erstmal ordentlich gefroren hatte. Aber was solls. Daheim war ich dann gegen halb 1, im Bett war ich dann um 1, da ich noch duschen, Zähneputzen und Lilly füttern musste.
War wieder ein toller Abend mit “Der Gang”, ich freue mich auf Samstag – was zum Zeitpunkt der Artikelfertigstellung schon soweit ist ;)

















































