Ich dachte, alles wäre in trockenen Tüchern, alles geklärt und klar zum Start. Das dachte ich wirklich. Und dann kam doch einiges anders als ich dachte. Und trotzdem war es ein super Urlaub, den ich mir wirklich verdient habe und den ich auch sehr genossen habe.
Da dieser Artikel furchtbar lang ist (4680 Wörter, 28654 Zeichen), muss ich hier einen Schnitt machen. Wer den Artikel lesen will, klickt bitte hier.
3 Monate zuvor:
Ich sollte wirklich Urlaub machen. Ostern bietet sich an, da hat Steffi Ferien und ich könnte Urlaub nehmen.
2 Monate zuvor:
Es wird die Woche vor Ostern sein, der 1. April bis zum 8. April, Sonntag bis Sonntag.
1 Monat zuvor:
Ich checke meine Reisemöglichkeiten. Deutsche Bahn, Mitfahrgelegenheiten, Flug. Es hat ein bisschen gedauert, bis die idealste Kombination gefunden war.
1 Woche zuvor:
Nun steht es also fest, wie ich fahren werde. Hinzu eine freundliche Mitfahrgelegenheit von Leipzig nach Köln, wo ich eine halbe Woche meines Urlaubs bei meiner Pseudo-Zwillingsschwester Carina verbringen werde. Danach mit dem günstigen NRW-Ticket für 18 Euro nach Dortmund, wo ich den Rest meines Urlaubs, in diesem Falle nochmal eine halbe Woche, bei meiner besten Freundin Steffi verbringe. Danach mit einem Kleckerzug für 33 Euro, 7 Stunden Fahrt und 3 Mal Umsteigen zurück nach Hause. So wollte ichs machen.
Samstag, 30.03.2007
Katastrophenalarm bei Carina. Bei ihr kam alles durcheinander und ich musste schweren Herzens umdisponieren. Ich werde eine halbe Woche nur bei Steffi in Dortmund verbringen, für Carina bleibt nur ein Tag, nein nicht einmal ein ganzer Tag, nur ein paar wenige kostbare Stunden. Das ist hart. Aber besser als sich gar nicht zu sehen, und gesehen hatten wir uns bisher ja noch nicht. Ich telefoniere abends noch mit Steffi, dir mir etwas Unglaubliches mitteilt: Ihre Mutter bietet an, die Zugfahrt zu bezahlen, wenn ich nach Dortmund mit einem schnellen, durchgängigen Zug fahre, da es zu umständlich wäre wie ich fahren wollte: mit der Mitfahrgelegenheit nach Köln, von dort aus nach Dortmund. Fahrtzeit insgesamt: etwa 7 Stunden, wenn das überhaupt reicht. Mit einem komischen Gefühl nahm ich das Angebot allerdings an.
Sonntag, 01.04.2007
Früh aufgestanden, gepackt, zwischendurch was gegessen, gepackt, aufgeräumt, Ticket geholt, gepackt, gepackt gepackt. Ich wurde das Gefühl nicht los, irgend etwas vergessen zu haben. Eine Urlaubscheckliste mit Kästchen zum Ankreuzen machte mir das Packen etwas leichter und übersichtlicher. Auf den letzten Drücker musste meine Mutter noch mein geliebtes Deutschland-Shirt waschen, dazu später mehr.
Am Nachmittag kurz nach 4 gings dann los. Ein letztes Mal meine Lilly geknuddelt und dann fuhren mich Mama und Papa zum Bahnhof. Alles gut verstaut, ein herrlicher Sitzplatz an der Fensterseite in Fahrtrichtung. Meine Mama lief noch ein Stück neben dem Zug her, ich winkte ihr mit breitem Grinsen hinterher. Nach nur 10 Minuten war ich schon am Flughafen Leipzig-Halle, wo ich im November knapp eine Stunde mit dem Auto hingefahren wurde (ich berichtete). Die Sonne war schon irgendwie nervig, die stand so blöd, das auch meine Sonnenbrille nicht wirklich was brachte. Ich schaute mir die Landschaften und Wohngegenden an, durch die ich fuhr. Zum ersten Mal fuhr ich mit dem Zug gen Norden, ich hatte mich mit dem MP3-Player verstöpselt und träumte vor mich hin.
Wenn ich die Musik nicht mehr ertragen konnte, habe ich einfach meine Fotozeitschrift gelesen. Die letzten 3 Ausgaben habe ich nicht gelesen, ebenso wenig wie die letzten paar Simpsonscomics. Es ist schlimm, wirklich. 2 Zeitschriften, die ich wirklich gern lese aber in letzter Zeit hatte ich nie Zeit dazu. Wirklich unnglaublich.
Das lange Sitzen im Zug war sehr antrengend. Nicht die Beinfreiheit war das Problem (die war ja noch in Ordnung) aber das dauernd Stillsitzen – eigentlich nichts für mich Wirbelwind. Ich schaute immer ungeduldig auf die Uhr, die Zeit zog sich immer mehr in die Länge. Und so fuhr ich und fuhr ich und fuhr ich, ein Bahnhof nach dem anderen.
Etwa halb 10 Uhr abends bin ich dann endlich in Dortmund angekommen. Ich stapfte schwer bepackt aus dem Zug, immernoch mit einem leicht tauben Gefühl in meinem plattgesessenen Allerwertesten, und dann sah ich sie: meine Sonne, meine Steffi. Siee kam auf mich zu und das erste was sie sagte war “Du bist aber schwer bepackt”. Ich nahm sie ganz fest in den Arm und wollte sie erstmal nicht loslassen. Die Welt hatte uns wieder. Sie hatte uns wieder nach über anderthalb Jahren, die wir uns nun nicht mehr gesehen hatten.
Steffis Mutter, die ich bereits von Steffis erstem Besuch im März 2005 kannte, fuhr uns dann zu deren Haus, wo ich auch herzlich von Steffis Vater in Empfang genommen wurde. Nach einer kurzen Führung durch das wunderschöne Haus (nein, ich bin kein bisschen neidisch) pflanzten wir beiden Hübschen uns erstmal auf Steffis Bett und zogen uns erstmal ne Episode Akte X rein, meine Sonne hat sich neulich die erste und zweite Staffel als DVD-Box besorgt. Ich liebe Akte X, schaute es aber selten mit einer guten Regelmäßigkeit. Irgendwann siegte die Müdigkeit und ich schlief recht schnell ein im Bett von Steffis Bruder Jan, der im Moment in Münster studiert.
Montag, 02.04.2007
Was, jetzt schon aufstehen? Das dachte ich, als früh morgens halb 10 der Wecker klingelte. Aber die Uhrzeit war im Nachhinein in Ordnung. Denn es war weder zu früh, noch zu spät. Zu früh zum Ausschlafen, aber früh genug, damit nicht der ganze Tag durchs Langschlafen kaputt gemacht wird. Erstmal wurde unten lecker gefrühstückt und dann semmelten wir beide uns wieder vor die Glotze um Akte X zu schauen. Nicht unbedingt meine Vorstellung von Traumurlaub, aber es gefiel mir, Zeit mit Steffi zu verbringen, die mir mehr bedeutet als ich ihr je sagen könnte. Zum Mittagessen gabs auch was Feines: Kroketten, Schnitzel und Mischgemüse. Yummy, war das lecker.
Danach wollte mir Steffi bei dem endgeilen Wetter die Dortmunder Innenstadt zeigen, ich war schon sehr gespannt. Ich dachte mir schon, das es unmöglich ernst gemeint gewesen sein kann, als mir Steffi im ICQ schrieb: “Dortmund ist schäbig. Wir haben keine Sehenswürdigkeiten”. Und so fuhren wir ein kleines Stück mit der U-Bahn, eine Sensation für mich. Ich bin erst einmal U-Bahn gefahren, und das war damals in Frankfurt am Main. Ich kann nach wievor U-Bahnen nix abgewinnen. Viel zu dunkel und zu kalt. Ich lobe mir da meine Leipziger Straßenbahn. Immer hell, immer freundlich, und immer kann man zum Fenster rausschauen und kann träumen. Aber U-Bahn fahren war trotzdem ein Erlebnis.

Die Innenstadt von Dortmund gefiel mir sehr gut. Die Altstadt lud zum Flanieren ein und wir konnten tatsächlich einen der wenigen Plätze in einem Cafe ergattern, wo wir kurz was getrunken haben. Danach checkte ich mal bei Karstadt Sport ein und erkundigte mich, ob Karstadt Sport Leipzig und Karstadt Sport Dortmund die selben unverschämten Preise für die Teamgeist-Replikas haben wollen. Wer, was, wie? Teamgeist ist ein Ball. Es ist unser Ball. Der Ball unserer Nationalelf bei den Heim-Länderspielen in der aktuellen EM-Qualifikation. Und ein Replika ist eine Nachbildung. So sieht das Teil übrigens aus, klick mich. Ich habe übrigens am 14. Juni Geburtstag *zwinkerzwinker*. Aber sie wollen alle den Selben Preis. 24,95 Euro. Seufz. Nachdem wir uns sattgesehen hatten ging es zurück nach Hause.
Am Abend wurde wieder fleißig Akte X geschaut, wir hatten unseren Spaß dabei.
Dienstag, 03.04.2007
Der Wecker piepte und vibrierte auf dem Fensterbrett aus Stein. Durch die kleinen Löcher der Außenrollläden drang kaum Licht. Ist das wirklich möglich, ist es wirklich schon 9:30 Uhr. Ich war ein wenig ungläubig. Nach einer kurzen Phase des Wachwerdens stand ich dann auf, schaute nochmal auf die Uhr und zog dann die Rollläden hoch. Es war tatsächlich 9:30 Uhr und der Blick nach draußen war alles andere als berauschend.
Ein mieses Wetter machte uns beinahe den Tag kaputt. Dunkler Himmel, Nieselregen und ein kalter scharfer Wand zwangen uns, vorerst drinnen zu bleiben. Wir schauten uns noch ein paar DVDs an, darunter Akte X (oh Wunder!) und Final Destination III. Steffis Vater hat uns noch Geld gegeben, für den Fall, dass das Wetter besser werden sollte und wir doch noch zur Kirmes gehen wollten. Da das Wetter aber den ganzen Tag über nicht besser wurde, entschlossen wir uns dann, ins Kino zu gehen. Es war Dienstag, Super-Spartag im örtlichen Dortmunder Cinestar. Wir schauten vorher noch, was so schönes im Kino läuft und machten uns kurz darauf schon auf die Socken. Der Film fängt 16 Uhr an, also beeilen wir uns lieber.
Dort angekommen stellten wir uns zunächst an eine Schlange an, die ein wenig eigenartig sortiert war. Aber das zu beschreiben fällt mir schwer. Jedenfalls machte das ein wenig einen “Durcheinander-Eindruck” bei mir. “2 Karten für Mr. Bean, bitte” flüsterte Steffi grade zu. “17:30 Uhr?” – “Nein, 16:00 Uhr” – “Schon ausverkauft”. Steffis Wangen füllten sich mit Luft und ihre Augen mit einem “Ach du Scheisse”-Ausdruck. So mussten wir die spätere Vorstellung in Kauf nehmen und warteten nun wie die Gelackmeierten an der Kinobar. Der dauernde Blick zu Popcorn, Nachos und Süßigkeiten ist gutes Training fürs Stark bleiben. Die Minuten verstrichen nur langsam, doch auch unsere Zeit war dann gekommen. Das Stark bleiben davor hat dann auch nix mehr genützt, also noch Popcorn und Cola geholt. Irgendwo muss man sich doch auch was gönnen, oder?
Der Film war richtig lustig, für mich hat es sich gelohnt. Steffi meinte zwar, der Film gefiel auch ihr, aber genau weiß ich es natürlich nicht. Übrigens, während sich der Kinosaal füllte beobachte ich mit akribischer Genauigkeit, wieviele Leute des Lesens offenbar nicht mächtig sind: Dauernd kamen Leute zu besetzten Sitzplätzen und mussten denjenigen, die sich darauf gepflanzt hatten, sagen, das es deren Plätze seien. Wie amüsant, es passierte nämlich oft in den paar Minuten, die wir noch warten mussten. Das Popcorn hab ich nicht mal aufgegessen. Den Rest verputze ich auf meiner Heimfahrt im Auto, ich fahre ja per Mitfahrgelegenheit.
Mittwoch, 04.04.2007
Ein Tag, der keinesfalls wie alle anderen werden sollte. Denn für heute stand ein Tagesausflug für mehrere Stunden nach Köln auf meinem Programm. Früh morgens stand ich dann schon auf und wurde von Steffis Mama noch zum Bahnhof gebracht, wo ich mir noch schnell mein Ticket nach Köln holen wollte. Ich erwartete 18 Euro für das Ticket, bekam aber ein 2-Stunden-Ticket für nur 14 Euro. Geiler Deal! Ich Superblinse hab wieder vergessen, den Mann, der mir mein Ticket verkaufte, zu fragen, zu welchem Gleis ich hinmuss. Ich wusste, das der Zug um 7:45 Uhr fährt, auf der Anzeige stand da auch ein Regional Express, aber mit Köln stand nix. Also nochmal schnell zum Service Point und gefragt, auf gehts zu Gleis Nummer 16.
Der Zug kam mit ein kleinen wenig Verspätung auf dem gegenüberliegenden Ausweichgleis an und ich bekam auch einen Sitzplatz. Dann fiel mir auf, ich hatte meinen MP3-Player nicht eingepackt. Schöne Scheisse. Aber ich hatte meine Fotozeitschrift dabei. Als sich am Essener Hauptbahnhof der Zug dann recht schnell leerte, habe ich mich rübergesetzt auf einen Fensterplatz und genoss den Rest der Fahrt ganz entspannt und voller Vorfreude auf meine Pseudo-Zwillingsschwester Carina, von der ich 9:11 Uhr am Kölner Hauptbahnhof abgeholt werden sollte.
Voller Stolz überquerte ich den Rhein zum zweiten Mal in meinem Leben, zum ersten Mal allerdings mit dem Zug und auch zum ersten Mal in Köln. Dieser Tag sollte etwas Besonderes werden und das wurde er auch. Erwartungsgemäß wurde ich dort auch von Carina abgeholt, leider hatte sie unsere kleine Abmachung vergessen und ihr Deutschland-Shirt nicht angezogen. Wer, wie, was? Carina und ich besitzen das selbe Deutschland-Shirt, beide habe wir es uns gekauft unmittelbar nach dem WM-Spiel gegen Polen, an unserem gemeinsamen Geburtstag am 14. Juni 2006 (ich wurde 20, sie 22). Kennengelernt hatten wir uns jedoch erst im November 2006, als die WM schon längst vorbei war (in unseren Köpfen wird sie allerdings ewig weiterleben).
Erstmal raus aus dem Bahnhof, und wie alle Touristen reckte ich mein Haupt zunächst erstmal gen Himmel, zum Dom, der sich majestätisch über den Köpfen der Kölner und Touristen erhob. Ich fing gleich an, zu knipsen, wie man das eben von mir gewohnt ist. Eine kleine Führung durch die Kölner Innenstadt bekam ich, bevor wir uns zum ersten Mal in meinem Leben in ein Starbucks Cafe gesetzt hatten. Für mich gabs einen leckren Kakao mit Sahne. Ooooooh, die Figur! Im Starbucks überreichte mir Carina ihr Geschenk, eine kleine süße Plüschfigur eines Tigers – und auch sie bekam Teil 1 ihres 3-teiligen Geschenks, einen kleinen Teddy mit blauem Pulli, auf dem man eine Deutschlandflagge und den Schriftzug “Leipzig” lesen konnte. In der Hand hatte der Teddy – zugegebenermaßen erwartungsgemäß – einen Fußball. Sie freute sich sichtlich, das freute auch mich.
Danach liefen wir weiter in Der Stadt umher. Da Carina ihr Deutschland-Shirt vergessen hatte und ich mich aber sooo sehr auf ein Foto im Zwillingslook gefreut hatte, gingen wir erstmal shoppen – ein T-Shirt muss her! Und so klapperten wir einen Klamottenladen nach dem anderen ab und fanden einfach nix passendes – bis auf die Erkenntnis, das im Moment Sternchen und vor allem Totenköpfe hoch im Kurs stehen. Bei New Yorker fanden wir dann endlich etwas, legten es aber dann doch nochmal zurück. Bei Madonna fanden wir dann endlich beide ein schönes Shirt, was uns beiden gefiel und was auch zu uns passt, figürlich und finanziell. Wir legten beide unsere 7,95 Euro auf den Tresen und holten uns beide das selbe schwarze Shirt mit dem schlichten und dezenten Blumenaufdruck an der Seite.
Hunger! Was tun? Essen! Also beschlossen wir, bei Subway was essen zu gehen. Und auch hier stellten wir unsere exzellenten Zwillingseigenschaften unter Beweis. Wir wollten beide das Turkey Breast Sandwich mit Putenbrust. Beide wollten wir ohne Oliven. Na gut, ganz gleich waren wir uns dann doch nicht, ich beugte mich aber dann gerne Carinas Wunsch und ließ meine Hälfte des 30-Zentimeter-Sandwiches ohne Käse belegen und ließ es danach toasten. Lecker wars ja trotzdem. Als Carina fertig war und mir nur noch beim Essen zuschauen konnte, schickte ich sie schonmal aufs Klo zum Umziehen, es musste ja immerhin noch ein ultimatives Zwillingsfoto her. Ich aß derweile auf und als sie zurück war, ging auch ich mich umziehen. So liefen wir erstmal weiter durch die Stadt, runter zum Rhein, ich genoss die Aussicht und fühlte mich pudelwohl.
Am Kölner Heumarkt holten wir uns dann beide ein kleines Eis und amüsierten uns köstlich über 2 Tauben. Die männliche Taube balzte um das Weibchen herum und gurrte auf das ein kein Morgen gäbe. Sie ließ das kalt – sehr zu unserer Amüsierung. Noch schnell das Eis aufgegessen, auf dem Weg zurück zum Dom noch in einen Köln-Fanshop gegegangen und unser gemeinsamer Tag neigte sich schon dem Ende. Es war schon spät, beinahe 2 Uhr Nachmittags. Und so arbeitete wir auf meinen größten Wunsch an diesem tage hin: das Foto.
In Köln in der Nähe des Doms gibt es einen Platz, der streng von der Security bewacht wird. Darunter befndet sich die Oper und deswegen dürfen keine Menschen darüberlaufen. Warum man da nicht einfach ein prächtiges Blumenbeet hingepflanzt hat, ist mir unbegreiflich. Naja, wie dem auch sei, dort baten wir, bzw. vielmehr Carina, weil ich mich nicht getraut hab, einen englischsprechenden Mann, ein Foto von uns zu machen. Und so enledigten wir uns kurz sämtlichen Gedöns wie Pullover, Jacken, Rucksäcke und (Hand)Taschen und stellten uns an den Rand des Platzes mit dem Dom im Hintergrund ließen uns Arm in Arm knipsen. Ein herrliches Gefühl. Das Foto wurde super.
Noch ein paar Minuten hatten wir Zeit, also setzten wir uns nochmal direkt an den Domplatz wo ich nochmal das tolle Bauwerk beglotzen konnte. Ich überreichte Carina Teil 2 des Geschenks, welches sie mit strahlendem Grinsen entgegennahm: Eine Mini-Nachbildung ds WM-Balls Teamgeist (siehe oben). Und so spielte sich eine Szene ab, die ich vermutlich mein Leben lang nie wieder vergessen kann, will und werde: Meine Pseudo-Zwillingsschwester Carina und ich, oberhalb im Partnerlook standen nun auf dem Kölner Domplatz und kickten uns den kleinen Ball zu. Und wenn der Ball außer Reichweite war, haben uns andere Leute den Ball zugekickt, sehr freundlich, danke!
Danach hieß es aber leider langsam Abschied nehmen, wir mussten zum Reisezentrum im Hauptbahnhof und mussten meine Karte holen. Lange Schlangen an den Schaltern ließen mich jede Minute ungeduldiger werden. Aber dann wurden 2 zusätzliche Schalter geöffnet und die Schlange bewegte sich etwas schneller. Und so holte ich mir wieder mein 2-Stunden-Ticket und übergab Carina den letzten Teil des Geschenks, ein kleines Osterkörbchen mit Naschereien. Dann sprang ich in den Zug, der mich bis auf unbestimmte Zeit wieder aus Köln wegbefördern wird. Abschied nehmen ist schwer, und auch hier war es kein bisschen einfacher. Der Zug setzte sich langsam in Bewegung und alles, was ich tun konnte, war das Hinterherwinken. Es war einfach ein toller Tag in Köln, ich hoffe, ich sehe Carina sehr bald wieder.
Auf meiner Rückfahrt zurück nach Dortmund bekam ich direkt einen Doppelsitzplatz am Fenster, auf den einen Sitz krachte ich mein ganzes Zeug hin, ich setze mich ans Fenster und genoss ein letztes Mal die Aussicht auf die Kölner City und den Rhein. Die Sonne stand aber so blöd am Himmel, das sie mir ins Gesicht schien. Meine Sonnenbrille hatte ich auch vergessen und da es so warm in dem Waggon war, zog ich meine Jacke aus, mümmelte mich gemütlich in meinen Sitz hinein und schloss genüsslich die Augen. Ich musste allerings den Wecker auf eine halbe Stunde stellen, sonst wäre ich vermutlich sonstwo gelandet, das wäre nicht so praktisch gewesen. Im Gegensatz zur Hinfahrt wurde ich diesmal sogar kontrolliert, zu dem Zeitpunkt war ich jedoch schon wieder wach.
Wieder in Dortmund wurde ich von Steffi und ihrer Mutter abgeholt. Das Wetter war auch hier wieder super und so haben wir uns dann kurzerhand dazu entschieden, am heutigen Tage doch noch auf die Osterkirmes zu gehen, die gerade in Dortmund stattfand. Schnell nach Hause, Geld eingesteckt (plus zugestecktes Geld von Steffis Mama) und dann ab mit der U-Bahn zur Kirmes. Sie ähnelt in vielerlei Hinsicht der von mir sehr gut gekannten Leipziger Kleinmesse, die etwa ebenfalls so groß ist. Es gab etliche Kinderkarusells, 2 richtig große Fahrgeschäfte für Unerschrockene (über Kopf – nix für mich!), kleine Achterbahn und etliche Los – und Fressbuden. Steffi und ich sind nur 2 Sachen gefahren: Breakdancer, wo sich die Leute wie die Bekloppten draufstürzten und auch wir 2 mal warten mussten und ein Fahrgeschäft, was zwar weniger schnell und unspektakulär ist, dafür aber eine schöne Erinnerung an meine Kindheit ist. Früher fuhr ich das immer mit meiner Mutter. Durch die Geschwindkeit wird der, der innen sitzt, zwangsläufig an die Seite des Außensitzenden gepresst. Wie heißt das noch? Fliehkraft?! Steffi sträubte sich aber dagegen und versuchte, nicht an meine Seite zu rutschen – was ich wahnsinnig amüsant fand.
Im Gegensatz zu unserer Kleinmesse gab es hier an der Seite noch ein paar Verkaufsstände, wo man Accessoires wie Sonnenbrillen, Buttons, Cappys und so käuflich erwerben konnte. Ich fand 2 Deutschland-Schweißbänder für die Handgelenke und kaufte mir die sofort, für 1 Euro das Stück. Und ja, ich weiß, das ich ne Vollklatsche habe. Dann mussten wir auch schon wieder zurück, denn für 19 Uhr ist der Tisch beim Portugiesen bestellt. Also gings mit der U-Bahn zurück zu Steffi, wo ich kurz neue Batterien in meine Kamera getan hab und dann fuhren wir schon wieder los, was für ein geschäftiger Tag.
Wie erwartet war das portugiesische Restaurant rustikal gehalten, ein echter Holzkohlegrill war ein echter Blickfang. Sich bei einem relativ kleinen Speisenangebot zu entscheiden, fiel mir nicht gerade leicht. Letzten Endes nahm ich das gegrillte Putenschnitzel und eine große Portion Kartoffelecken. Das Fleisch war sehr lecker und die Kartoffelecken – die auch super waren – waren im Prinzip nur gigantische Pommes. Ich war richtig pappsatt und zufrieden.
Wieder daheim schauten Steffi und ich uns noch eine Folge Akte X an, die ich aber ehrlich gesagt nur zur Hälfte mitbekommen habe. Sekundenschlaf nennt man sowas wohl. Da auch Steffi nach Ende dieser Episode sehr müde war, machten wir Schluss für den Abend und ich ging dann auch ins Bett.
Donnerstag, 05.04.2007
Mein letzter Tag ihn Dortmund ließ mich etwas länger Schlafen als die anderen Tage. Viertel nach 10 war aber auch bei mir nichts mehr zu machen, ich habe doof geträumt von irgendwelchen tödlichen Bakterien, so ein Blödsinn. Ich hatte schon befürchtet, das Wetter würde wieder so schlecht werden, weil es wieder so düster im Zimmer war, doch als ich die Rollläden hochzog sah ich dann doch erleichtert, das die Sonne schien.
Steffi war natürlich auch schon wach und so gabs erstmal ein kleines Frühstück und die allmorgendliche Zeitung. Ich freute mich zu lesen, das die Bayern gegen AC Milan gewonnen haben. Steffi kommentierte das mich “Ach, wie schade”. Das letzte Frühstück in Steffis Hause war besonders lecker. Dann gings auch schon raus zum Fotos machen, wir wollten, bzw. ich wollte noch ein Foto von uns beiden machen. Zuerst trottete ich mit der Kamera in der einen Hand und dem Stativ in der anderen durch den schönen Garten, fand aber nicht sofort die ideale Fotoposition. Ich wurde dann fündig vor dem Wohnzimmerfenster, wo ein rustikaler Holzrolladen eine neutrale Kulisse für den idealen Fotohintergrund bot.
Leider fand Steffi die Kette nicht mehr, die ich ihr zum vorletzten Weihnachten geschenkt hatte, eine Partnerkette wo auf einem silber-blauen Herz “Best Friends” draufsteht. Ich habe die eine Kette, Steffi schenkte ich die andere. Meine ist mittlerweile schon so kaputt und kaum tragbar, aber Steffi hat ihre leider gleich gar nicht gefunden. Naja, nicht so wild, die taucht schon wieder auf und dann machen wir das Foto, Süße!
Steffi musste am Nachmittag leider nochmal weg und so schob sie gegen Mittag für mich eine Pizza in den Ofen. Steffis Mutter kam dann auch von Arbeit wieder nach Hause und wir quatschten und quasselten als ob es kein Morgen gäbe. Danach verabschiedete ich mich erstmal für ne Weile, verzog mich in mein Gästezimmer und setzte mich an den Rechner, den Steffi extra für mich angeworfen hat. Und dort saß ich erstmal fast 2 Stunden und habe nur getippt und getippt und getippt. Ich tippte in der Hoffnung, am Freitag den Blogartikel online stellen zu können, und so nutzte ich die freie Zeit und schrieb schonmal an meinem Artikel, schrieb über die schönen Tage in Dortmund und den Tagesausflug nach Köln und so weiter.
Ich wunderte mich, sie kam einfach nicht wieder. Ich dachte, es ginge recht schnell. Als ich mit Tippen fertig war ging ich nach unten, laberte erstmal wieder mit Steffis Mutter und gegen halb 5 kam dann auch endlich Steffchen zurück. Wir machten noch ein paar letzte Fotos draußen im Garten, dann musste ich aber schon mein Zeug zusammenpacken, die Mitfahrgelegenheit wartet um 18:45 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof auf mich.
Per Chauffeurservice von Steffis Mutter wurde ich dann noch zum Hauptbahnhof gefahren. Ein bisschen Rumwarten wurde gut überbrückt mit “Wer ist meine Mitfahrgelegenheit-Raten”. Steffis Tipp fiel auf einen trostlosen älteren Mann, der vorm McDonalds mit einem Blumenstrauß in der Hand wartete. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Auch die Vermutung, das ein Auto voller Araber meine Mitfahrgelegenheit wäre, wurde schnell wieder verworfen. Und dann kam ein Auto mit Leipziger Kennzeichen um die Ecke gebogen. Das muss er sein! Und er war es auch, sofort bimmelte mein Telefon, wir gingen hin, verstauten mein Zeug im Kofferraum und der Moment des Verabschiedens war gekommen. Das ist immer so schmerzhaft, grade bei der besten Freundin. Aber wir hatten nicht ewig Zeit. So stieg ich hinten bei meiner netten Mitfahrerin ein und winkte Steffi noch zu, als wir auf dem Weg nach Hause noch ein paar Mal auf Dortmunder Straßen an ihr vorbei sind.
Die erste Dreiviertelstunde war eine Totenstille in dem Auto. Es wurde erst ein wenig aufgelockert, als wir uns alle köstlich amüsierten über die Anrufer im Radio, es ging um das Thema Religion und Glauben. Herrlich, was der eine Typ erzählt hat. Er wäre Priester geworden, wenn da das Zölibat nicht wäre, hehe. Wir waren insgesamt 4 Leute: der Fahrer, ich und noch zwei, ein Kerl und wie gesagt ein Mädel. Das erste Stück der Heimreise lief problemlos, freie Fahrt. Solange das Licht noch da war, versuchte ich, meine Foto-Zeitschrift zu lesen. Als das aber nicht mehr ging und ich mit der Nase am Heft kleben musste um noch was zu erkennen, packte ich die Zeitschrift weg und kramte den MP3-Player raus. Batterie alle. Na toll. Ich hab doch ein kleines Täschlein mit Batterien eingepackt, ich suchte es in der Handtasche und im Rucksack, leider ohne Erfolg. Ich war frustriert. Hatte ich die Batterien etwa bei Steffi vergessen?
Noch hatten wir staufreie Fahrt. Doch dann fing der Ärger an. Da ich mich auf Deutschlands Straßen nicht auskenne, habe ich keine Ahnung, wo wir grade waren, aber wir gerieten in einen langen Stau. Entnervt befragte Martin, der Fahre, das Navigationssystem. Das kündigte eine Abkürzung über Seitenstraßen an. Also bogen wir dann dort ab und fuhren erst einmal dort lang. Mir wurde unwohl, denn der Weg wurde immer komischer und unebener und als ich dann das Schild “Forstweg” las, lief mir wieder ein kalter Schauer über den Rücken. Aber ich sagte nichts und so fuhren wir weiter über diesen holprigen Weg. Das Navi sagte dann, wir befinden uns jetzt auf der A38. Toll. Aber wir waren immernoch auf einem Forstweg, einsam und verfahren mitten im Thüringer Wald. So hab ich mir meine Heimfahrt nicht unbedingt vorgestellt.
Wir stiegen erstmal alle aus und machten ein kurzes Päuschen. Auf einer Lichtung, den Blick gen Himmel gerichtet, bot sich mir ein unglaublich schöner Anblick in einer sonst so beschissenen Situation. Ein herrlicher Sternenhimmel, das war sowas von Wahnsinn. Aber es war bitterkalt, es war schon spät, 23 Uhr glaube ich. Also stiegen wir erstmal wieder ein und es machte laut RRRAATSCH. Da hat das Auto aufgesessen. Der Beifahrer musste aussteigen und ein kurzes Stück neben dem Auto herlaufen, weil wir einfach zu schwer waren. Und so fuhren wir den holprigen Forstweg zurück Richtung Zivilisation und kamen dann wieder auf die Straße, die wir vor lauter Staufrust verlassen hatten. Uns bot sich kein besserer Anblick als vorher, wieder kilometerlanger Stau. Da war erstmal wieder nur Stop and Go angesagt.
Dann flutschte es wieder ne ganze Weile, etwa 20 Kilometer glaube ich, dann sahen wir uns schon wieder roten Bremsleuchten entgegengestellt. Wieder Stau. Nachdem wir etwa ne halbe Stunde im stockenden Verkehr standen und sich die Minuten immer mehr hinzogen, bekamen wir schließlich von einem Verkehrspolizisten eine Umleitung gezeigt. Alos fuhren wir mitten durch ein kleines Kaff, manche Leute guckten schon ganz verpeilt am Fenster, verwundert, warum hier mitten in der Nacht so ein Verkehr auf den Straßen ist. Das war der letzte Stau, den wir zu bewältigen hatten.
Mit flottem Tempo gings dann Richtung Heimat. Als ich aus weiter Ferne die MM-Leuchtanzeige des Leipziger Wohnhochhauses an der Wintergartenstraße sah,seufzte ich glücklich und zufrieden und sagte, wie schön es doch ist, wieder ein Stück Heimat zu sehen. Ab da an waren wir noch etwa eine Dreiviertelstunde unterwegs, ich wurde sogar als erste zu Hause vor der Türe abgesetzt, wie nett. Somit hatte ich mir das Taxi gespart, welches ich mir hätte nehmen müssen, wäre ich am Hauptbahnhof rausgeworfen worden. Ich drückte Martin dann das Geld in die Hand, wünschte allen eine gute Heimfahrt und ne gute Nacht und ich lief schwer bepackt die Treppenstufen zu meiner Wohnung hoch.
Ich knallte mein ganzes Zeug auf den Boden und knuddelte erstmal mein Meerschweinchen Lilly für etwa 5 Minuten. Das musste sein, das kleine Klobbi hat mir ja so gefehlt. Im Briefkasten lag erfreulicherweise auch schon der Gratis-Katalog vom DFB Fan Corner, alle offiziellen Fußball Fanartikel zur deutschen Nationalmannschaft. Es war halb 2 nachts, an den Rechner setzte ich mich nicht mehr. Ich duschte noch schnell, putzte Zähne, zog mich um und fiel gerade zu ins Bett.
Das war ein wirklich sehr, sehr schöner Urlaub bei meiner besten Freundin Steffi und mit dem Tagesausflug zu Carina nach Köln. Ich hoffe, ich kann das bald wiederholen, ich freue mich auf meine beiden Süßen. Steffi nächstes Mal hoffentlich in besseren Umständen und Carina hoffentlich etwas länger als 6 Stunden.
DANKE für den tollen Urlaub! DANKE für alles!


















































































