Saturday Night Bandstand
Schon seit Monaten mit hoher Spannung erwartet, gehandelt als der größte und wichtigste Event in “meinen” Kreisen, der im Frühjahr 2007 stattfinden sollte. Viel schneller als erwartet ging die Zeit des Wartens herum und auf einmal war es soweit: Der 5. Saturday Night Bandstand im Bürgerhaus Geithain.
Ich würde hingehen, das stand von Anfang an fest – es hätte schon eine Katastrophe passieren müssen, um mich umzustimmen. Ebenso fest stand, das ich mit meinen Freunden (zusätzlich zu Julia und Co.) Hannes, Heiko und Doreen dort sein werde. Interessante Info am Rande: Die 3 habe ich kurz nach dem Country Bop Ende Oktober 2006 kennengelernt – alle 3 waren auf der Veranstaltung ind er selben Location, alle 3 habe ich sie erst danach kennengelernt.
Nachdem ich am Mittwoch mit Julia, Frankie, Ray, Mike, Elli und den Anderen die Record Release Party von Ray Allens erster Platte gefeiert hatte, freute ich mich, wieder meine Leute um mich herumzuhaben. Los gings am Samstag mit stressigen Vorbereitungen – Akku der Kamera laden, die ich zu dem Zeitpunkt ausgeliehen hatte, und anderes Zeug zusammensuchen. Hannes, der mich hinchauffieren wollte, wollte mich in der Südvorstadt einsacken, da es verkehrsgünstiger gelegen ist als wenn er mich erst daheim abholt.
Also wurde ich abgeholt und es ging schnurstracks Richtung Süden. Eine aus dem Internet ausgedruckte Karte sollte uns den Weg nach Geithain zeigen. Keiner von uns beiden wusste genau, wie es dort hingeht. Beim Country Bop wurde er hinzu ebenfalls gefahren und ich fuhr mit dem Zug. “Wir müssen auf die B176″, gab ich meinen Senf als Beifahrerin ab. Und das ich eine miese Beifahrerin war, möchte ich hier auch nochmal betonen. An einer Weggabelung ist mir nicht aufgefallen, das die Straße in beide Richtungen B176 heißt. Und es ist meine Schuld, das Hannes und ich gut 20 Kilometer in die falsche Richtung gefahren sind. Tolle Wurst!
Und so drehten wir wieder und ich versuchte, das sprichwörtliche, aber nicht ernsthaft gemeinte Magengeschwür, was sich in meinem Bauch bildete, zu unterdrücken. Ich mag zu spät kommen gar nicht – am Allerwenigsten, wenns mir passiert. 19:30 Uhr sollte der Einlass beginnen, es war bereits Viertel vor 8. Um 8 sollte bereits die erste Band anfangen. Wir waren in Zeitdruck und die Nerven bei uns beiden lagen blank.
Wie durch ein Wunder sind wir doch noch rechtzeitig am Bürgerhaus in Geithain angekommen – 5 Minuten vor 8! Als wir ausstiegen, sausten auch Frank und Julia im Auto vorbei – das nenn ich perfektes Timing. Wir gingen dann alle zusammen rein und begrüßten unsre bekannten Leute. Ich wusste, das Heiko und Doreen oben auf der Empore (eine Art Balkon, der 2. Stock des Bürgerhauses mit gutem Blick auf die Bühne) auf mich warteten – so lange hatte ich sie nicht mehr gesehen, das erste und bisher letzte Mal hatte ich die beiden bei Ray Allens Auftritt in Werdau im November letztes Jahr gesehen.
Als ich aber den Saal das erste Mal betreten habe, traf mich erstmal fast der Schlag. Der Tontechniker (gute Bekannte von mir wissen, wen ich meinte), von dem ich noch vor ca. 2 Monaten gehofft hatte das er da ist (seit 2 Monaten aber nicht mehr!), stand wieder am Mischpult. Ich wäre am liebsten schreiend wieder nach draußen gelaufen. Aber die Tatsache, das ich in jener Nacht im Oktober 2006 seinetwegen 1000 Tode gestorben bin, versuchte ich zu vergessen. Es gibt jemand Neues in meinem Leben, da haben keine Schwärmereien mehr Platz.
Ich vermisste zwar ein paar der bekannten Leute, wie Mike, Elli und Danny, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Mit Hannes, Heiko und Doreen war es ebenfalls etwas Besonderes – wo mich die 3 einst hier INDIREKT kennengelernt hatten. Mit Keinem von denen hatte ich gesprochen in jener Nacht, aber alle 3 sind mittlerweile gute Freunde von mir. Junge Junge, ich brauch erstmal einen O-Saft. Mit 1,50 € war das alles sehr günstig! Ein O-Saft und ein A-Saft war alles, was ich an dem Abend getrunken hatte. Man muss es ja nicht gleich übertreiben.
Da meine Kamera momentan in Reparatur ist (putt gegangen!), hatte ich eine andere Kamera von einer Bekannten ausgeliehen. Ebenfalls eine Canon, von der Handhabung zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber doch irgendwie ähnlich wie meine Kaputte. Die Lichtverhältnisse waren natürlich sehr sehr schwierig, was Indoor-Veranstaltungen bei Kunstlicht und viel Bewegung so an sich haben. Auf der Bühne trat schon die erste Band auf, noch knipste ich mit dem Zweck, die optimalen Einstellungen für die Cam zu finden. Die ersten Fotos waren wie bereits erwartet nichts geworden. Aber was solls. Ich hatte Extra-Speicherkarten, Extra Akku und Extra ImageTank dabei. Mir kann nichts passieren.
Als der Abend fortschritt, sich die Bühne füllte und die Beine schon langsam schwer wurden, hatte ich auch die fremde Kamera im Griff. Ich knipste fleißig, wie sich das gehört – und wie man das von mir kennt. Alle von “unseren Leuten” warteten gespannt auf unseren Ray Allen. Diesmal leider nicht mit den bekannten “Hi-Fi’s”, sondern in anderer Formation. Dann endlich war es soweit, Ray Allen war auch endlich dran. Kurz bevor es losging, war ich noch kurz bei Heiko und Doreen oben auf der Empore, aber ich konnte sie leider nicht dazu bewegen, mit runterzukommen.
Ich also mit einem Mördertempo von der Empore runter, beinhahe bäuchlings die schmale Wendeltreppe runtergepoltert und habe standesgemäß den für mich reservierten Platz in der ersten Reihe, der Groupie-Reihe, gesichert. Mit einem ganz bestimmten Bild vom letzten Mal Geithain im Hinterkopf (klick mich!) reihte ich mich ein in die Ray Allen vergötternden Groupies – Frank, Julia, Eddie, Susie, Hannes und andere neben mir. Wie bei der Nationalmannschaft, wenn die Hymne beim Länderspiel gesungen wird. Hach, wie schön. Ich hätte zugern meine Kamera auf Selbstauslöser gestellt, aber da die Groupie-Reihe so lang war, hätte ich nicht alle drauf bekommen. So genoss ich zumindest das Gefühl der wunderbaren Freude. Fotograf Jan machte von uns allerdings ein paar Fotos, ich hoffe, er wird mir die schicken :]
Die Groupie-Reihe hielt sich eisern, ich hielt ebenfalls durch. Mein Blick schweifte manchmal nach links und rechts sowie nach hinten, wo die Leute tanzten und uns manchmal verdächtig nahe kamen (wuha, unheimlich!). Ich knipste selbstverständlich fleißig und machte auch einige Videos. Wie sich dann im Nachhinein herausstellen sollte, waren die Videos eine richtig gute Idee. Denn die Bilder, die dabei entstanden sind, sind zwar nicht riesig groß bei einer Videoauflösung von 640×480 Pixeln, aber dafür von der Belichtung und den Einzelbildern her besser.
An dem Abend traten insgesamt 4 Bands auf: Rock ‘n’ Roll Trio (Berlin), The Four Points Gang (Bad Hersfeld), Ray Allen & Band (Nähe Leipzig) und der Hauptact Ike & The Capers (Berlin). Ray sollte auf den Hauptact einheizen, was auch gut gelungen ist. Da ich gesehen hatte, was ich wollte – RAY! – genoss ich zwar den letzten Act der 4 Bands, die mit Musik vom Plattenteller getrennt wurden – aber ich hätts nicht schlimm gefunden, wenn der Abend nach Ray quasi vorbeigewesen wäre. Ich knipste auch hier fleißig, was auch sonst. Wir standen immernoch in der Reihe dort vorn an der Bühne. Aus Bequemlichkeit oder aus Begeisterung? Ich kanns nichtmal sagen.
Die Beine wurden jetzt richtig schwer, ich konnte kaum noch stehen. Als Ike & The Capers endlich fertig waren, war ein super Auftritt, war ich froh, mal ein bisschen rauszukommen. Erstmal noch was trinken. Draußen im Foyer versorgte ich meine Pseudo-Zwillingsschwester Carina und meinen Großen erstmal mit je einer SMS. Als es dann wieder reinging, gehörte dem DJ, der auf den Namen “DJ Capt’n Kuddlemuddle” hörte, der Plattenteller. Nette Musik zum Abtanzen, was zwar weniger für mich nutzbar war, aber trotzdem nett anzuhören. Könnte mir solche Musik zwar nicht jeden Tag anhören, aber ich genieße es hin und wieder sehr gerne. Zumal ich vor ca. 4 Jahren noch nichts mit der Musik anzufangen wusste, bis auf ein paar alte Klassiker, wie “Tequila” von den Champs. Heute finden sich wesentlich mehr Songs aus den 50ern und 60ern in meiner Playlist wieder.
Der Saal leerte sich dann sehr schnell – war wohl nicht nur für mich so anstrengend. Da somit endlich unten neben der Bühne ein paar Tische frei wurden, pflanzten wir uns alle erstmal hin. Hier und da noch ein lustiges Foto, welches ich auch gleich für den Blog verwenden muss. Wir, also vielmehr Hannes und Ich, amüsierten uns köstlich über die wohl leicht angetrunkenen Leute am vorderen Nachbartisch. Das Mädel, welches wohl schon etwas getrunken hatte, gab damit an, das Bein ganz hoch in die Luft strecken zu können. Sie hatte einen Petticoat an, ich weiß zwar nicht ob sie was drunter hatte, aber wenn ich ehrlich sein soll, will ich das gar nicht wissen. Der ebenfalls mindestens leicht angetrunkene Typ versuchte es nachzumachen – vergebens! Männer sind einfach ungelenkig.
Dann gabs auch nochmal ein bisschen Action. Die Bühne war leer, viele Leute waren schon weg, aber Ray Allen himself hatte offensichtlich noch nicht genug. Mit einem Grinsen, was vom einen Ohr zum anderen reichte, kam er mit einem Mordstempo an Julia, Frank und mir vorbeigezischt, zeigte mit dem Zeigefinger auf Julia und zischte “Du bleibst da! Und du auch (zu Frankie)!”. In der Hoffnung, es gäbe vielleicht noch einen Live-Auftritt von Julia, wenn auch nur einen Kurzen (aus Erfahrung weiß ich: Get Rhythm geht immer!). Leider wurde das Warten nicht belohnt. Julia sang nicht mehr. Leider.
Heiko und Doreen verabschiedeten sich dann auch. Die Tatsache, das die beiden auf der Empore waren und ich aber unten bei “meinen Leuten”, ließ das ganze leider ein bisschen distanziert erscheinen. Es war da auch schon spät, halb 2 glaube ich. Als sich bemerkbar machte, das auch Julia und Frank aufbrechen wollten, machten auch Hannes, der wohl sichtlich erleichtert war, und ich uns fertig für das Aufbrechen. Wir verabschiedeten uns noch schnell und gingen dann zu Hannes’ Auto. Auf dem Weg dorthin fuhren dann nochmal Heiko und Doreen kurz an uns vorbei und baten uns, uns nicht wieder zur verfahren. Guter Tipp!
Und so setzten wir uns in den Wagen und machten uns auf die etwa 1-stündige Heimreise nach Leipzig. Ich ließ mich noch zu Hause absetzen und ich trottete total erschöpft in den 5. Stock des Plattenbaus hoch. Ich hatte riesigen Hunger, ich hatte kein Abendessen gehabt. Also erstmal schönes Brötchen mit Leberwurst reingepfiffen – DAS ist gesund! Nochmal schnell die Keule (Computer) angeworfen, gleich schlafen wäre sowieso nicht dringewesen, war viel zu aufgedreht. Also schonmal die Bilder überspielt. Schöööönes Ding, dachte ich mir nur. Das Sichten, Sortieren und Bearbeiten hob ich mir für den nächsten Tag auf, ebenso wie das Tippen des Beitrags, was leider erst heute (Montag) erledigt wurde.
Das war wieder ein echt geiler Abend mit meinen Bekannten und Freunden – ich danke Jedem, der dabei war und mir diese tolle Nacht geschenkt hat! Wir sehen uns am 5. oder 12. Mai wieder!
























































































































































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