Mit arger Verspätung, hier nun also der Artikel zum Geburtstag meines Bruders Matthias. Der hatte am vergangenen Dienstag Geburtstag und ist 23 Jahre alt geworden.
Wie unglaublich schnell doch die Zeit herum geht. Ich dachte mir, das ich diesmal rechtzeitig mit der Suche nach einem Geschenk anfangen sollte. Und wie immer eigentlich war dazu dann am Ende doch keine Zeit mehr und ich musste auf den letzten Drücker was besorgen. Das tat ich an dem Montag davor, stiefelte während der Pause noch einmal los in die Innenstadt und begab mich auf die Suche. Ich wollte was Eisenbahnmäßiges holen, aber da gab es entweder gar nichts oder nichts in meiner Preisklasse.
Kurz bevor ich aufgeben wollte fand ich dann doch noch etwas Nettes: Bei Kaufhof (Ja, Steffi, prügel mich! *hehe*) gabs eine Art Carrera-Bahn, nur halt ganz anders. Mit Aufziehautos und Teilen zum Selberbauen einer Strecke. Dort kann man die wildesten Fahrten gestalten. Nun gut. 15 Euro, das Ding gekauft. Ich hatte ja keine Ahnung.
Dann noch hübsch eingepackt, Karte dazu und am Dienstag nach Feierabend direkt zur elterlichen Wohnung, wo mein Bruder wohnt. Ihr müsst wissen, mein Bruder ist geistig schwer behindert und auf dem psychischen Stand von etwa einem jetzt 11-jährigen. Es ist nicht immer leicht gewesen mit ihm aber ich liebe ihn doch sehr. Auch wenn ich ihm das meist nicht sagen kann. Aber ich hoffe und denke, das er das weiß.
Er riss aufgeregt das Papier von der großen Verpackung und staunte nicht schlecht über mein Geschenk. Er freute sich sehr und so freute ich mich. Wir aßen erstmal zu Abend und suchten uns dann eine Ecke im Zimmer meines Bruders, die noch nicht so zugestellt ist. Auf etwa anderthalb Quadratmetern namen wir die Verpackung eins nach dem anderen auseinander und bastelten uns eine Bahn zurecht. Mit den Aufziehautos prüften wir, wie tauglich die Strecke schon ist. Nach etwa 5 Versuchen hatten wir dann die vorerst perfekte Bahn.
Zuerst hatten wir schon unsren Spaß damit, einfach eines der beiden Aufziehautos da entlangrasen zu lassen. Aber das wurde mir natürlich schnell langweilig und so knipste ich erstmal ein bisschen auf der Bahn rum, was natürlich wegen des beschissenen Lichtes sehr schlecht gelang. Ich habe das Ende der Bahn dann so umfunktioniert, das der Schluss der Strecke so konstruiert ist, das das Auto mit einem Mörderkaracho in die Luft fliegt.
Das fand ich so irre komisch, das ich meinen Bruder bat, sich so hinzusetzen, das ich ihn mit dem fliegenden Auto fotografieren kann. Grimassen schneidend knipste ich ein Bild nach dem andern, ich konnte manchmal vor Lachen nicht mehr. Ich habe an die 20 super Schnappschüsse gemacht, die nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie, insbesondere meine Mutter, unbezahlbar sind.
Den Abend über, bevor ich nach Hause musste um Desperate Housewives und Greys Anatomy zu schauen, saß ich auf meinem Hintern. Das schmerzte dann zwar beim Aufstehen, aber das war ja noch gaaaaaar nichts im Gegensatz zu den Schmerzen, die den tag darauf auf mich warteten. Also bewegen war ganz grausam. Wohlwissend, das ich einen Tag später mit Ines zum Aerobic gehen. Aber naja – da muss ich durch. Aber ich hab so viel gelacht an dem Abend, das wars wert.
Soviel erstmal zum Geburtstag meines Bruders. Bald ist Muddi dran und dann am 14. Juni bin ich dran. Mal schauen, ob mir nochmal ein so unvergesslicher Geburtstag wie der im letzten Sommer (ich berichtete) beschert wird. Das werden wir sehen.



















