Das war wieder ein Abend mit Freunden, auf den ich lange warten musste. Seit November habe ich meine “Rock ‘n’ Roll-Leute” nicht mehr gesehen gehabt und war froh, das es beim Live-Konzert der Berliner Rockabilly/Jive-Band “RAY COLLINS HOT CLUB” zu einer unerwarteten Reunion kam.
Alles fing damit an, das mich mein guter Freund Hannes, den ich durch den Country Bop Ende Oktober 2006 inoffiziell kennengelernt hatte und wenig später erst offziell richtig getroffen hatte (ich berichtete), fragte, ob ich an dem Wochenende schon was vorhabe. Hatte ich nicht. Also wollte ich mit hin. Obwohl mich die Aussicht, das Hannes tanzen wollte und ich überhaupt nicht tanzen kann und er sich ne Tanzpartnerin gesucht hatte vorher, ein bisschen abgeschreckt hat. Aber nungut. Ich bereue nicht, das ich doch hingegangen bin.
Nachmittags war ich noch mit den Vorbereitungen für den Abend beschäftigt, sprich Haare waschen und so ein Kram. Während ich noch klatschnasse Haare hatte klingelte ein paar Mal das Handy und das Festnetztelefon. Nun gut, dachte ich mir, das wird wohl warten können bis die Haare nicht mehr tropfen. Aber dann siegte doch die Neugierde und ich trippelte dann doch zum Telefon. Ich erwartete Hannes an der andren Leitung, doch es meldete sich eine liebliche, wohlbekannte weibliche Stimme: meine JULIA!
Sie fragte mich, ob ich heute Abend schon was vorhatte. Noch bevor sie den Satz zu Ende sprach, brach mir schon das Herz. Ich hatte doch schon was vor, mit Hannes… Aber nur gut, das ich sie gefragt hatte, was sie den vorgehabt hätte. Sie meinte, sie würde zum Konzert von Ray Collins in der irischen Kneipe Mc Cormacks Ballroom in der Leipziger Südvorstadt gehen wollen, gemeinsam mit ihrem Mann Frankie. Mir ist vor Schreck fast das Telefon heruntergefallen. Das erste, was ich voller Begeisterung in den Höre jodelte, war “BINGO! Da wollte ich doch auch hin!” Welch lustiger Zufall.
Um Sieben bin ich dann losgefahren, die Kneipe ist gut gelegen für den öffentlichen Personennahverkehr, direkt dort ist eine Haltestelle, nur einige Straßen von meinem Büro entfernt. Hannes warnte mich bereits Wochen vorher davor, das als er das erste Mal dort war, ein paar Mal an der Eingangstüre vorbeigelaufen ist. Ich fand es zwar recht schnell, aber zu meiner Verwunderung war die Türe abgeschlosse. Wasn das für ne Scheisse, dachte ich mir. Also gut, ich rief Hannes an, der aber nich an sein Telefon ging und dann wurde ich richtig panisch. Doch dann stand er auf einmal vor mir, mit schickem neuen Hemd und ich war sehr erleichtert.
Mit breitem Grinsen fragte er mich, ich solle mal raten, wer denn noch da sei. Ich ahnte, das er ebenfalls Julia und ihren Mann Frankie, den Weltstar meinte. Wir drängten uns durch die jetzt schon enormen Menschenmassen und ich drang dann an der Bar zu meiner Kleinen durch. Die Welt hatte uns wieder. Auch Oli, Mike und Elli waren da, Eddie und Frau ebenfalls. Es wurde noch Musik vom Band gespielt und die Leute tanzten Rock ‘n’ Roll und Swing, glaube ich. Sehe ich etwa so aus, als kenne ich mich damit aus? Na also. Also bitte keine weiteren Fragen.
Nachdem ich eine Weile mit Julia abhing, und Hannes in der andren Ecke der Kneipe sah, bekam ich ein superschlechtes Gewissen, und ging wieder zu ihm, wo ich erstmal seiner Familie und einer Bekannten vorgestellt wurde. Wir gingen dann erstmal einen Happen essen. Also vielmehr die anderen, ich genehmigte mir 2 Gläser Erdbeersaft *yummy*. Danach suchte ich wieder Julia auf, die mich mit breitem Grinsen fragte, was ich denn in der Zwischenzeit getrieben hätte *lol*. Tzes. Immer diese Hintergedanken. Ich hab nichts gemacht.
Bald gings dann auch los mit der Livemusik, der Vorhang öffnete sich und ein breites Grinsen mit Saxophon in der Hand präsentierte sich dem zahlreichen Publikum. Der Eintritt war kostenlos, dementsprechend voll war es dann auch. Bewegungsfreiheit gleich NULL. Die Musik gefiel mir sehr gut. Ich hatte zwar ein bisschen was andres erwartet, aber so war es dann schon sehr schön, da ich diese Art von Ray Allen und Co kannte, die ich ja auch ebenfalls sehr geil finde.
Sehr schön fand ich, als jemand zu hören bekam, das sich unser aller Liebling Ray Allen zu uns nach vorne kämpft. In der Menschenmasse jemand bestimmtes zu finden – nahezu unmöglich. Und so sah es unser Mike als angemessen und erforderlich, wie ein armer Irrer nach hinten zu brüllen “RAYYYYYYYYYY!” und alle anderen machten mit. Ich hätte ja auch mitgemacht, aber ich war zu sehr damit beschäftigt, mir einen abzulachen. Weil ich das einfach so urkomisch fand wie Mike auf einmal rumbrüllte. Ich hätte eine Tonaufnahme machen sollen. Ein Dokument für die Ewigkeit. Mist, verdammt. Er hat uns dann übrigens gefunden, falls sich das einer von euch noch fragen sollte ^^
Ich stand relativ weit vorne in der Mitte, zum Tanzen war kein Platz da, was einige aber trotzdem nicht davon abgehalten hat, wie ein “leicht” besäuselter Casi und Janglers-Bassist Oli. Irgendwann verschwanden dann Julia und Frank ohne Vorwarnung, was ich ehrlich gesagt nicht besonders toll fand. Da der Platz zum Tanzen quasi nicht vorhanden war – gut, ich kann eh nicht tanzen, aber das ist erstmal nebensächlich – so konnte ich mich mit den beiden dann nicht mal im Rahmen unserer Möglichkeiten unterhalten, oder lustige Schnappschüsse machen die man den beiden zeigen kann und man sich dann gemeinsam amüsiert. So stand ich dann hinter dem großen Mike, der mir dann auch sämtliche Sicht zunichte gemacht hatte, aber als es dann wirklich zu viel wurde, sagte ich Mike und Elli kurz Bescheid und quetschte mich dann wieder vor zu Hannes, der am Rand der Tanzfläche in Sachen Drängeln und Schubsen verschont geblieben war.
Dort verbrachte ich fotografierend und filmend den Rest des Auftritts. Als Hannes’ Eltern dann gehen wollten und er während des Abendessens ungefragt (und ich glaube auch eher ungewollt) als Fahrer bestimmt wurde, ebenfalls mit rausmusste, drängelte ich mich mit raus, um mich gebührend zu verabschieden. Im Nachhinein frage ich mich, ob es vielleicht besser gewesen wäre, mich drinnen zu verabschieden, denn an ein Wiederreinkommen war nicht zu denken. So verpasste ich die Zugabe und wartete draußen an der Türe zum “Tanzsaal”. Nach dem Auftritt stürmten die Menschenmassen hinaus und ich scannte regelrecht jede Person, ob denn Julia und Frank dabei sind, die ich ja dann seit Mitte des Auftritts nicht wiedergesehen hatte, als sie sich verzogen haben.
Als Mike rauskam und er meinte, Julia und Frank seien noch vorne, wollte ich auch rein. Da standen die beiden auf einmal wieder vor mir, heilfroh, das man sich wiedergefunden hatte. Nach einer Verabschiedung von Mike und Elli (von Ray hab ich mich leider nicht verabschieden können) wurde ich noch von Julia und Frank heimgefahren, vielen Dank dafür. Ich war kurz vor halb 1 wieder zu Hause. Wäre ich auswärts gewesen wenn Ray oder Julia selbst einen Auftritt haben, hätte ich nicht mit einem Zubettgehen vor 3 oder gar 4 Uhr Nachts rechnen können.
Es war ein sehr schöner, wenn auch sehr bewegungsfreiheitsarmer Abend mit meinem guten Freund Hannes, seiner Familie und vielen alten Bekannten, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Der Abend ist überstanden, nun freut man sich allerseits auf den 24. März, wenn Juliet and the Janglers hier in Leipzig einen Auftritt haben, und ganz großes Kino wird natürlich der 21. April in Geithain, wenn Ray Allen wieder das Haus rockt und die “Gang” wieder zusammen ist. Und ich sage euch, Leute: Ich werde da sein. Mit Kamera selbstverständlich.



































