Es gibt wo keinen in Deutschland, der von dem großen Sturm der letzten Nacht nichts mitbekommen hat. Flächendeckend hat der Orkan “Kyrill” die deutschen Lande heimgesucht und dabei eine Spur des Chaos und der Verwüstung hinter sich hergezogen. Er forderte in nur einer Nacht 10 deutsche Todesopfer.
Experten sprechen vom schlimmsten Sturm seit 4 Jahren, der auch als einer der schlimmsten der letzten 20 Jahren in die Geschichte eingeht. Kyrill fand seinen Weg auch schnell zur freien Internet-Enzykolpädie WIKIPEDIA, wo folgendes zu lesen ist:
Kyrill (['k?r?l] [3], vom griechischen „der Herrliche“) ist der Name eines Orkans, der in Böen Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h erreichte und am 18. und 19. Januar 2007 das öffentliche Leben in weiten Teilen Europas beeinträchtigte. Er forderte bisher mindestens 43 Todesopfer[4] und führte zu erheblichen Sachschäden sowie zur vorzeitigen Schließung von Schulen und Universitäten. Außerdem kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, da Fähren nicht fuhren, Flüge gestrichen, Autobahnen gesperrt und der Bahnverkehr in großen Teilen Deutschlands eingestellt werden mussten, so dass zehntausende Passagiere betroffen waren.
Ich bekam den Orkan natürlich ebenfalls zu spüren. Aber gott sei Dank nicht so schlimm wie manch andere in Deutschland. Bereits Tags zuvor hörte ich von einem Orkan, machte mir aber keine weiteren Gedanken. Erst als am frühen Nachmittag mein Kollege im Internet per Live-Stream die Nachrichten einschaltete, wurde uns allen langsam klar, das da was Größeres auf uns zukommt. Ich ging diesmal zeitiger mit dem Agentur-Hund Kito Gassi, während ich gegen 16 Uhr alle paar Minuten einen Blick in den Sturm-Liveticker der Bildzeitung sowie auf die Webseite der Unwetterzentrale warf.
Gegen halb 5 kam dann die Anweisung von ganz oben, sofort das Zeug zusammen zu packen und nach Hause zu gehen. Dort, wo die Anweisung herkam, wurden die Mitarbeiter bereits am frühen Nachmittag heimgeschickt, in vielen Orten Deutschlands war in den Schulen bereits am Vormittag Schicht im Schacht.
Und so war ich dann zu Hause, rief meine Eltern an um ihnen mitzuteilen das ich nun zu Hause bin. Dort sagte mir mein Vater erstmal, das meine Mutter noch draußen ist, ich bin fast blöd geworden. Ich verbrachte den Abend mit unruhigem Blick nach draußen und mit einem zweiten Blick auf den Fernseher, wo fast durchgängig nur die Nachrichten liefen. Auf VOK lief der Film “Apollo 13″, den ich noch nicht gesehen habe aber immer schonmal sehen wollte..aber angesichts des Sturms hatte ich dafür keine Konzentration. Außerdem erschien es mir unpassend, während eines Horror-Sturms einen Katastrophenfilm zu schauen. Da macht man sich nur verrückt.
Meine Wohnzimmerfenster zeigen direkt in Richtung Westen – wie unpassend, denn der Wind kam direkt aus Westen. Der drückte in sehr starken Böen an die Scheiben, der Regen prasselte. Ich hielt es natürlich für unbedingt nötig, ein paar mal meinen Nischl (für alle Nicht-Sachsen: meinen Kopf) in den Wind rauszuhalten. Woah, Jesus!
Was mich so beunruhigt hat, ist die Tatsache, das ich einen Freund in Nordrhein-Westfalen nicht erreichen konnte.. Ich bin fast blöde geworden. Zum Glück stand mir meine Freundin Carina bei, die mich davon abhielt, durchzudrehen vor Panik. Wisst ihr, wenn man 5,6 Mal jemanden versucht anzurufen, der grade dort wohnt, wo der Sturm am schlimmsten wütet, dann gerät man sehr wohl in Panik!
Gegen Mitternacht war ich dann bereit zum Einschlafen. Auf der Ostseite, der Seite der anderen windschützenden Plattenbauten drückte der Wind glücklicherweise nicht so sehr und ich bin ganz normal eingeschlafen. Eine erste Bestandsaufnahme am nächsten Morgen, der obligatorische Blick aus allen Fenstern, zeigte mir, das Leipzig nahezu ohne Schäden davon gekommen sein muss.
EDIT:
Der Titel “The Storm Is Over Now” kommt von dem gleichnamigen Song von R.Kelly.








