Kein Leipziger kann es leugnen: Wir haben ein eng verbündetes Netzwerk von Feuerteufeln hier in Leipzig. Von A bis Z, zwischen Anger-Crottendorf und Zweinaundorf, hat es im letzten Jahr etwa 220 Brände gegeben, die alle auf Brandstiftung beruhen. Von ungeklärten Ursachen hat man bei der Anzahl abgesehen.
Und auch obwohl mehrere Brandstifter, die das Zündeln sogar zugaben, bereits festgenommen worden sind, geht die Brand-Serie 2007 weiter.
Es ist Dienstag, der 2. Januar 2007. Mein Fernsehabend mit Extreme Activity, Desperate Housewives und Greys Anatomy ist durch, ich schalte die Glotze aus und bewege mich wieder in Richtung Rechner. Da klingelt das Telefon. Nanu, so spät, dachte ich, es war ja schon 23:15 Uhr, da war meine Mutter dran. Sie bat mich, aus dem Fenster zu sehen. Dort sah ich in ein paar Metern Entfernung ein Haus in Flammen stehen. Ich ließ sofort alles stehen und liegen und rannte zu meiner Mutter rüber, die einen 1 A Ausblick auf das Geschehen hat, natürlich in sicherer Entfernung.
Da hat doch tatsächlich gestern Nacht ein leerstehendes Haus gebrannt. Der komplette Dachstuhl stand trotz Feuerwehr UND leichtem Regen in Brand. Nochmal richtig Action zum Dienstag Abend. Als rasende Reporterin knipste ich das Geschehen natürlich, konnte aber nicht bis zum Schluss bleiben. Nach einer halben Stunde war ich wieder zu Hause. Und als ich halb 1 ins Bett gehen wollte, brannte es immernoch. Ich las dann am nächsten Tag folgendes in der Zeitung:
Leipzig. Die Serie von Brandstiftungen in Leipzig setzt sich im neuen Jahr fort. Nach Angaben der Polizei zündeten unbekannte Täter in der vergangenen Nacht gegen 23 Uhr den Dachstuhl eines leer stehenden Wohnhauses in der Lange Straße/Ecke Kreuzstraße östlich der Innenstadt an. Schnell breiteten sich die Flammen auf einer Fläche von 60 mal 20 Metern aus und griffen bis auf der Erdgeschoss über. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Benachbarte Gebäude seien nicht beschädigt worden.
Um Vandalismus vorzubeugen, waren Fenster und Türen vor längerer Zeit durch den Eigentümer zugemauert worden. „Die Brandstifter haben Zugang durch einen ehemaligen Hintereingang gefunden“, sagte Polizeisprecherin Diana Voigt gegenüber LVZ-Online. Die von der Ludwig-Erhard-Straße aus zugängliche Tür des U-förmigen Gebäudes sei durch wild wachsendes Unkraut verdeckt gewesen und damals bei den Sicherungsarbeiten offenbar übersehen oder später wieder aufgebrochen worden.
“Der Brand war gegen 2.40 Uhr unter Kontrolle”, sagte Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch. Die Löscharbeiten mit insgesamt zwölf Fahrzeugen seien an dem dreistöckigen Haus schwierig gewesen, weil das Feuer nur von aussen über Leitern bekämpft werden konnte. “Bei dem leerstehenden Haus ist es wegen der Einsturzgefahr zu riskant gewesen, die Kameraden nach innen zu schicken”, erklärte Petrasch. Einzelne Glutnester hätten sich am Morgen mehrfach entzündet. Zuletzt habe die Feuerwehr gegen 9 Uhr noch einmal am Dachstuhl nachgelöscht. Die Höhe des Schadens ist noch unklar.
2006 wurden etwa 200 Brandstiftungen in Leipzig registriert. Beim bislang folgenschwersten Feuer waren Ende Oktober zwei Menschen in der Reudnitzer Sigismundstraße ums Leben gekommen.
Ende Dezember waren vier Verdächtige festgenommen worden. Sie sollen kleinere Brände gelegt haben. Nach einem dieser Feuer musste eine 52-jährige Pflegerin mit einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.
Quelle: LVZ-online.de
Was sind das nur für Menschen, die aus purem Spaß an der Langeweile Häuser anzünden? Bald sind keine mehr da, dann machen die bestimmt auch vor bewohnten Häusern nicht Halt. Das macht mir irgendwie sehr viel Angst.










