Bereits vor Monaten habe ich mir in dem gedachten Terminkalender in meinem Kopf den 19. Juli 2006 dick und ganz rot angestrichen. An meiner alten Schule, der Gutenbergschule, wo ich bis vor einem jahr eine 2-jährige Ausbildung zur Assistentin für Multimedia gemacht habe, wird an diesem Datum die Vernissage veranstaltet. Ich hatte schon seit Monaten den Ablauf geplant: Ich nehme meinen Chef mit, fahre dorthin, und dort suchen wir gemeinsam einen alten Lehrer auf, den wir beide hatten.Wie Was Wer Wo? Meine Ausbildung fing Ende August 2003 an und ging bis Juli 2005, von der Zeugnisausgabe hatte ich ja bereits berichtet. Mein Chef war auch an dieser Schule, hat eine 3-jährige duale Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht, bis zum Juli 2003, wir hatten uns also grade verpasst. Die Erkenntnis, das wir beide an der selben Schule waren, war eher ein Zufall, eines Tages – ich ging zwar noch zur Schule, die letzten Prüfungen, hatte aber schon so gut wie unterschrieben bei Cheffe – kam ich nach einer Englischprüfung auf Arbeit und ärgerte mich über die etwas unfaire Behandlung durch meinen Englischlehrer Herr Birr. Er erwähnte dann das erste Mal, das er auch an dieser Schule war. Ich habe nicht schlecht geguckt, das könnt ihr mir glauben.
Und so hatte ich vor, ihn mitzunehmen und dem Herrn Birr “Hallo” zu sagen. Leider lief das alles nicht so, wie ich das geplant hatte. Der Tag war da, der 19. Juli, aber ich hatte die Vernissage komplett vergessen. In den letzten Wochen dachte ich kaum noch daran, und grade in dem Moment, als ich hätte dran denken müssen, dachte ich nicht dran. Ich war heute eigentlich mit meiner Freundin Ines zum Fitnesstraining verabredet, und da Cheffe gleichzeitig mit mir Feierabend machte, fuhr er mich noch freundlicherweise bis zur Bushaltestelle, wo ich dann bis zum Fitnessstudio durchfahren konnte. Erst auf dem Weg zum Auto fiel es mir dann ein, die Hände über dem Kopf zusammenschlagend. Ich war fertig, wie konnte ich DAS nur vergessen? Cheffe konnte ja jetzt nicht mehr seine Pläne über Bord werfen und mit mir dahin fahren, ich war ja auch verabredet. Also ging ich brav ins Fitnessstudio. Aber damit war die Geschichte noch nicht zu Ende.
Im Fitnessstudio fragte ich nämlich meine Ines, ob sie mich dann begleiten würde. Gott sei Dank hat sie zusagt, also machten wir unser Training im Schnelldurchgang (10 statt 20 Minuten Erwärmung und 15 statt 30 Minuten Ausdauer) und machten uns danach auf dem Weg zu meiner alten Schule. Auf dem Weg dorthin erzählte ich bereits einige Anekdoten aus der “alten Zeit”, die grade mal ein Jahr her ist. Dort angekommen traf ich zuerst auf Jana, eine alte Mitschülerin, die im 1. lehrjahr sitzen blieb und das Schuljahr wegen zu schlechter Noten wiederholen musste. Wir plauderten ein bisschen und sie erzählte mir, das sie die Prüfungen gut hinbekommen hat, aber immernoch keine Arbeit hat – und sie bekommt morgen schon ihr Zeugnis! Ich drücke ihr alle Daumen, das sie noch was findet, was ihr Spaß macht und ihr ordentliche Kohle einbringt. Nach ein bisschen Rumlaufen in der Schule traf ich dann endlich den Herrn Birr, der hatte zwar nicht viel Zeit, aber für einen kurzzen Plausch hatte er Zeit. Er freute sich für mich, das ich immernoch dort arbeite und es mir nachwievor Spaß macht, er gratulierte mir schon damals, weil ich als erste in der Klasse einen Job in der Tasche hatte. Ich erzählte ihm von meinem Chef und er erinnerte sich sogar an den überaus netten jungen Mann, der nun schon seit einem Jahr mein Arbeitgeber ist.
Danach grüßte ich hier und da noch ein paar Lehrer, und dann traf ich auch endlich auf meinen alten Klassenlehrer, Dr. Börner. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu quatschen, über meine Zufriedenheit bei der Arbeit, meine Kontakte zu den anderen ehemaligen Mitschülern und so weiter. Ich wollte natürlich auch wissen, wie unsere Nachfolger so sind, und er musste zugeben, das die unter aller Sau sind. Es macht keinen Spaß mehr mit denen, meinte er. Das ist wahr, mit uns hat es meistens richtig Spaß gemacht, wir bemühten uns auch..meistens. Es waren auch mal echt schlimme Zeiten dabei, das ist ja auch normal, aber wir hatten stets was zu lachen und es wurde zu einer Zeit, die mir größtenteils in guter Erinnerung bleiben wird. Danach machten wir uns nochmal auf zu unserem alten Klassenzimmer, der legendäre Raum 123 im Ostflügel der Schule. Dort begegnete ich auch meiner alten Lehrerin Frau Jacobi, in dem Raum waren einige Schüler der jetzigen AM11, die nach den Sommerferien zu AM12 werden. Ich ließ mir ein paar Projekte von denen zeigen, war auch gar nicht mal schlecht. Die durften sogar das CMS Joomla kennenlernen, find ich klasse. Wir hatten diese Möglichkeit damals nicht gehabt.Zu guter letzt begleiteten Ines und Ich den Herrn Dr. Börner noch in sein Vorbereitungszimmer, wo er mir eine alte CD in die Hand drückte, um die er mich gebeten hat. Grund dafür ist meine Freundin Julia. Wir hatten Ende des ersten Lehrjahres ein lustiges Videoschnittprojekt, wo wir gemeinsam Videomaterial erstellten und dann jeder seinen eignen Film schneiden musste mit Pinnacle Studio 8. Julia war ein bisschen spät dran, musste den Film später abgeben, kam dann aber so durcheinander, das sie keine eignene version des Films mehr für sich da hatte. Das machte sie natürlich traurig, aber nun habe ich ihre CD zurückgeholt. Ich werds morgen früh gleich mit der Post schicken, sie freut sich bestimmt.Dann war es aber auch wirklich Zeit, wieder aufzubrechen, wir waren ungefähr 2 Stunden dort, zuerst sagte ich, wir würden nur eine Stunde oder so bleiben. Sorry Ines, sorry Marcel, falls ihr das hier lest. Ich habe es genossen, meine alte Schule zu besuchen, es war wie eine Zeitreise. Ich bereue nicht, das ich die Ausbildung dort gemacht habe, das liegt aber nicht nur daran, das ich als eine der wenigen einen Job bekommen habe, für den ich hier ausgebildet worden bin, sondern auch an der Athmosphäre, meine Freunde, die netten Lehrer, der ganze Spaß. Schöne Erinnerungen.
![]() Zu denen pflege ich noch heute Kontakt: Matthias, Nadine, Thomas und Julia. |
![]() Klassenfoto – mit (fast) allen! |













