Und hier ist nun Teil 2 meines Berichtes rund um das Konzert von Robbie Williams am 10. Juli 2006 in Dresden. Was ich in Dresden bis das Konzert anfing gemacht habe, darüber habe ich bereits geschrieben. Nun gehts um das Konzert selbst. Nach dieser berauschend traumhaften Fußball-Weltmeisterschaft war es klar, das es auch für den großartigen Robbie schwer wird, das zu übertreffen. Ich habe es vor einem halben Jahr nicht für möglich gehalten, das jemand anderes als Robbie Williams bei mir berauschende Gefühle auslösen könnte. Ich wusste damals noch nicht genau, wann die WM stattfindet, die Info, das das Konzert einen Tag nach dem Finalspiel sein würde, kam ein bisschen spät. Ich freute mich dennoch sehr darauf.
Wie in Teil 1 meines Berichtes beschrieben, war ich bereits kurz vor um 13 Uhr am frühen Nachmittag in Dresden und vertrieb mir die Zeit mit Spazierengehen und faul rumhängen. Ungefähr 17 Uhr war ich dann auf dem Weg zur Festwiese im Ostragehege. Unterwegs gabelten wir schon viele Menschenmassen auf und überall waren Leute, die versuchten, ihre Karten loszuwerden. Dort angekommen, informierte sich Alex erst einmal bei einem jungen Mann vom Sicherheitspersonal, wie es mit der Mitnahme von Getränken aussieht. Nicht gut. Keine Plastikflaschen und nur Tetra Packs mit 1 Liter pro Person. Dummerweise gab es weit und breit kein Stand oder Laden, der da etwas derartiges verkauft. Auch ein zurücklaufen bis zur Haltestelle der Straßenbahn brachte nichts. Also mussten wir in den sauren Apfel beißen. Wir stellten uns dann bei Einlassbeginn an einer riesen Schlange an.
Gut 45 Minuten später kamen auch wir endlich an die Reihe. Erstmal Kartenabreissen und Kontrolle. Ich wurde am Körper nicht abgetastet und beim Auspacken meines Rucksacks stoppte man bei meiner Deoflasche. Nach meiner Digitalkamera hat man sich nicht mehr erkundigt. Meine Deoflasche musste ich abgeben, aber ich bekam eine Nummer, damit ich sie mir dann wieder abholen kann. Das war gut so, ich wünschte, das hätte man bei den Fanfesten in Leipzig auch so organisiert. “Jetzt kanns ja nicht mehr so weit sein bis zur Tribüne”, dachte ich mir. Weit gefehlt. Wie sich dann herausstellte, war der Weg, zwischen Einlasstoren und der Festwiese nochmal recht groß. Wir setzten uns dann auch nochmal in den Rasen und beobachteten die Leute, die schon hineinströmten. Das waren die Leute mit Stehplätzen, die haben nämlich freie Platzwahl. Wäre mir im Nachhinein auch lieber gewesen. Wir kauften uns dann erstmal was zu trinken in Robbie-Williams-Bechern für 2 Euro Pfand extra und suchten unsere Plätze. Sehr weit von der Bühne entfernt, aber das war ja zu erwarten. Und so schauten wir zu, wie sich Minute um Minute der Platz mit mehr und mehr Menschen füllte.
Kurz nach halb 7 gings dann los mit der ersten Vorband, Orson hießen sie, hat mir auch recht gut gefallen. Gegen um 8 kam die Hauptvorband, Basement Jaxx. Aber all die Stimmungsmache hat natürlich nur was bei den vorderen Stehplätzen gebracht, auf der Tribüne war die Stimmung selbstverständlich nicht so sonderlich und auch der Applaus, der vorne gegeben wurde, verstummte auf dem Weg zur Tribüne. Die Sonne brannte mir immer weiter in den Nacken, die Reihen füllten sich. Über unseren Köpfen drehten Kleinflugzeuge und Hubschrauber ihre Kreise. Ob Robbie in einem davon saß? Ich weiß es nicht.
Kurz nach 21 Uhr ertönte dann das erste mal eines von den Schlagzeugen, die Robbie bei dem Konzert begleiten sollten. Alles jubelt, das war ja gar nicht anders zu erwarten. Und dann betrat ER endlich die Bühne, begrüßte das zahlreiche Dresdner Publikum und legte dann auch gleich los mit seinem Song “Radio”. Alex kannte den Song nicht, was mich ein bisschen verwundert hat, wo der Song doch schon grob geschätzt 1-2 Jahre auf dem Buckel hat.
Die Überraschung des Abends war aber mit Sicherheit der Moment, in dem er die Fußball Weltmeisterschaft angesprochen hat. Er widmete den Song “Tripping” an “Jürgen Klinsmann and the boys”, damit hätte er alle Herzen gewinnen können, wenn ihm nicht ohnehin schon alle Herzen gehören würden. Es war echt schön. Später spielte er mit einem seiner Co-Sänger seines “Swing when you’re winning”-Projektes ein bisschen Fußball auf der Bühne. Er sprach ins Publikum. “Well, ehm, i’m Michael Ballack und you’re Oliver Kahn”, und sie schossen ein paar Fußbälle ins Publikum. Wie ich später erfuhr, war mindestens einer davon signiert. Ob von ihm oder von der Nationalmannschaft weiß ich allerdings nicht. Zuvor fischte er auch eine Deutschlandfahne aus dem Publikum, welche er sich über den Mikrofonständer hing. Es gibt ein Bild davon, hier direkt oben drüber, 3. Bild. Es sieht zwar so aus, als würde er draufspucken oder draufkotzen wollen, aber das ist selbstverständlich nur etwas unglücklich eingefangen. Er freute sich wirklich über die gute Stimmung. Das Publikum ließ sich sogar zu einigen “Deutschland! Deutschland!”-Jubelschreiben hinreissen, es war UNGLAUBLICH. Und wo wir grade von WM-Fan-Mentalität sprechen, die erreichte auch vor dem Konzert einen Höhepunkt, in dem die Leute auf der von mir aus gesehen links gegenüberliegenden Tribüne eine Laola-Welle machen wollten. Aber die benachbarte Tribüne hat geschlafen und so konnte die Welle nicht überschwappen. Erst beim 3. oder 4. Versuch schwappte die Welle über und es verschaffte mir ein unglaubliches Gefühl, wieder mitten drin zu sein. Die Welle ging 5 oder 6 mal komplett rum, und immer wenn eine Welle komplett abgeschlossen wurde, jubelten die Leute im Innenraum, die nach einer Weile sogar ihre eigne Welle gemacht hatten, erst von vorne nach hinten und dann von links nach rechts. Robbie gratulierte uns während dem Konzert zu einem super dritten Platz und bedankte sich im Namen der ganzen Welt dafür, das wir so ein guter Gastgeber waren.
Soviel zur Williams’schen Fußballmentalität (Robbie ist eigentlich England-Fan). Sehr schön war auch eine Szene, in dem er sich mit dem Publikum unterhielt. Er plauderte mit einem jungen Pärchen aus der ersten Reihe und fragte sie, wie lange sie schon zusammen wären und wie alt sie sind. Die beiden waren 16 und waren seit 7 Monaten liiert. Robbie riss natürlich seine Witze und meinte, das 7 Monate in Hundejahren 50 jahre wären. Und da die beiden so verdammt jung sind, fragte er die beiden auch, ob sie noch ein paar von den alten Take That Songs kennen. Von allen Tribünenseiten und aus dem Innenraum natürlich überall Geschrei und Gejubel. Und dann passierte etwas, mit dem ich mit Abstand am wenigsten gerechnet hätte: Er sang einen Song aus Take That Zeiten. Er sang “Back for Good”, was nach “Never Forget” mein Lieblingssong ist. Überall flammten die Feuerzeuge auf und es gab überall Kamerablitze zu beobachten. Ein Wahnsinnsfeeling.
Da ich nicht über jeden einzelnen Song berichten kann, sei euch hiermit gesagt: Ich habe mich sehr gut amüsiert, habe gesungen wenn ich den Text kannte und habe gebrüllt, geschrieen und gekreischt was das Zeug hält. Da war die Weltmeisterschaft ausnahmsweise nichts dagegen. Ich hatte wirklich meinen Spaß, es hat sich auch trotz schlechter Sicht gelohnt und ein “paar” Fotos sind natürlich auch entstanden. Absolut genial war die Zugabe, bei der sich nach ein paar Minuten Pause vom oberen Bühnenrand in einem Korb hat abseilen lassen. Er sang natürlich noch seine besten Songs: “Let Me Entertain You”, “Angels” und als letzten Song noch “Kids”. Und damit war das Konzert nach 2 Stunden beendet. Er sagte dem Publikum, das wir klasse waren und hoffte, das wir uns gut amüsiert haben. Ohja, ich habe mich amüsiert, Robbie.
Als dann alle nach draußen strömten, wollte ich mich nicht sofort rausstürzen. Stattdessen blieb ich noch ein bisschen sitzen und schaute mir den Ameisenhaufen da unten an. Ich drehte mich auch zufällig um, und sah ein bekanntes Gesicht. Da ich das Gesicht noch nicht einordnen konnte, ließ ich mir nichts anmerken. Aber dann hat es mich doch gepackt, ich drehte mich nochmal um und sagte ihr folgendes “Sag mal, du kommst mir so bekannt vor. Kann es sein, das du deine Robbie-Tickets in Leipzig gekauft hast”. Sie bejahte dies und in jenem tollen Moment war klar, das ich eine Person wieder getroffen hatte, mit der ich am 19. November letzten Jahres im Ticketladen “Culton Tickets” in Leipzig für die Karten anstand. Wir plauderten noch eine Weile, ich ließ mir ihre E-Mail-Adresse geben, damit ich ihr die Robbie-Bilder schicken kann und wir gingen dann gemeinsam langsam nach draußen. Als wir dann merkten, das ein weiteres zusammen bleiben recht unwahrscheinlich ist, verabschiedete ich mich und dort trennten sich dann unsere Wege.
Da dies mein erstes Konzert war, konnte ich vorher nicht ahnen, wie das ist, wenn ein großes Konzert vor 80.000 Leuten zu Ende ist. Es dauert ein paar Stunden, bis das Stadion vor dem Konzert gefüllt ist, aber wenn es vorbei ist, wollen alle 80.000 Leute raus – auf einmal. Und damit war das Ostragehege natürlich sehr überfordert. Die Ausgänge verstopften und es dauerte 1 Stunde bis der Strom von leuten flüssiger lief, so das man mehr als 5 Schritte an einem Stück laufen konnte. Zu allem Überfluss wollte dann auch noch ein Krankenwagen durch die Masse fahren, die eh schon kaum Bewegungsfreiheit hatte. Hier und da ertönte ein Chor “Wir wollen nach Hause fahren, wir wollen nach Hause fahren, wir wollen, wir wollen, wir wollen nach Hause fahren!”. Mittendrin gabs da noch einen Stand mit Robbie Postern. Da die nur 5 Euro kosten, krallte ic mir sofort eins. Eines mit Robbie in einer Pose, die mich doch sehr an den Johnny Cash Stil erinnert. Am Ausgang holte ich mir dann mein Deospray zurück und es ging auf dem Weg nach Hause. Aber davon handelt dann Teil 3 meines Berichtes.




































