26.07.2010 um 19:04 Uhr · Veröffentlicht unter Allgemein
Noch vor 4 Wochen hätte ich nicht gedacht, dass ich diesen Artikel schreiben würde. Noch vor 4 Wochen stieg ich jeden Arbeitstag in die Leipziger Straßenbahn ein und fuhr ins Büro, welches ich in der Regel nach meist 10 Stunden wieder verließ. Noch vor 4 Wochen plante ich in hübscher Regelmäßigkeit meine 2-wöchentlichen Fahrten nach Stuttgart. Und nun, Ende Juli 2010 stehe ich am Anfang einer neuen Lebenssituation, welche weitreichende Konsequenzen hat. Kurz gesagt: Stuttgart, ich komme. Und diesmal bleibe ich.

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26.07.2010 um 18:54 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball, Live im Stadion, Vereinsspiele
“Ah, da war ja noch was!” Fast 2 Monate (!!) später kommt nun auch endlich ein Bericht zum besuchten Spiel TSV 1860 München II gegen den SSV Reutlingen 05. Abseits der üblichen VfB-Spiele lautete so nun der offizielle Saisonabschluss. Aufgrund der Entfernung zum Datum – das Spiel fand schon am 29. Mai statt – wird dies nur ein Kurzbericht. Große Trauer unter meinen Lesern wird das jedoch wohl kaum auslösen.

Der Großteil meiner Leserschaft besteht aus VfB-Fans, mal mehr oder weniger des Vielfahrens verschrieben, wer sich die Teilnahme an diesem Spiel jedoch nicht von allein erklären kann, dem sei gesagt: im Namen der Fanfreundschaft. Die Stuttgarter Ultras, das Commando Cannstatt, pflegt eine Freundschaft zum südlich von Stuttgart beheimateten SSV Reutlingen, der sich in der Regionalliga Süd durchschlug. Durch den bevorstehenden, leider insolvenzbedingten Zwangsabstieg der Reutlinger ging es im letzten Spiel in München um nicht mehr als um die Ehre. Grund genug, sich am Stuttgarter Hauptbahnhof zu treffen und die gemeinsame Reise anzutreten. Alle mit dem Zug nach München.

Mit meiner besseren Hälfte sowie 2 anderen Kumpels traf man sich morgens in Weinstadt-Beutelsbach, dort startete die Odyssee zu meinem bisher ersten Regionalligaspiel. Zwei einhalb Jahre ist es her, dass ich zum ersten und auch zum letzten Mal in München war, damals für das Länderspiel gegen Tschechien. Damals noch Eventfan, heute Vielfahrer aus Leidenschaft. Die Hinfahrt gestaltete sich problemlos.
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11.05.2010 um 22:33 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball, Live im Stadion, Vereinsspiele
Rückblende: “…begleitet von der Portion Frust und Unverständnis, die vor dem Spiel nicht zu erwarten war, aber auch nach dem Spiel nicht einfach vergessen werden konnte.” (19.09.2009: VfB Stuttgart – 1. FC Köln, 0:2), “Schnell weg von diesem Ort der Schmach. Um 2 Wochen später zurückzukehren, mit neuer Hoffnung und alten Befürchtungen.” (04.10.2009: VfB Stuttgart – Werder Bremen, 0:2), “Einst schwor ich, der VfB wäre meine Liebe, für die ich durch dick und dünn gehen würde. Und in diesen Wochen erneut: durch ganz, ganz, ganz dünn.” (17.10.2009: VfB Stuttgart – FC Schalke 04, 1:2), “Um mich von den Gedanken abzulenken, das bei dem Verein, den ich mehr liebe als alles andere, derzeit so viel im Argen liegt, berichtete ich von erfolgreichen Reisen mit dem VfB Stuttgart – von Zeiten, als meine Fußballwelt noch in Ordnung war.” (05.12.2009: VfB Stuttgart – VfL Bochum, 1:1).

Das alles scheint nun so lange her. Wir schreiben den Mai 2010 und können zurecht auf uns und unsere Mannschaft stolz sein. Fast schon “aus Tradition” wie schon in so vielen Jahren zuvor holte der VfB in der Rückrunde stark auf und schaffte auch in dieser Saison das nicht für möglich gehaltene Wunder: von einem Abstiegsplatz in die Europa League. Dafür brauchte man viel harte Arbeit, das Zurückholen des in der Hinrunde abhanden gekommenen Glückes, den Rückhalt und die Unterstützung der Fans und noch mehr Arbeit. Am Ende reichte mit Ach und Krach ein einzelner Punkt beim Unentschieden in Hoffenheim, das 6. und letzte VfB-Spiel in Folge, welches ich im Rahmen meines Saison-Endspurts besucht habe.

“Das Beste zum Schluss”, so lautete ganz klar das Vorhaben für das letzte Spiel der Saison. Schnell noch die Europa League klarmachen, den Tag genießen und noch einmal Freunde treffen, bevor die lange Sommerpause beginnen würde. Fest stand schonmal “Das Kürzeste zum Schluss”, mit gerade einmal einer Dreiviertelstunde Anfahrtsweg von Felix’ Wohnsitz in Backnang aus waren wir beide doppelt so schnell dort als bei meinen Auswärtsspielen in Berlin, wenn ich von Leipzig aus etwa anderthalb Stunden benötige.

Unter Einrechnung eventueller Staus oder Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche brachen wir recht früh auf und waren derart früh am Stadion, das dort so gut wie nichts loswar, von einem repräsentativ hohem Polizei- und Ordneraufkommen mal abgesehen. Wir sind ja auch soooo gefährlich! Für das nebenan liegende Museum wäre die Zeit dann doch zu knapp, und da man zu zweit weniger alleine ist, brachten wir die Zeit schon irgendwie herum.
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10.05.2010 um 22:17 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball, Live im Stadion, Vereinsspiele
Ich hatte gehofft, nicht wieder in ein altes Muster zu verfallen. Ewig lange her scheinen die Tage, als ich nach besuchten Spielen regelmäßig einige Tage brauchte, um einen ansprechenden Bericht zu verfassen. Etwas wehmütig sitze ich nun vor dem Editorfensters und versuche in Worte zu fassen, wie sich der Abschied von der geliebten Cannstatter Kurve ins Gedächtnis gebrannt hat. Das Spiel gegen Mainz, mit dem wir vorzeitig das internationale Geschäft hätten klar machen können, geriet zur Nebensache. Vielmehr war es das Gemeinschaftsgefühl und der schwere Abschied, was diesen 1. Mai zu einem besonderen Tag machte.

Viele von euch, verehrte Leser, kenne ich schon eine ganze Weile, manche wiederrum erst seit kurzer Zeit. Einige von euch schauen nur gelegentlich hier vorbei, andere wiederrum sind zum ersten Mal hier und auch Stammleser darf ich begrüßen. Ein paar von euch begleiten mich schon seit meinen Anfängen vor nicht einmal 3 Jahren, nicht wenige von meinen Lesern kennen mich nicht, jedenfalls noch nicht. Wo auch immer hierherkommt, wie auch immer ihr auf diesen Blog gekommen seid, ich möchte euch anteil nehmen lassen am letzten Tanz, bevor unsere Kurve ihren ewigen Frieden fand.

Selbstredend habe ich den meisten von euch gegenüber einen schweren Stand – für euch vermag es normal zu sein, dass die Cannstatter Kurve, Heimat der treuesten VfB-Fans, seit 10, 15, 20 Jahren euer Zuhause ist. Alle 2 Wochen ein Heimspiel im geliebten Stadion, die Seele aus dem Leib schreien und sich an manche Spiele später gerne wieder zurückerinnern, manches lieber schnell vergessen. Es ist Teil des Lebens geworden, ein Stück Alltag. Für andere wiederrum begann es harmlos, mit einem Heimspiel alle 2-3 Monate. Daraus wurde rasch eine Leidenschaft, die keine Worte dieser Welt auch nur halbwegs erklären könnten.
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25.04.2010 um 15:49 Uhr · Veröffentlicht unter Fussball, Live im Stadion, Vereinsspiele
Es wurde nicht die Chaosfahrt, die ich befürchtet hatte. Alles klappte bestens, was besonders erfreulich ist, wenn man bedenkt, dass nur wenige Tage zwischen “Ich weiß noch nicht, ob ich nach Bochum fahr!”, “Ja, ich fahr doch!”, “Wie komm ich da eigentlich hin?” und dem Spiel am Freitag Abend lagen. Ich habe es überlebt und kehrte mit 3 Punkten aus dem Ruhrpott zurück.

Viele Wege führen nach Rom Bochum, doch leider entpuppten sich die wenigsten als brauchbar. Bahn? Seit dem Problem mit der Aschewolke wurden die Preise angezogen. Hinzu wäre ich nach vielen Stunden Fahrt noch einigermaßen gut angekommen, doch zurückzu wäre ich erledigt gewesen. Selbst mit dem Wochenendticket fuhr keine Bahn mehr Richtung Heimat (die echte Heimat, also Leipzig) und auch mit der Gültigkeit bis 3 Uhr wäre das nicht machbar gewesen. Fliegen? So kurzfristig zu teuer. Gerd hätte Spaß daran gehabt, erklärte er mich nach Barcelona doch zum “Flugwunder”. Mietwagen? Stand ebenso im Raum, leider kam die Absage des Mitfahrers wenige Tage zuvor – er wäre der einzige mit Führerschein gewesen.

Letzte Chance: über Mitfahrgelegenheiten geht eigentlich immer etwas, die Rückfahrt war schnell geklärt, übernachten wollte ich in Dortmund bei tooor.de-Freundin Elly. Nur die Hinfahrt bereitete mir Bauchweh, eine direkte Fahrt von Leipzig nach Bochum um die Mittagszeit herum gab es nicht. Somit buchte ich 12:30 Uhr von Leipzig bis Wuppertal, von dort aus wollte ich mit dem Zug weiter über den Bochumer Hauptbahnhof zum Stadion. Der Fahrer erklärte sich aber bereit, mir die Chaosfahrt über Wuppertal zu ersparen und setzte mich bereits am Dortmunder Flughafen raus. Bis dahin verging die Zeit wie im Flug, eine lustige Fahrgemeinschaft: 2 Jungs, 2 Mädels, 1 Meerschweinchen und 1 Spongebob Kissen.
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